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RB Leipzig Spektakel am Sportforum

RB Leipzig produziert beim 3:2-Erfolg gegen den FC Porto gute Unterhaltung und landet seinen ersten Champions-League-Sieg.

RB Leipzig
RB-Coach Ralph Hasenhüttl freut sich über drei Punkte. Foto: afp

Es mag ja sein, dass aus dem Spielertunnel beim Einlaufen der beiden Mannschaften in den Innenraum geblasener Nebel den besonderen Anlass eines Fußballspiels verstärkt. Nur hätte es am Dienstagabend in der Leipziger Arena die rauchende Ouvertüre gar nicht gebraucht, um dem Champions-League-Heimspiel von RB Leipzig gegen den FC Porto eine besondere Note zu verleihen. Spielte sich am Sportforum zumindest in der ersten Halbzeit ein echtes Spektakel ab, das mit einem 3:2 (3:2)-Erfolg des sächsischen Emporkömmlings endete. Nach Toren von Willi Orban (8.), Emil Forsberg (38.) und Jean-Kévin Augustin (40.) bei Gegentreffern von Vincent Aboubakar (18.) und Iván Marcano (44.) war der erste Sieg des Brauseklubs in der Königsklasse unter Dach und Fach.

Bereits in zwei Wochen steigt die Neuauflage: Am 1. November erwartet der 31-fache portugiesische Meister im Estadio do Dragao den deutschen Vizemeister. Für das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl stehen zwischendrin die prestigeträchtigen Paarungen im Pokal und in der Liga gegen den FC Bayern an. Die Belastungssteuerung wird in diesen Herbstwochen daher zum entscheidenden Faktor.

Leipzig zunächst ohne Timo Werner

In der bis auf den Gästebereich mit 41 496 Besuchern ausverkauften Arena hinter der Festwiese begann RB Leipzig ohne den Nationalspieler Timo Werner, der nach seinen Blockaden in Halswirbelsäule und Kiefergelenk zwar wieder einsatzfähig ist, aber zunächst auf der Bank saß. Auch ohne ihren Topstürmer brannten die Hausherren anfangs ein wahres Feuerwerk ab. Dabei half, dass beim FC Porto die spanische Torwart-Legende Iker Casillas wegen leichter muskulärer Beschwerden passen musste. Der nicht sicher wirkende Ersatzkeeper José Sá ließ früh einen Bruma-Schuss prallen: Kapitän Orban bugsierte im Anschluss die Kugel zum 1:0 über die Linie.

Gerade Bruma jubelte besonders lauthals: Der 22-Jährige ist zwar in Guinea-Bissau an der afrikanischen Westküste geboren, aber portugiesischer Staatsbürger und würde nichts lieber tun, als bei der WM 2018 an der Seite von Cristiano Ronaldo zu stürmen. Diese Partie gegen seine Landsleute war für den anarchisch veranlagten Irrwisch eine ganz besondere. Doch seine Freude währte nur kurz: Ein weiter Einwurf und zwei gewonnene Kopfballduelle genügten den Gästen, um durch Kameruns Nationalspieler Aboubakar auszugleichen. Mit Orban, Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann sahen gleich drei Mitglieder der RB-Viererkette dabei alles andere als gut aus.

RB Leipzig in der Champions-League angekommen

Immerhin machten es die Kollegen in vorderen Reihen viel besser. Nach einer Reihe weiterer Chancen der schwungvoll kombinierenden und temporeichen agierenden Bullen war es dann der Schwede Forsberg, der nach schlauem Zuspiel von Marcel Sabitzer überlegt vollendete. Damit nicht genug: Der aufgedrehte Augustin profitierte von einem Marcano-Aussetzer und erhöhte kurz darauf auf 3:1. Doch wieder leisteten sich die Hausherren eine Auszeit: Im Anschluss an eine Ecke machte Marcano seinen Fehler postwendend wett und verkürzte auf 3:2. Für Porto ein passabler Spielstand, hatte Leipzig doch 14:3 Torschüsse in Halbzeit eins zu bieten.

Damit war für den zweiten Durchgang wieder alles offen, weil sich im Überschwang bei Hasenhüttls Ensemble noch zu viele Fehler einschleichen. Der Gastgeber konnte nach Wiederanpfiff sein hohes Tempo nicht halten und war sichtlich um mehr Kontrolle bemüht. Dennoch hatte Bruma die Vorentscheidung dicht vor Augen, doch klärte Allesmacher Marcano seinen Versuch kurz vor der Linie (62.). Die Zahl sehenswerter Torraumszenen sollte in dieser Phase sinken – nicht aber der Spannungsgehalt, was auch die Kulisse spürte. Besonderer Jubel brandete auf, als nach 75 Minuten endlich Werner zum Comeback aufs Feld sprintete. Letztlich musste der 21-Jährige außer einer Schusschance (83.) gar nicht viel Bemerkenswertes zeigen: Das Wichtigste auch für ihn, dass RB Leipzig am dritten Spieltag endgültig in der Champions League angekommen ist und immer noch alle Chancen aufs Weiterkommen besitzt.

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