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Triple-Ambitionen Bayern München sieht sich gut gerüstet

Der Bundesliga-Spitzenreiter blickt nach dem Pokalsieg gegen Borussia Dortmund positiv ins neue Jahr.

Bayern München - Borussia Dortmund
Der Münchner Thomas Müller (rechts, hier gegen Shinji Kagawa) spricht von „Topvoraussetzungen“ für das Jahr 2018. Foto: dpa

Thomas Müller hatte es erkennbar eilig mit dem Beginn der Ferien. Zügigen Schrittes verließ er den Kabinengang der Münchner Arena. In der Interviewzone dahinter machte der Nationalspieler des FC Bayern zwar Halt, doch mehr als ein paar kurze Einschätzungen zum Spiel, ein Hinrundenfazit und einen Ausblick auf die Rückrunde in 2018 wollte er nicht mehr hinterlassen. „Drei Kracher krieg ich nicht mehr raus“, sagte der 28-Jährige. 

Wenn Müller, sonst um keinen Spruch verlegen, sich nicht mehr für eine launige Anmerkung im Stande sieht, obwohl er gerade sein erstes Pokaltor dieser Saison zum 2:1(2:0)-Achtelfinalsieg gegen Borussia Dortmund beigesteuert hat, dann müssen er und der FC Bayern wirklich urlaubsreif sein. „Ein gelungener Abschluss. Wir blicken positiv ins neue Jahr“, befand Müller kurz und sprach von „Topvoraussetzungen“. Vorerst gelten seine Gedanken allerdings nur der privaten Weihnachts-Agenda. „Jetzt erholen wir uns“, hielt Müller im Tonfall einer amtlichen Mitteilung fest. 

Münchner Machtdemonstration

Ähnlich klang das bei vielen seiner Kollegen, die am Mittwochabend in einer furiosen ersten Halbzeit regelrecht über den BVB hinweggefegt waren und dabei nur versäumt hatten, mehr als die Tore von Jérôme Boateng (12.) und Müller (40.) zu erwirtschaften. Durch dieses „große Manko“, wie Trainer Jupp Heynckes kritisierte, kam spät doch noch Spannung auf im Prestigevergleich zwischen dem Rekordpokalsieger Bayern und dem Titelverteidiger Dortmund.

Nachdem Andrej Yarmolenko auf 2:1 verkürzt hatte, wäre dem eingewechselten Alexander Isak, 18, in der Nachspielzeit beinahe noch der Ausgleich geglückt. „Dann machst du eher den Schritt zurück und verschiebst ein bisschen“, erklärte Müller, wieso im letzten Spiel des Jahres ein zunächst hochüberlegener Vortrag in eine zittrige Schlussphase gemündet war. „Das macht eine 2:0-Führung ein bisschen mit einem.“

Abgesehen von dieser finalen Labilität war der Auftritt der Münchner aber zu einer nationalen Machtdemonstration geraten, bei der die Dortmunder Glück und Torwart Roman Bürki hatten, der bei den vielen Chancen ein Debakel schon zur Pause verhinderte. „Ein sehr leichtes Spiel für Bayern“ sei das zunächst gewesen, monierte Sportdirektor Michael Zorc. Als Ziel für die Mannschaft des neuen Trainers Peter Stöger gab er betont zurückhaltend aus: „Wir wollen uns weiter stabilisieren.“ Schließlich habe man unter dessen Vorgänger Peter Bosz „eine richtige Delle gehabt“, erinnerte Zorc. Sein Ausblick auf 2018 klang insgesamt wenig euphorisch: „Wir haben sehr, sehr viel Arbeit vor uns.“

Das gilt durchaus auch für die Bayern, die allerdings über den Vorteil verfügen, sich ihren nationalen Zielen schon nahe fühlen zu dürfen und ihre Kräfte für Europa bündeln zu können. In der Bundesliga stehen sie mit elf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Schalke 04 sehr souverän ganz oben. Im Pokal haben sie nach RB Leipzig nun auch den langjährigen Hauptkonkurrenten Dortmund auf dem Weg ins Viertelfinale hinter sich gelassen. Die Bühne zum Double scheint ziemlich frei. 

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