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Europa League Frankfurter Jubel im Geisterspiel

Die Fans? Ausgeschlossen. Das Stadion? Leer. Die Stadt? Bitte frei von Frankfurt-Fans. Das geglückte Europa-Comeback ist für die Eintracht sehr viel wert. Da gratuliert sogar DFB-Präsident Grindel.

21.09.2018 06:40
Überraschender Sieger
Die Spieler von Eintracht Frankfurt feiern im leeren Stade Vélodrome ihren Sieg über Olympique Marseille. Foto: Claude Paris/AP

Die Delegation um Fredi Bobic und seine Vorstandskollegen kannte nach dem späten wie sensationellen 2:1-Sieg der Hessen kein Halten mehr.

„Natürlich sind wir aufgesprungen. Wir waren die Schreihälse. Wir haben glaube ich mit einer 20er-Delegation die 300 Anwesenden dominiert“, scherzte Eintracht Frankfurts Vorstand Axel Hellmann nach dem Erfolg über Vorjahresfinalist Olympique Marseille. In der Geisterkulisse im Stade Vélodrome war nicht nur jede Anweisung und jeder Zweikampf zu hören, sondern auch der laute Jubel der Eintracht-Bosse.

Sogar Grindel schickt Glückwünsche

Dass ein Überraschungsteilnehmer aus der Bundesliga einen französischen Spitzenclub zum Start in die Europa League bezwingt, begeisterte sogar die ganz hohen deutschen Fußball-Funktionäre. „Die Wichtigkeit drückt sich auch dadurch aus, dass der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes der erste Gratulant bei mir war. Da sieht man, wie hoch so ein Thema hängt“, berichtete Hellmann über die Glückwünsche von Reinhard Grindel.

Dabei hatten den Pokalsieger vor dem Gastspiel im malerischen Marseille Zweifel und Probleme geplagt. Geisterspiel, Aussperrung der Fans aus der Stadt und sportliche Sorgen nach dem Stotterstart in der Bundesliga. Mit einer Überraschung rechnete eigentlich niemand. „Heute war es einfach sensationell“, befand Torhüter Kevin Trapp, der Marseille aus seiner Paris-Zeit kennt. „Man muss echt sagen: Chapeau. Das tut wirklich gut.“

Die Treffer von Mittelfeldspieler Lucas Torro (52. Minute) und Joker Luka Jovic (89.) sorgten für ein kaum für möglich gehaltenes Comeback bei Frankreichs Topteam Marseille, das immerhin Stars wie Dimitri Payet, Florian Thauvin oder Kevin Strootman aufbietet. „Wir haben uns in einem schweren Auswärtsspiel belohnt - nicht nur für die heutige Arbeit“, sagte Trainer Adi Hütter. Nach vier Niederlagen in den ersten fünf Pflichtspielen fällt auch von dem Österreicher, der das schwere Erbe von Niko Kovac angetreten hat, eine Last.

„Wenn man die Entwicklung sieht, sehe ich, dass wir auf einem guten Weg sind. Ich sehe eine Mannschaft, die leidenschaftlich miteinander fightet“, befand Hütter. Den frühen Gegentreffer von Lucas Ocampos (3.) steckte die SGE diesmal weg und biss sich in das Spiel, obwohl spielerisch wieder einmal recht wenig gelingen wollte. Der Siegtreffer von Jovic fiel dann sogar in Unterzahl, weil Jetro Willems wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah. „Deshalb freut es mich besonders“, bekundete Hütter. (dpa)

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