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England Um keine Ausrede verlegen

Die Rassismus-Vorwürfe der ehemaligen Nationalspielerin Aluko Eniola gegen Nationaltrainer Mark Sampson beschäftigen Englands Frauen-Nationalmannschaft weiter.

Sampson
Bestreitet die Vorwürfe: Mark Sampson. Foto: rtr

Es war unvermeidlich, dass sich Mark Sampson nach dem Training in St. George’s Park auf der Pressekonferenz bohrenden Fragen gegenüber sah. Hat der englische Frauen-Nationaltrainer die ehemalige Nationalspielerin Eniola Aluko rassistisch beleidigt? Die aus Lagos stammende Stürmerin trat einen Skandal los, als die 30-Jährige in der angesehenen britischen Tageszeitung „Guardian“ vor drei Wochen detailliert darlegte, wie sie und andere dunkelhäutige Spielerinnen verunglimpft worden seien (die FR berichtete). Die zeitweise selbst als Anwältin arbeitende Fußballerin führte das Beispiel an, dass ihr der Trainer vor dem Freundschaftsspiel 2015 gegen Deutschland in Wembley gesagt habe, sie solle dafür sorgen, dass ihre Angehörigen aus Nigeria nicht das Ebola-Virus nach London brächten.

Zunächst hatte der gebürtige Waliser negiert, die Krankheit überhaupt erwähnt zu haben. Nun aber fiel Sampson ein, in einem anderen Zusammenhang sei sehr wohl mal das Thema Ebola besprochen worden. Allerdings in Kanada bei der WM-2015 vor dem Mexiko-Spiel. „Eni war als unsere Spielerin für eine Pressekonferenz nominiert. Als der Moderator uns vorgestellt hat, hat er sie ‚Eddie Aluko‘ genannt. Auf dem Rückweg im Auto haben wir darüber gelacht. Dann hat sie die Geschichte erzählt, dass sie schon mal ‚Ebola‘ statt ‚Eniola‘ genannt wurde.“ Die Leute hätten damals gelacht, erzähle er. Also alles nur ein lustiges Missverständnis?

Der „Guardian“ konstatiert, dass Sampson diese Widersprüche nicht gerade weiterhelfen. Der 34-Jährige bestritt erneut alle Vorwürfe: „Ich habe die Wahrheit gesagt. Ich habe alle Fragen an mich beantwortet. Es liegt jetzt nicht an mir, was als nächstes passiert, das ist eine Frage für die FA.“ Der englische Verband ist sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht, könnte die Causa doch die beabsichtige englische Bewerbung zur Ausrichtung der Frauen-EM 2021 gefährden. Noch aber ist Sampson im Amt; auch, weil sich weder Kapitänin Steph Houghton noch Torjägerin Jodie Taylor öffentlich positioniert haben. Aus Furcht?

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