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Duell der Dosen Rangnick sieht Redebedarf

Vorgeführt, verloren und zu viele Totalausfälle. RB Leipzig wurde im Prestige-Duell gegen Salzburg von den eigenen Fans ausgepfiffen.

21.09.2018 10:40
Schwach
Der Leipziger Marcel Halstenberg kann die späte Niederlage nicht fassen. Foto: Hendrik Schmidt

Bei RB Leipzig herrscht Redebedarf. Dringend und auf allen Ebenen. Denn nach dem 2:3 (0:2) im brisanten Red-Bull-Duell gegen RB Salzburg zum Europa-League-Auftakt bleiben nur 69 Stunden, um Grundlegendes zu verändern.

Am Sonntag (18.00 Uhr) kommt es zum nächsten wichtigen Spiel um Bundesliga-Punkte bei Pokalsieger Eintracht Frankfurt, der nach dem überraschenden 2:1 bei Olympique Marseille besonders selbstbewusst auftreten dürfte. Zwei wichtige Punkte muss Cheftrainer Ralf Rangnick bei den Gesprächen mit der Mannschaft klären: Mentalität und Rotation.

Nicht jeder gab hundert Prozent

„Wir haben nun einiges aufzuarbeiten“, sagte Kapitän Kevin Kampl, der ohne Spielmacher Emil Forsberg wenig Akzente setzen konnte. Der für den Schweden ins Team gerückte Bruma gehörte wie auch Stürmer Jean-Kevin Augustin zu den von Rangnick bezeichneten Totalausfällen. Eine derart konzeptlose und desaströs auftretende Leipziger Mannschaft gab es in der Red Bull-Arena zuvor noch nie. Hatte Rangnick, der ohnehin schon auf Timo Werner, Marcelo Saracchi und Lukas Klostermann verzichten musste, mit sieben Veränderungen zu viel rotiert?

„Nein, das hatte zuletzt ja auch funktioniert. Es standen aber Spieler auf dem Platz, die nicht hundert Prozent gegeben hatte“, kritisierte der zur Halbzeit eingewechselte Yussuf Poulsen einige seiner Kollegen deutlich. Bezeichnend für den Gruselabend aus fußballerischer Sicht: „Geh auf den Platz und zeige denen, was Mentalität ist“, gab Forsberg Kollege Poulsen bei dessen Einwechslung in der 46. Minute mit auf den Weg.

Auch Marcel Sabitzer - fast immer kämpferisch ein Vorbild - knöpfte sich noch auf dem Platz Verteidiger Dayot Upamecano vor. Dieser leistete sich wie Kollege Ibrahima Konaté einige Patzer im Abwehrverbund. „Zuhause dürfen wir einfach nicht drei Gegentore bekommen“, meinte Sabitzer, der wie sein österreichischer Nationalmannschaftskollege Stefan Ilsanker ebenfalls zu den spielerischen Enttäuschungen gehörte. Rangnick nahm sie aber teilweise in Schutz, weil zumindest der Wille da war: „Bei den Spielern mit Salzburger Vergangenheit hat man gemerkt, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten.“ Insgesamt attestierte er seinem Team aber eine „unterirdische Leistung“.

Nun geht's zum Pokalsieger nach Frankfurt. Rangnick will trotz der desaströsen Leistung an seinem Rotationsprinzip festhalten. „Ich bleibe dabei, dass wir diesen Kader gleichmäßig zum Einsatz bringen“, betonte der 60-Jährige und hofft auf die Rückkehrer um Nationalstürmer Werner: „Wenn der ein oder andere wieder an Bord ist, sind wir schon in der Lage, gegen Frankfurt ein anderes Spiel zu machen.“

Zumindest ein gebürtiger Leipziger hatte am Donnerstagabend Grund zur Freude. Salzburgs Coach Marco Rose hatte nach dem 2:1-Auswärtssieg im März bei Borussia Dortmund schon wieder einen Hochkaräter aus der Bundesliga überrascht. Nach dem zweiten Streich gegen ein deutsches Team in diesem Jahr fühlte er sich geschmeichelt: „Ich bin happy mit der Leistung meiner Jungs und mit dem Ergebnis. Eine sehr coole Geschichte, ein spezieller Sieg für uns. Wie die Mannschaft nach dem 2:2 weitergemacht hat und für den Sieg gearbeitet hat, spricht für sich.“ (dpa)

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