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Bayern München Bayrisches Genörgel

Arjen Robben lässt seiner Unzufriedenheit freien Lauf - das könnte für Jupp Heynckes noch zum Problem werden.

Champions League Round of 16 First Leg - Bayern Munich vs Besiktas
Grimmige Freude: Arjen Robben (links) war selbst von Mats Hummels nicht zu einem Lächeln zu bewegen. Foto: rtr

Viel blieb nicht übrig von der Freude über den quasi sicheren Einzug ins Viertelfinale, jedenfalls nicht bei Arjen Robben. Während sich die meisten Kollegen und Trainer Jupp Heynckes nach dem 5:0 (1:0) gegen Besiktas Istanbul durch die Tore von Thomas Müller (43./66.), Robert Lewandowski (79./88.) und Kingsley Coman (52.) an der idealen Ausgangsposition fürs Rückspiel am 14. März erquickten, mischte sich in den Frohsinn des späten Dienstagabends beim FC Bayern durch den verärgerten Robben eine Debatte, die für Heynckes noch sehr kompliziert werden könnte.

In dieser Debatte geht es vor allem um die Frage, wer rein- und rausrotiert in den wichtigen Partien, in denen die beste Elf aufgeboten wird, wie nun im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Robben hatte auf diese Frage schon eine Antwort gefunden, und sie implizierte, dass Heynckes eine andere, aber nach Robbens Ansicht falsche Antwort gefunden habe. „Solche Spiele wollen alle spielen – ich auch. Wenn du dann nicht dabei bist, ist das schon eine schmerzhafte Geschichte“, sagte er. Dann zog Robben angefressen in den Feierabend.

Robben zeigt sich „sehr überrascht“

Vorausgegangen waren dieser abschließenden Frustaussage schon mehrere Interviews, in denen der Niederländer seinen Ärger nur mäßig erfolgreich kaschieren konnte. Schon bei der Frage nach seiner angeblichen Erkältung, wegen der er neben dem anderen Flügelsenior Franck Ribéry, ebenfalls 34, zunächst auf der Platz genommen habe. „Was, wie erkältet?“, fragte Robben ungläubig zurück. Ob er enttäuscht gewesen sei wegen seiner Nichtberücksichtigung. Robbens Gegenfrage mit einem gequälten Lächeln: „Was glauben Sie?“ Er sei zudem „sehr überrascht“ gewesen, und warum er nicht von Anfang an gespielt habe, „weiß ich auch nicht“. Aber, fügte er schnell an, er sage dazu besser nichts mehr, „jedes Wort wäre eines zu viel. Wenn ich jetzt meine Emotionen ausspreche, also was ich fühle und denke, dann bin ich morgen bei Brazzo (Sportdirektor Hasan Salihamidzic, d. Red.) oder Herrn Rummenigge (Vorstandschef, d. Red.). Dann weiß ich nicht, was es gibt.“

Durchgedrungen zum Publikum waren seine Gefühle und Gedanken natürlich längst. Auch bei Robbens Hinweisen auf sein Alter und dass er den Fußball genießen wolle, er zudem Vollprofi sei, und derart wichtige Spiele wie gegen Besiktas das „Sahnehäubchen“ seien, worauf man tagtäglich hinarbeite. Nun zusehen zu müssen bis kurz vor der Pause, als James Rodríguez wegen einer Wadenverhärtung weichen musste und Robben zu seiner Altersteilzeit kam, glich für den Ehrgeizling einer kränkenden Geringschätzung, als habe ihm jemand saure Sahne serviert.
Schließlich sieht sich Robben voller Überzeugung weiterhin als festen Bestandteil der ersten Elf, und dass dies jemand wie Heynckes anders bewertet, passt nicht in Robbens Weltbild.

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