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Fußball-WM WM-Touristen müssen sich auf Neuerungen einstellen

Neu ist die sogenannte Fan-ID. Jeder Stadionbesucher braucht das Dokument, das im Internet bestellt werden kann.

Fan ID
Ein Mann in Kaliningrad präsentiert seine Fan-ID. Foto: Imago

Die Reise war schnell gebucht. Kaum hatten die prominenten Ex-Fußballer im Moskauer Kreml die letzten Lose gezogen, kaum stand der Spielplan der WM 2018 in Russland fest, saßen die beiden Fans aus Frankfurt vor dem Rechner, reservierten Flüge nach Moskau und buchten ein Hotel im Norden der russischen Hauptstadt. Drei Nächte für knapp 500 Euro pro Person – Flug inklusive. Klappt es mit den Tickets, werden die Fans die Partien Argentinien gegen Island und Deutschland gegen Mexiko sehen. Klingt nach einem gelungenen Wochenende.

Wie viele Fans gemeinsam mit den Frankfurtern die Nationalmannschaft in Russland anfeuern werden, lässt sich seriös kaum vorhersagen. Selbst Experten wie Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, nennen keine Zahlen. Gabriel erinnert aber an die Europameisterschaft 2012. Zu den Spielen in die Ukraine würden nur wenige Anhänger reisen, hieß es damals. „Und dann waren doch mehr als 10.000 Fans in Charkow und Lwiw“, sagt Gabriel, der mit der KOS auch in Russland wieder eine mobile Fan-Botschaft einrichten wird. Bereits jetzt gibt die KOS im Internet (www.fanguide-wm2018.de) viele Tipps für Fußball-Touristen in Russland.

Camp im Vier-Sterne-Hotel

Fest steht, dass der Fanclub Nationalmannschaft deutschen Anhängern wie bei den vergangenen Turnieren ein Fan-Camp anbieten wird. Wobei der Name womöglich etwas in die Irre führt. Übernachtet wird nicht etwa im Zelt oder wie bei der WM 2010 in Südafrika in einem Studentenwohnheim, sondern in einem Vier-Sterne-Hotel bei Moskau.

800.000 Tickets hatte die Fifa bereits vor der Auslosung verkauft. Die Hälfte ging an russische Staatsbürger. Große Nachfrage gab es auch aus Argentinien, Mexiko und den USA, wobei die meisten der US-Fans vermutlich noch davon ausgingen, ihr Team würde sich für die WM qualifizieren. Deutschland liegt in der Tabelle der Länder, in die die meisten Karten verkauft wurden, auf Platz neun – hinter Australien und direkt vor Indien. Allerdings kaufen traditionell nur wenige deutsche Anhänger Karten auf gut Glück. Sie warten, bis der Spielplan veröffentlicht ist, und bewerben sich dann gezielt um Tickets für die deutschen Partien. Das ist mittlerweile auf der Website der Fifa möglich.

Neu ist bei diesem Turnier die sogenannte Fan-ID, die aussieht wie die Akkreditierungen, die Journalisten um den Hals baumeln. Jeder Stadionbesucher braucht das Dokument, das im Internet bestellt werden kann. Allerdings bekommen nur Inhaber von regulär erworbenen Karten eine solche ID. Damit scheint sie auch ein Instrument gegen den Schwarzmarkt zu sein.

Um das Dokument zu erhalten, müssen die Fans jede Menge persönliche Daten angeben. Anschließend gibt es eine Sicherheitsüberprüfung durch die russischen Behörden. In der Bundesliga hätte ein solches Verfahren massive Fan-Proteste zur Folge. Doch um die ID zur WM ist es vergleichsweise ruhig. Die meisten Anhänger denken offenbar pragmatisch: Das Dokument dient gleichzeitig als Visum und als Fahrkarte für Sonderzüge zwischen den Spielorten. Beides ist für WM-Touristen von Vorteil.

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