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WM-Auslosung Der Weg ins Halbfinale ist geebnet

Das DFB-Team braucht erst spät in die WM in Brasilien einzusteigen und trifft auf lösbare Aufgaben. US-Coach Jürgen Klinsmann spricht von „Hammergruppe“, Joachim Löw von einer "WM der Strapazen".

06.12.2013 21:40
Von Jan Christian Müller
Stars vergangener Tage zogen auf großer Bühne die Kugeln . Foto: dpa

Es gibt aus deutscher Sicht keinen einzigen nachvollziehbaren Grund zur Beschwerde. Nach der WM-Auslosung am Freitagabend ist klar: Der Weg des DFB-Teams zumindest ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien dürfte zwar nicht leicht werden, aber weniger steinig als befürchtet. Denn neben einer schwierigen, aber machbaren Gruppe gegen Portugal, Ghana und die USA treffen die Deutschen auf schlagbare mögliche Gegner in Achtel- und Viertelfinale.

Entsprechend bestens gelaunt präsentierten sich Bundestrainer Joachim Löw und vor allem Teammanager Oliver Bierhoff nach der Zeremonie im brasilianischen Costa do Sauípe vor der ARD-Kamera. Denn ein weiterer unschätzbarer Vorteil erschließt sich erst auf den zweiten Blick: Deutschland braucht erst am 16. Juni ins Turnier einzusteigen. Selbst für den Fall, dass ein oder zwei deutsche Teams das Champions-League-Finale am 24. Mai erreichen, hätte Löw somit ausreichend Zeit zur Vorbereitung auf die Auftakt-Begegnung gegen Portugal.

Bierhoff sieht Deutschland als Favorit

US-Trainer Jürgen Klinsmann sprach dagegen abwechselnd von einer „Hammergruppe“ und einer „Wahnsinnsgruppe, die härter nicht sein könnte“. Das Duell gegen Deutschland sei „eine dieser verrückten Geschichten, die der Fußball schreibt“. Auch der ehemalige deutsche Nationalspieler und Kapitän des US-Teams, Mittelfeldspieler Jermaine Jones von Schalke 04, sprach von „einer Hammergruppe, in der Druck bei Portugal und Deutschland liegt“.

Bierhoff fürchtet ein wenig die Hitze und Luftfeuchtigkeit, nahm die Favoritenrolle aber an: „Es ist klar, dass wir da Favorit sind.“ Joachim Löw jammerte den relativ kurzen Entfernungen der Vorrunde zum Trotz, es würde „auf alle Fälle eine WM der Strapazen“ und ergänzte: „Wir müssen uns in der Vorbereitung an die Schwüle und die hohen Temperaturen gewöhnen. Ich war ja schon mal in Fortaleza und Recife, da finden wir schwierige klimatische Verhältnisse vor. Darauf müssen wir uns in der Vorbereitung einstellen.“

Teamquartier vermutlich in Porto Seguro

Deutschland startet seine Jagd auf den vierten Titel in seinem insgesamt 100. Endrundenspiel am 16. Juni (18 Uhr MESZ) in Salvador da Bahia gegen Portugal, das bereits beim 1:0 bei der EM 2012 Auftaktgegner war. Das zweite Vorrundenspiel in der Gruppe G bestreitet die deutsche Auswahl gegen Ghana am 21. Juni in Fortaleza (21 Uhr), ehe am 26. Juni die USA in Recife (18 Uhr) warten. Vermutlich wird sich der DFB für ein Teamquartier in Porto Seguro, 700 Kilometer südlich von Salvador da Bahia in gemäßigterem Klima entscheiden. Das deutete Bierhoff an.

Eröffnet wird die 20. Fußball-Weltmeisterschaft vom Gastgeber, der am 12. Juni in der Arena Corinthians von São Paulo auf Kroatien mit dem in Berlin geborene Coach Niko Kovac und seinen Bundesliga-Stürmern Ivica Olic (VfL Wolfsburg) und Mario Mandzukic (Bayern München) trifft.

Die Ex-Weltmeister Italien und England treffen in der schwierigen Gruppe D auf das gesetzte Uruguay, 2010 in Südafrika als Vierter beste Südamerikaner und zudem im Sturm mit Diego Forlán, Edinson Cavani und Luis Suárez exquisit besetzt. „Es ist eine schwere Gruppe“, sagte England-Coach Roy Hodgson etwas ernüchtert, und ergänzte kleinlaut: „Nur, wenn wir gut vorbereitet sind, haben wir eine Chance.“

Neuauflage des Endspiels von 2010 in Gruppe B

Volker Finke misst sich mit seiner Mannschaft aus Kamerun mit Gastgeber und Rekordchampion Brasilien, Ottmar Hitzfeld bekommt es in einer ansonsten einfachen Gruppe mit seinem früheren Spieler Franck Ribéry und Frankreich zu tun. „Ich bin nicht blauäugig“, sagte Hitzfeld selbst: „Aber wir gehören zu den Favoriten, und sollten zusammen mit Frankreich das Achtelfinale erreichen.“ Die französische Sporttageszeitung „L‘Equipe“ schrieb: „Les Bleus können lachen."

Titelverteidiger Spanien und die Niederlande treffen gleich zum Gruppen-Auftakt zu einer Neuauflage des Endspiels von 2010 aufeinander. Neben den beiden Südafrika-Finalisten Spanien und Niederlande, die vom Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal betreut werden und Bundesliga-Stars wie Arjen Robben (Bayern) und Rafael van der Vaart (HSV) in ihren Reihen haben, befinden sich in der Gruppe B noch Chile mit dem Ex-Leverkusener Arturo Vidal und Australien.

Acht Weltmeister zogen die Lose

Argentinien mit Weltfußballer Lionel Messi bekam als zweiter Favorit aus Südamerika die mit Bundesligastars gespickten Bosnier um den neuen Volkshelden Vedad Ibisevic (Stuttgart) zugelost. Iran und Nigeria machen aus der Gruppe F eine der Exoten.

Sehr ausgeglichen scheint auch die Gruppe C, in der sich Kolumbien, Griechenland, die Elfenbeinküste und Japan mit vielen Bundesligastars, unter anderem dem Mainzer Shnji Okazaki sowie dem Ex-Dortmunder Shinji Kagawa (Manchester United), messen.

Die Lose zogen acht ehemalige Weltmeister: Lothar Matthäus (Deutschland), Fabio Cannavaro (Italien), Mario Kempes (Argentinien), Fernando Hierro (Spanien), Zinédine Zidane (Frankreich), Alcides Ghiggia (Uruguay), Geoff Hurst (England) und Cafu (Brasilien). Der 86 Jahre alte Ghiggia ließ eine Kugel fallen, es beeinträchtigte die Auslosung aber nicht. (mit dpa/sid)

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