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Frauen-Bundesliga Zu viele Mauerblümchen

Die Frauen-Bundesliga hat national und international einen schleichenden Bedeutungsverlust erfahren, dem schwer beizukommen ist.

Zsanett Jakabfi und Sara Däbritz
Die Rivalen um den Titel in der Frauen-Bundesliga: Zsanett Jakabfi (VfL Wolfsburg) gegen Sara Däbritz (FC Bayern). Foto: imago

Beide Klubs machen damit auch die Champions-League-Qualifikation unter sich aus. Für einst dominierenden Vereine wie Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt ist der (wertlose) dritte Platz das Höchste der Gefühle. Oder das Erreichen des Endspiels im DFB-Pokal der Frauen, das diesmal am 1. Mai in Köln ausgetragen wird.

Gut ist auch nicht, dass die Liga wegen der U20-WM erst am kommenden Wochenende beginnt und aufgrund der WM 2019 in Frankreich bereits am 12. Mai endet. Um gegenzusteuern, ist nach Kellermanns Meinung Kontinuität wichtig und das Verbessern der Strukturen, aber auch der VfL Wolfsburg habe „international noch viel Arbeit vor sich, damit wir nicht rechts und links überholt werden“. Erneut das Champions-League-Finale zu erreichen wird ein schwieriges Unterfangen. Ab dem Viertelfinale, sagt Kellermann, könne bei der großen Konkurrenz mittlerweile alles passieren. In Italien hat Juventus Turin erstmals die Meisterschaft gewonnen, in Spanien will nach dem FC Barcelona auch Real Madrid mitreden, von den Anstrengungen der englischen Topklubs ganz zu schweigen, die auf die Überholspur drängen.

Hat der DFB wirklich die Alarmzeichen erkannt? Das Ende Juli verlorene U19-EM-Finale des deutschen Nachwuchses gegen Spanien habe „einen Klassenunterschied“ offenbart, findet Kellermann, „wahrscheinlich ist die Ausbildung dort ein bisschen besser“. Gefordert seien Vereine zusammen mit dem Verband. „Wir müssen dahin kommen, dass die Liga eine Profiliga wird. Das hört sich jetzt an, als ob das ganze viel Geld kostet, aber es geht darum, dass die Frauen sich auf Fußball konzentrieren können.“ International schreitet der Grad der Professionalisierung unaufhaltsam voran.

Die Uefa-Direktorin Frauenfußball, Nadine Kessler, berichtete, dass die europäischen Verbände ihre Investitionen von 50 auf 100 Millionen verdoppelt hätten, die Uefa engagiere 17 weitere Mitarbeiter für den Frauenfußball. Für sie gehört „Deutschland weiterhin zu den absoluten Topnationen“. Das gelte auch für die Liga. Für Direktorin Heike Ullrich ist deren Ausgeglichenheit „unser Pfund“.

Doch nur davon lassen sich Topspielerinnen nicht mehr überzeugen, wenn sie in attraktiven Städten wie London, Paris oder Barcelona ein Vielfaches verdienen können. Kellermann zeigt Akzeptanz dafür: „Wir müssen die Liga attraktiv halten, damit die ausländischen Nationalspielerinnen kommen und die deutschen Nationalspielerinnen in Deutschland bleiben.“ Sonst käme ein Teufelskreis in Gang. Immerhin hat der VfL Wolfsburg den Vertrag mit Pernille Harder bis 2020 verlängert, bevor die Dänin unlängst zu Europas Fußballerin des Jahres gewählt wurde.

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