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FC Bayern München Es rumpelt und rumort

Nach dem lange Zeit schleppenden 3:0 gegen Anderlecht kommt beim FC Bayern keine Ruhe rein. Das Binnenklima wirkt gereizter denn je.

Bayern München - RSC Anderlecht
Bedient: Franck Ribéry (l.) winkt nach seiner Auswechslung ab, als Thomas Müller für ihn aufs Feld kommt. Foto: dpa

Es gab nach all den irritierenden und disharmonischen Eindrücken beim FC Bayern tatsächlich auch jemanden, der ziemlich vergnügt Bilanz zog. Der weitgehend schleppende 3:0 (1:0) Auftaktsieg in der Champions League gegen den RSC Anderlecht, der nach der roten Karte gegen Sven Kums (11.) fast das gesamte Spiel in Unterzahl agieren musste? Franck Ribérys wütender Trikotwurf nach seiner Auswechslung, nach der er vom üblichen Handschlag mit Trainer Carlo Ancelotti absah? Die scharfe Kritik Arjen Robbens an der uninspirierten und lethargischen Spielweise? All das spielte für Niklas Süle keine nennenswerte Rolle. „Soweit ich das beurteilen kann, ist die Stimmung in der Mannschaft wirklich überragend“, sagte der 22 Jahre alte Innenverteidiger. Und auch sportlich sei der Auftaktsieg gegen den belgischen Meister zufriedenstellend ausgefallen.

Vielleicht muss man Süle die äußerst entspannte Sicht der Dinge nachsehen. Aus Hoffenheim ist er im Sommer zum deutschen Branchenführer übergelaufen. Er hatte am Dienstagabend sein erstes Spiel auf Europas wichtigster Bühne des Vereinsfußballs bestreiten dürfen, sogar von Anfang an. Für ihn persönlich war es gewiss ein gelungener Abend, und hätte er nun noch im Trikot der TSG Hoffenheim nach einem 3:0 gegen Anderlecht gesteckt, wäre wohl auch sportlich wenig auszusetzen gewesen. Doch das Gespür für die Ansprüche des FC Bayern und für das Reizklima, das gerade herrscht und sich schnell zu einer unheilvollen Gemengelage auswachsen kann, dieses Gespür ging dem jungen Süle nun in Teilen durchaus verständlich ab.

Robben „will genießen, will Spaß haben“

Andere kennen das Münchner Innenleben schon seit vielen Jahren, und sie erkennen, wenn es bedrohlich rumort und rumpelt im Gefüge. Wie Robben, 33, seit 2009 beim FC Bayern, Gewinner der Champions League 2013 und noch immer äußerst ehrgeizig im Herbst seiner Karriere, die er mit einem weiteren großen Titel versehen möchte. Er habe ja nicht mehr viel Zeit, sagte der Niederländer am Ende seiner ziemlich wütenden Ruckrede, „ich will genießen, ich will Spaß haben auf dem Platz – so geht das nicht.“ Trotz der frühen Führung durch Robert Lewandowskis Foulelfmeter (12.) habe die Mannschaft „ohne Tempo, ohne Rhythmus“ gespielt, erst spät sicherten Thiago Alcántara (65.) und Joshua Kimmich (90.) mit den weiteren Toren jenen Pflichtsieg ab, der nach der jüngsten 0:2-Liganiederlage in Süles alter Heimat über weite Strecken nicht überzeugend ausgefallen war und eher die Kritiker bestärkte, die eine klare Leitidee und Entwicklung unter Ancelotti vermissen.

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