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Frauen-Fußball-EM Auf diese Fünf kommt es bei der EM an

Vor dem Auftaktspiel gegen Schweden wirft die FR einen Blick auf fünf wichtige Spielerinnen im Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Fußball-Frauen
Bundestrainerin Steffi Jones mit ihren Spielerinnen. Foto: dpa

Es ist die klassische Floskel für jede Kapitänin, die eine Frauen-Nationalmannschaft aufs Feld führt: „Das ganze Team muss Verantwortung übernehmen.“ Gesagt von Dzsenifer Marozsan, die ihre Führungsrolle lieber über ihre fußballerische Qualität statt irgendwelche Machtansprüche definiert. Und doch spielt die 25 Jahre alte Ausnahmefußballerin eine exponierte Rolle für die DFB-Auswahl, die am Montag (20.45 Uhr/ARD) das EM-Auftaktspiel gegen Schweden bestreitet. Wer sind die fünf Kräfte, auf denen die meisten Hoffnungen ruhen? Und welche Comic-Figur-Spitznamen hat ihnen Steffi Jones eigentlich verpasst?

Robin Hood: Dzsenifer Marozsan (25 Jahre / Olympique Lyon / 74 Länderspiele / 30 Tore)

Sie hat sich ihre wichtigsten Titel auf die Haut tätowiert: den Gewinn der U20-Weltmeisterschaft 2010 oder den Gewinn der Women’s Champions League 2015. Würde die Europameisterschaft 2017 hinzukommen? „Platz ist noch genug das. Das kommt spontan.“ Wie so vieles bei ihr auch auf dem Platz. Die mit so viel Talent gesegnete Instinktfußballerin – Vater János war ehemaliger ungarischer Nationalspieler – wird als Spielmacherin der Extraklasse für die Titelverteidigung bei dieser EM dringend benötigt. Bundestrainerin Steffi Jones hat ihr so viel Vertrauen und Verantwortung wie nie zuvor im Nationalteam gegeben, in dem Vorgängerin Silvia Neid oft keine richtige Verwendung für sie hatte. Bei der EM muss „Maro“ ihre Weltklasseform aus dem Verein beweisen. Sonst wird es nichts mit dem neunten EM-Titel.

Flash: Sara Däbritz (22 / FC Bayern / 42 / 8)

Kaum zu glauben: Sie gehört schon zu den reiferen Persönlichkeiten im Kader. Wird als alleinige Sechserin vor allem damit beschäftigt sein, dass bei der wilden Fahrt nach vorne der Laden auch hinten zusammenhält. Nicht nur spielintelligent, sondern auch eine, die sich auszudrücken weiß. Als der von der Bundestrainerin bestimmte Mannschaftsrat sich eine Repräsentantin der jungen Garde suchen sollte, stimmten alle für die Ambergerin, die schon Olympiasiegerin, Europameisterin, U20-Weltmeisterin und U17-Europameisterin geworden ist. Ihr stehen die Türen zu einer Weltkarriere offen. Schließt einen Wechsel ins Ausland irgendwann nicht aus. Der FC Bayern sollte hellhörig sein.

Supermaus: Hasret Kayikci (25 / SC Freiburg / 4 / 1)

Hat das Zeug zur EM-Entdeckung. Quirlige, dribbelstarke Offensivallrounderin, die Jones aus der Talentschmiede des SC Freiburg hervorgekramt hat. Sie braucht in ihrem 4-4-2-System Stürmerinnen, die überall auftauchen, nicht aufgeben und nach hinten arbeiten. Die gebürtige Heidelbergerin ist eine echte Straßenfußballerin. Hat ab dem Alter von sechs Jahren fast jeden Tag auf dem Bolzplatz verbracht. Im Gegensatz zu ihren Brüdern Burak und Kader. Die einzige türkischstämmige Spielerin im Aufgebot gibt nebenbei noch ein gutes Beispiel für gelungene Integration. „Ich will sie aber nicht als Instrument einsetzen“, sagt Steffi Jones. Richtig so.

Thor: Babett Peter (29 / Wolfsburg / 107 / 5)

Wer erinnert sich noch? Als endlich die Heim-WM 2011 startete und in einem vollen Berliner Olympiastadion das halbe Fußball-Land aufs erste Tor für Deutschland im Eröffnungsspiel gegen Kanada hoffte, schlug sie die Flanke, die Kerstin Garefrekes zum 1:0 nutzte. Damals war Babett Peter eine solide Linksverteidigerin, die ansonsten nicht groß auffiel. Mittlerweile ist sie Abwehrchefin, die gleich am Anfang der Jones-Amtszeit ein langes Einzelgespräch mit der neuen Bundestrainerin führte. Wollte wissen, ob sie wichtig ist. „Es waren gute Gespräche, sie setzt großes Vertrauen in mich.“ Das will die Nummer fünf zurückzahlen. Problem: Es gibt keine zweite Innenverteidigerin ihrer Klasse und Abgeklärtheit. Und mit der Erfahrung aus 2011.

Schlaubi Schlumpf: Almuth Schult (26 / Wolfsburg / 42 / 0)

Strotzt vor Selbstvertrauen, sagt ihre Meinung, eckt auch mal an – Eigenschaften, die einer Torhüterin nicht schaden. Dennoch wandelt die 1,80-Meter-Frau aus Dannenberg an der Elbe, die für die Titelsammlerinnen des VfL Wolfsburg bereits seit vier Jahren das Tor hütet, im DFB-Team oft auf einem schmalen Grat. Es gibt schon eine lange Liste an Pleiten, Pech und Pannen. Im einzigen Test gegen Brasilien (3:1) vertändelte sie vor dem Gegentor lässig einen Ball. „Das wird ihr nicht noch einmal passieren, das weiß sie am besten“, glaubt Jones. Zu hoffen ist es. Denn ohne starke Nummer eins bleibt Deutschland nicht Europas Nummer eins.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Frauenfußball-EM 2017

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