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Deutsche Mannschaften Bundesliga-Trio mit Sorgen

Nach langer Wartezeit will die rechte Europacup-Begeisterung nicht aufkommen: Köln ist Bundesliga-Letzter, Hertha fehlen die Zuschauer, Hoffenheim sorgt sich um Trainer Nagelsmann.

13.09.2017 12:12
Hertha BSC - Werder Bremen
Pal Dardai beklagt mangelndes Zuschauerinteresse in Berlin. Foto: dpa

Beim 1. FC Köln drückt der Bundesliga-Fehlstart auf die Stimmung, bei Hertha BSC bleiben die Ränge leer, und bei 1899 Hoffenheim irritiert Trainer Julian Nagelsmann mit seinen Bayern-Träumereien: Mit Sorgen geht das deutsche Trio in die Europa-League-Saison, auf die es so lange warten musste.

Ein Vierteljahrhundert haben die Kölner die internationale Bühne nur aus der Ferne gesehen, doch ausgerechnet vor dem Comeback am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Sport1) beim FC Arsenal raubt der Null-Punkte-Auftakt in der Bundesliga die Vorfreude. „Wenn ich die Saison jetzt bewerten würde, würde ich sagen: ‚Die Saison ist scheiße‘", räumte auch FC-Sportchef Jörg Schmadtke ein: „Die Ergebnisse sind nicht stimmig für uns.“

In Berlin nur 15.000 Tickets verkauft

Nur sieben Jahren mussten die Berliner auf europäischen Fußball verzichten, die Rückkehr will aber kaum jemand sehen. Gerade einmal 15 000 Karten waren zwei Tage vor dem Spiel am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky) gegen Athletic Bilbao im 75 000 Zuschauer fassenden Olympiastadion verkauft. „Das ist die bittere Wahrheit, das muss man akzeptieren, so sind die Berliner“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai der Bild.

Die allererste Europacup-Saison der Vereinsgeschichte erlebt Hoffenheim – und redet kaum darüber. Denn Nagelsmanns Aussagen über eine mögliche Zukunft beim Rekordmeister Bayern München haben die Partie am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky) gegen Sporting Braga in den Hintergrund gerückt. Auch wenn der „Trainer des Jahres“ selbst von einem „Feiertag“ sprach.

Hoffenheim sportlich gerüstet

Mit seinem Eurosport-Interview hatte der 1899-Coach für Aufruhr gesorgt. „Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle“, sagte der 30-Jährige, der schon lange als Nachfolger von Carlo Ancelotti gehandelt wird. „Ich habe viele Jahre in München gelebt, komme aus Landsberg am Lech, also nicht so weit von München weg. Und meine Frau und mein Kind ziehen demnächst nach München. Wir bauen da ein Haus. Also haben wir auch eine familiäre Verbindung dahin. Das ist unsere Heimat.“

Sportlich ist Hoffenheim drei Wochen nach dem krachenden Aus in der Champions-League-Quali gegen den FC Liverpool für seine erste Europacupsaison gerüstet. Das zeigte der 2:0-Erfolg am Samstag gegen die Bayern.

Ganz anders sieht es in Köln aus. Der FC kehrt nach drei Niederlagen mit 1:7 Toren als Bundesliga-Letzter in den internationalen Wettbewerb zurück, begegnet der Situation aber mit Trotz. „Wir wollen uns in drei Wochen nicht kaputt machen lassen, wovon wir 25 Jahre lang geträumt haben“, sagte Torhüter Timo Horn.

Der 24-Jährige war noch nicht geboren, als Köln 1992 letztmals im UEFA-Cup (bei Celtic Glasgow) antrat. Jetzt mahnt er zur Sachlichkeit: „Wir haben erst drei Spiele hinter uns, und natürlich können wir die Trendwende schaffen.“ Am liebsten soll das schon beim scheinbar übermächtigen FC Arsenal um Weltmeister Mesut Özil gelingen. „Wir machen da kein Sightseeing“, sagte Schmadtke zuletzt im Sport1-Doppelpass: „Wir fahren da hin, um zu gewinnen.“

In Berlin begegnen Dardai und Co. dem Desinteresse der Fans mit kämpferischen Tönen. „Hier können wir das nur ändern, indem wir die K.o.-Phase erreichen, da geht es dann um alles oder nichts“, sagte der Trainer. Und Stürmer Mathew Leckie ergänzte: „Wir wollen Spuren hinterlassen und hart kämpfen, um es in die nächste Runde zu schaffen.“ (sid)

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