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Borussia Dortmund BVB vor erster Bewährungsprobe

Der BVB kehrt nach vier Jahren zurück in das Wembley-Stadion. Im Champions-League-Duell mit Tottenham will es der Bundesliga-Tabellenführer besser machen als bei der Finalniederlage gegen die Bayern.

12.09.2017 12:46
Gefordert
Trainer Peter Bosz steht mit dem BVB unter Druck. Foto: Patrick Seeger

Erst Tottenham, dann Real Madrid - in der extrem anspruchsvollen Vorrundengruppe der Champions League wird für Borussia Dortmund fast jede Begegnung zum Endspiel.

Gleich zum Start in den Wettbewerb gegen die Spurs am Mittwoch (20.45 Uhr) vor rund 90 000 Zuschauern im Fußball-Tempel Wembley ist das Team von Trainer Peter Bosz mächtig gefordert. „Ich halte die Partie gegen Tottenham für das schwerste Spiel der zweiten Jahreshälfte“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball.

Ein Erfolg in London könnte Mut für das nicht minder knifflige Kräftemessen zwei Wochen später mit dem Titelverteidiger aus Spanien machen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hofft auf internationale Festtage: „In solchen Gruppen werden Helden geboren.“ Watzke glaubt, dass der direkte Vergleich mit Tottenham entscheidend sein wird: „Denn es gibt keine Zweifel, dass Real Madrid der Favorit ist.“ Der Auftritt in der heiligen Stätte des Fußballs, wie Rauball das Wembley-Stadion bezeichnete, ist für Watzke ein Stück Vergangenheit. „Aber wir wollen in die Zukunft schauen“, sagte er.

Sieht man von Außenseiter APOEL Nikosia ab, muss der BVB auf dem Weg in die K.o.-Runde hohe Hürden nehmen. Dass in einer ähnlich schweren Konstellation mit den Gegnern Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam vor fünf Jahren sogar der Gruppensieg und der spätere Einzug in das Finale gelangen, werteten alle Beteiligten als gutes Omen. Darüber hinaus schaffte es der BVB bei den vergangenen vier Teilnahmen in der Königsklasse immer mindestens bis in das Achtelfinale. „Wir sind eine erfahrene Champions-League-Mannschaft, die trotz hochkarätiger Gegner das Ziel haben sollte, die Gruppenphase zu überstehen“, sagte Taktgeber Nuri Sahin dem „kicker“.

Erstmals seit der Endspielniederlage 2013 gegen den FC Bayern kehren die Dortmunder nach Wembley zurück. Weil das eigene Stadion neu gebaut wird, weicht Tottenham derzeit in die größte englische Arena aus. Michael Zorc schwant, dass es diesmal nicht so leicht wie vor anderthalb Jahren im Europa-League-Achtelfinale wird, als der BVB als erstes deutsches Team im alten Stadion an der White Hart Lane gewann (2:1). Damals lag das Hauptaugenmerk des mit einer B-Elf angetretenen Gegners auf der englischen Meisterschaft. „Beide Spiele sind nicht zu vergleichen. Das wird eine echte Herausforderung. Tottenham und uns sehe ich auf Augenhöhe“, kommentierte der Sportdirektor.

Zum Leidwesen von Bosz taugte die Generalprobe am Samstag in Freiburg nicht zur positiven Einstimmung. Zum einen kam der Bundesliga-Tabellenführer trotz langer Überzahl nicht über ein 0:0 hinaus. Zum anderen zog sich der gerade erst genesene Marcel Schmelzer einen Bänderteilriss im Sprunggelenk zu. Marc Bartra fehlt wegen Adduktorenproblemen ebenfalls. „Wir haben in Ömer Toprak einen gestandenen Profi, der ihn ersetzen kann“, bemerkte Watzke.

Nicht auszuschließen ist, dass BVB-Neuerwerbung Jeremy Toljan Kapitän Schmelzer auf der linken Abwehrseite ersetzt und sein Debüt im BVB-Trikot gibt. „Wir sind vor dem Hintergrund der Schmelzer-Verletzung froh, dass wir ihn noch verpflichtet haben“, sagte Zorc. Trotz nur ebenfalls kurzer Eingewöhnungszeit ist auch der in Freiburg lediglich wenige Minuten eingesetzte Neuzugang Andrej Jarmolenko (Dynamo Kiew) eine Option für die Startelf.

Es könnte für den BVB ein Vorteil sein, dass Tottenham weitaus mutiger agieren dürfte als die fast nur auf Defensive bedachten Freiburger. Ähnlich wie Bosz bevorzugt auch sein Gegenüber Mauricio Pochettino Angriffsfußball mit hohem Pressing. Zudem scheinen die Spurs, die auf Rot-Sünder Dele Alli verzichten müssen, unter einem Wembley-Fluch zu leiden. Von zwölf Spielen wurden lediglich zwei gewonnen: gegen Chelsea im Ligapokal-Finale 2008 und gegen Moskau in der Gruppenphase der Champions League 2016/17. (dpa)

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