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Frauenfußball-EM Lächelnd in die Niederlande

Der 1. FFC Frankfurt schickt nur zwei Spielerinnen zur Frauen-EM - dabei haben Kathrin Hendrich und Mandy Islacker nur Nebenrollen.

Kathrin Hendrich und Mandy Islacker
Zumindest bei der EM dabei: Kathrin Hendrich und Mandy Islacker Foto: imago

Einträchtig saßen Kathrin Hendrich und Mandy Islacker vergangene Woche beim Media Day nebeneinander. Sie zeigten dasselbe Lächeln und strahlten auf jeden Fall dieselbe Vorfreude aus, als die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in einem Hotel in Heidelberg unweit der Autobahn ihren letzten öffentlichen Termin veranstaltete. Die Spielerinnen waren beim offenen Verhör nach Vereinszugehörigkeit geordnet worden, und an einem Zweiertisch war auch schon alles versammelt, was der 1. FFC Frankfurt in diesem Sommer zur am kommenden Wochenende beginnenden Europameisterschaft in die Niederlande schickt.

Die Abwehrspielerin Hendrich (25 Jahre) und die Stürmerin Islacker (28) – mehr kommt nicht aus der Mainmetropole, wenn sich das 23-köpfige Aufgebot am Mittwoch in Düsseldorf trifft, um die gemeinsame Busfahrt ins Stammquartier in ’s-Hertogenbosch anzutreten. Nur zur Erinnerung: Zur EM 2013 in Schweden waren allein neun FFC-Spielerinnen (Nadine Angerer, Saskia Bartusiak, Bianca Schmidt, Fatmire Bajramaj, Melanie Behringer, Dzsenifer Marozsan, Simone Laudehr, Svenja Huth und Celia Sasic) dabei. Vier Jahre später gibt der SC Freiburg den größten Zulieferer, der fünf Nationalspielerinnen stellt. Nichts demonstriert besser den schleichenden Machtverlust, den Frankfurt fürs Nationalteam erlitten hat.

Beide FFC-Repräsentantinnen haben erst je 15 Länderspiele auf dem Konto. Ob nun bei dem ersten Turnier unter der Regie von Steffi Jones so rasend viele hinzukommen, bleibt abzuwarten. Zwar hat die Bundestrainerin im ZDF-Sportstudio betont, wie breit aufgestellt der Kader sei, aber es war ein Fingerzeig, dass beide Frankfurterinnen zuletzt im einzigen Test gegen Brasilien (3:1) zu den vier nicht eingesetzten Feldspielerinnen zählten. Sie würden persönlich zwar auf möglichst viel Einsatzzeit hoffen, aber der Erfolg der Mannschaft stehe im Vordergrund, betonen beide unisono, denen als Comic-Figuren übrigens „Bambi“ (Hendrich) bzw. die Fee „Tinker Bell“ (Islacker) zugeordnet wurden.

„Ich sehe nicht, wer uns schlagen könnte“, sagt Hendrich selbstbewusst, die als Defensivallrounderin eigentlich jeden Part in der Viererkette besetzen kann, aber „die Bundestrainerin sieht mich als Innenverteidigerin“. Dort ist Babett Peter als Abwehrchefin gesetzt, um den zweiten Posten streiten sich Kristin Demann und Josephine Henning. Islacker wiederum steht hinter Huth, Hasret Kayikci und Anja Mittag auch nur in der zweiten oder dritten Sturmreihe. Dabei hätte sie noch die besten Argumente: Zweimal hintereinander war wie nun schon mit 19 bzw. 17 Treffern Bundesliga-Torschützenkönigin.

Es entspräche jedoch gar nicht ihrem Naturell, deswegen einen Stammplatz einzufordern. „Ich kann jedes Training nur mein Bestes geben. Wir sind gut besetzt und haben einen großen Konkurrenzkampf.“ Speziell Islacker kann im Laufes des Turniers noch wichtig werden.

Aus einer Torjägerin im Wartestand ist schon mal unvermittelt eine gefeierte Heldin geworden: 2014/2015 stand sie nach ihrem Wechsel zum 1. FFC Frankfurt fast eine komplette Spielzeit im Schatten der gesetzten Mittelstürmerin Sasic, ehe Islacker nach der Einwechslung im Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain kurz vor Schluss das Siegtor gelang. Ein emotionaler Moment, der die Fußballerin im Nachgang fast überforderte, aber gegen eine Wiederholung solch einer Geschichte hätte sie bestimmt nichts einzuwenden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Frauenfußball-EM 2017

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