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Champions League Gegen die schlechte Tradition

RB Salzburg kämpft in den Playoffs um den erstmaligen Einzug in die Champions League. Es ist der elfte Anlauf für den österreichischen Meister.

RB Salzburg
Hofft auf die Königsklasse: Salzburg-Trainer Marco Rose. Foto: rtr

Alles begann mit einem unerwarteten Erfolgserlebnis. Im August 2006 besiegte RB Salzburg im Hinspiel der Champions-League-Playoffs den haushohen Favoriten FC Valencia mit 1:0. Als Trainergespann fungierten Giovanni Trapattoni mit seinem Assistenten Lothar Matthäus. Und Salzburg träumte gleich im ersten Anlauf vom Einzug in die Königsklasse. Doch die großen Hoffnungen erfüllten sich nicht. Salzburg verlor das Rückspiel in Spanien chancenlos mit 0:3. Die Champions League blieb der Mozartstadt verwehrt – vorerst zumindest, so die damalige Überzeugung der Verantwortlichen. Die anschließende Odyssee konnte ja niemand ahnen.

Denn in den Folgejahren engagierte Salzburg viele namhafte Trainer, Meisterschaft reihte sich an Meisterschaft, doch die Qualifikation zur Champions League sollte bis heute nicht gelingen. Es ist mittlerweile ein Running Gag im internationalen Fußball, der dieses Jahr in die elfte Runde geht. Dabei schied Salzburg nicht nur gegen europäische Schwergewichte aus, auch der F91 Düdelingen aus Luxemburg erwies sich mal als eine Nummer zu groß. Spötter sprachen dem Verein, der 2005 von der Red Bull GmbH übernommen wurde, gar eine gewisse Tradition im Scheitern zu. In Salzburg können sie darüber nicht lachen.

In diesem Jahr stellt der serbische Rekordmeister Roter Stern Belgrad die letzte Hürde in den Playoffs dar. Das Hinspiel in Serbien endete in einem torlosen Remis. Eine ordentliche, aber nicht ungefährliche Ausgangslage im Rückspiel (Mittwoch, 21 Uhr) für den österreichischen Meister. „Jeder weiß, worum es geht“, brachte es RB-Trainer Marco Rose auf den Punkt.

Der Leipziger ist seit Sommer 2017 in Salzburg verantwortlich und führte sich zu Beginn nahtlos in die Bilanz seiner Vorgänger ein. Ein 1:1 zu Hause und ein 0:0 in Kroatien bei HNK Rijeka reichten im entschiedenen Playoffspiel nicht für die Champions League. In der Saisonanalyse fiel das jedoch kaum noch ins Gewicht.

Statt in der Königsklasse sorgte Rose mit seiner Mannschaft in der Europa League für Furore, schaltete in den K.o.-Spielen unter anderem Borussia Dortmund und Lazio Rom aus und scheiterte erst im Halbfinale nach Verlängerung an Olympique Marseille.

Erfolge, die Balsam für die jahrelang geschundene Salzburger Fußballseele waren – und nebenbei auch ein neues Selbstbewusstsein erzeugten. „Wir wissen, was wir können und welche Qualität wir haben“, sagte Kapitän Andreas Ulmer vor dem Rückspiel gegen Belgrad. Sein Trainer erinnert hingegen an die erfolgreichen Heimspiele in der Europa League aus der Vorsaison, bei denen seine Mannschaft ohne Niederlage blieb und unter anderem Dortmund und Marseille schlug. „Wir sollten den Druck möglichst klein halten, denn wir haben schon viel erreicht. Jetzt gilt es, die Chance zu sehen, etwas Besonderes zu schaffen“, sagte Rose, früherer Bundesligaspieler bei Hannover 96 und Mainz 05.

Rose verzichtet auf Bundesliga

Mit den Erfolgen in Salzburg geriet der 41-Jährige auch in den Fokus des deutschen Trainermarkts. In Dortmund, Frankfurt und wenig überraschend in Leipzig soll er als Übungsleiter im Gespräch gewesen sein. Doch Rose entschied sich weiter für den Weg in Salzburg, verlängerte im Mai seinen Vertrag vorzeitig bis 2020. Mit der erstmaligen Teilnahme an der Champions League würde er dieser Zusammenarbeit ein erfolgreiches Kapitel hinzufügen.

Es wäre auch ein symbolischer Erfolg für Salzburg. Seit 2015 ist das Unternehmen Red Bull formal nur noch als Hauptsponsor aktiv. Das Projekt RB Leipzig genießt im Konzern mittlerweile Priorität, für Salzburg werden hingegen die Zuschüsse gedrückt. Die Satzungsänderung in Salzburg war unter anderem auch deshalb getroffen worden, um die Leipziger Teilnahme in den europäischen Wettbewerben nicht zu gefährden. Nach dem Regelbuch der Uefa dürfen keine zwei Vereine zeitgleich international vertreten sein, die durch Besitzanteile miteinander verwoben sind. In diesem Jahr spielt Leipzig indes nur in der Europa League.

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