Lade Inhalte...

Champions League Im Klammergriff der Superreichen

Die Topvereine der Champions League haben sich mit dem neuen Verteilungsschlüssel fast immun gegen jeden Eindringling gemacht.

Liverpool - Madrid
Immer derselbe stemmt seit 2016 den Henkelpott: Sergio Ramos, Raubein von Real Madrid. Foto: afp

Mit Knalleffekten kennt die Europäische Fußball-Union (Uefa) sich aus. Gerade erst wieder zu beobachten beim Vorprogramm im diesjährigen Champions-League-Finale in Kiew. Weit vor Anpfiff mussten bereits die eigentlichen Protagonisten von Real Madrid und FC Liverpool den Rasen räumen, über den sodann eine Plane gezogen und eine Bühne aufgebaut wurde. Für den pompösen Showact mit der Sängerin Dua Lipa und ein ohrenbetäubendes Feuerwerk, bei dem die Funken nur so sprühten, als könne in der ukrainischen Hauptstadt an diesem 26. Mai gar nicht genug Pyrotechnik abgebrannt werden.

Für ihre Königsklasse dreht die Uefa eben gerne am großen Rad. Und neuerdings auch an der Uhr. Wenn ab Dienstag in der Gruppenphase wieder der Ball rollt, werden künftig jeweils zwei Partien bereits um 18.55 Uhr beginnen, der Rest um 21 statt 20.45 Uhr. Mehr Anstoßzeiten bringen schließlich mehr Geld. Nebenbei verschwindet das Premiumprodukt in Deutschland komplett im Bezahlfernsehen. Das Streaming-Portal Dazn steigt zum wichtigsten Anbieter der Livespiele auf. Das Free-TV hat im Preispoker ausgespielt, obwohl das reichweitenstarke ZDF den Vertrag gerne verlängert hätte.

Fernsehzuschauer gehören genau wie die Teilnehmer eher elitären Zirkeln an. Spanien, England, Italien und Deutschland speisen mit je vier Fixstartern die Hälfte der 32 Teilnehmer ein. Das erspart den großen Ligen die Playoffspiele, in denen im Vorjahr noch die TSG Hoffenheim an Liverpool hängen blieb. Zwar sind immer noch 15 Nationen dabei, aber wer die Landkarte betrachtet, entdeckt riesige weiße Flecken etwa in Skandinavien. Neben Nord- ist auch Osteuropa in weiten Teilen Brachland geworden.

Die letzten Fahnen halten der tschechische Außenseiter Viktoria Pilsen, der serbische Vertreter Roter Stern Belgrad und das ukrainischen Team Schachtjor Donezk hoch. Immerhin: Der russische Fußball hat sein weltmeisterliches Hochgefühl mit der Präsenz von Lokomotive und ZSKA Moskau erhalten können. Gleichwohl würde es überraschen, würde aus diesem Quintett auch nur einer das Achtelfinale erreichen.

Zwei Milliarden für 32 Klubs

Der Eindruck verstärkt sich, dass selbst früher mal stilprägende Klubs wie Ajax Amsterdam oder PSV Eindhoven nur noch als Beiwerk geduldet sind, das mit der K.o.-Phase ungefähr so überfordert wirkt wie im jüngsten Endspiel der Liverpooler Keeper Loris Karius. Teammanager Jürgen Klopp hat schnell 62,5 Millionen Euro ausgegeben, um den brasilianischen Nationaltorhüter Alisson an die Anfield Road zu lotsen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen