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Borussia Mönchengladbach Gladbach unter Schock

Borussia Mönchengladbach hat den ersten Einzug in ein Europacup-Viertelfinale seit 21 Jahren leichtfertig verspielt - und hadert mit Platz und Schiedsrichter.

17.03.2017 11:04
Am Boden: Mönchengladbachs Josip Drmic.
Am Boden: Mönchengladbachs Josip Drmic. Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

Max Eberl stieß wüste Beschimpfungen Richtung UEFA und Schiedsrichter Mark Clattenburg aus, die Spieler standen völlig konsterniert auf dem Rasen und diskutierten über das schmerzhafte Europacup-Aus: Der erste Rückschlag unter dem neuen Trainer Dieter Hecking hat Borussia Mönchengladbach in einen Schockzustand versetzt - und ausgerechnet jetzt kommen die Bayern.

"Das ist verdammt bitter so auszuscheiden, einfach unfassbar", sagte Patrick Herrmann nach dem 2:2 (2:0) im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Bundesliga-Rivale Schalke 04. Besonders die Gegentore nach der scheinbar komfortablen Pausenführung ließen die Gladbacher nach einem packenden Europacupabend hadern.

Der Anschlusstreffer von Leon Goretzka (54.) war durch einen Platzfehler begünstigt, der verwandelte Handelfmeter zum Ausgleich durch Nabil Bentaleb (68.) empfanden die Gladbacher als Witz. "Ich muss mich sehr zurückhalten, was ich jetzt sage", erklärte Jonas Hofmann.

Weniger zurückhaltend war Eberl, als er vom Engländer Clattenburg kurz vor Ende der regulären Spielzeit von seinem Platz auf der Bank verwiesen wurde. Der Sportdirektor stürmte laut fluchend Richtung Kabine und ließ seinem Frust freien Lauf.

Das Verpassen des ersten Einzugs in ein Europacup-Viertelfinale seit 21 Jahren hatten sich die Gladbacher trotz der äußerst unglücklichen Gegentore aber selbst zuzuschreiben. Mit dem scheinbar sicheren Vorsprung im Rücken igelten sie sich mit Anpfiff der zweiten Halbzeit am eigenen Strafraum ein und ließen die Schalker gewähren. "Wir haben in dieser Phase die Ordnung verloren", bemängelte Hecking.

Hinzu kam, dass der Coach unfreiwillig die verletzten Fabian Johnson (Oberschenkel) und Christoph Kramer (Knie) vom Feld nehmen musste. Kapitän Lars Stindl (muskuläre Probleme im Hüftbereich) und Thorgan Hazard (Probleme mit dem Waden- und Schienbeinkopf) fehlten ohnehin und sind auch für das Spiel am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) gegen Bayern München ebenso wie Johnson und Kramer fraglich.

Das Kräftemessen mit dem souveränen Spitzenreiter kommt für die Fohlen zur Unzeit. Die Aufholjagd in der Liga wurde zuletzt schon beim Hamburger SV (1:2) gebremst, eine Niederlage gegen die Münchner, die sich unter der Woche gezielt auf die Partie im Borussia-Park vorbereiten konnten, würde einen weiteren Rückschlag im Kampf um einen Platz im internationalen Wettbewerb bedeuten. "Es gibt einfachere Sachen, als gegen Bayern zu spielen", sagte Herrmann.

Für Eberl ist es ein besonderes Spiel. Zuletzt wurde der 43-Jährige mit den Bayern in Verbindung gebracht, er selber schweigt zu dem Thema. Ein von Medien kolportiertes Ultimatum für Eberl seitens seines Arbeitgebers gibt es laut Aussage von Vizepräsident Rainer Bonhof zwar nicht, doch Eberl muss zeitnah eine Entscheidung treffen: Erfüllt er seinen bis 2020 laufenden Vertrag bei der Borussia oder will er doch zum Branchenprimus an die Isar wechseln? (sid)

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