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England Kultstürmer Grigg peilt mit Wigan den Aufstieg an

Durch einen Fangesang ist der nordirische Stürmer Will Grigg bei der Fußball-Europameisterschaft 2014 berühmt geworden, ohne überhaupt zu spielen. Auf den Durchbruch in der Nationalmannschaft wartet der Stürmer immer noch. Bei Wigan Athletic läuft es umso besser.

24.12.2017 10:12
Von Philip Dethlefs, dpa
Will Grigg
Kultig: William Grigg peilt mit Wigan Athletic den Aufstieg in England an. Foto: Uwe Anspach

Knapp zwanzig Minuten war Will Grigg im Spiel, bevor der Stürmer von Drittligist Wigan Athletic mal wieder zuschlug und eine Blamage verhinderte. Im FA-Cup-Wiederholungsspiel gegen den AFC Fylde aus der fünften Liga lag Wigan mit 1:2 zurück.

Dann drehte Grigg die Partie mit einem Doppelpack in der 80. und der 84. Minute. Wigan siegte mit 3:2 und durchs Stadion schallte es wie früher lautstark: „Will Grigg's on fire.“

„Ich hab das lange geplant“, scherzte der 26-Jährige nach dem Spiel. „Ich dachte, ich komme einfach raus und treffe kurz vor Schluss zweimal.“ Es gab Zeiten, da traf Grigg tatsächlich nach Belieben, fast so, als hätte er es genau geplant. In der Saison 2015/2016 erzielte der Stürmer beeindruckende 25 Liga-Tore für Wigan Athletic und hatte so maßgeblichen Anteil am direkten Wiederaufstieg des Vereins in die zweite englische Fußball-Liga.

Daraufhin entstand auch das Lied, das den Fußballprofi schließlich berühmter machte als seine fußballerische Begabung. Im Mai 2016, wenige Wochen vor der Fußball-EM in Frankreich, lud der Wigan-Fan Sean Kennedy ein Video hoch. Darin dichtete Kennedy den Text des 90er-Jahre-Pophits „Freed From Desire“ der Sängerin Gala in „Will Grigg's on fire, your defence is terrified“ („Will Grigg brennt, eure Verteidigung ist in Panik“) um. Das britische Popduo Blonde nahm den Song professionell auf und hatte sogar einen kleinen Hit.

Die Nummer wurde erst in Wigan zum Stadionhit und erlangte dann bei der EM noch größere Berühmtheit, als die Nordirland-Anhänger das Lied in Frankreich anstimmten. Grigg wurde zur Kultfigur. Kurios: Während der vier Spiele - Nordirland scheiterte im Achtelfinale an Wales - kam Grigg nicht ein einziges Mal zum Einsatz. „Der Song ist eine Sache“, äußerte er sich anschließend frustriert, „aber als Profifußballer zu so einem Turnier zu fahren und dann nicht zu spielen, ist total enttäuschend.“

Auch danach lief es in der Nationalmannschaft nicht viel besser für ihn. Zuletzt wurde Grigg überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Im November 2016 hatte er im WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan seinen bisher letzten Auftritt im Nordirland-Trikot. Beim 4:0-Sieg wurde er eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt, blieb aber ohne Torerfolg. Im Jahr darauf stiegen die „Latics“ wieder ab. Grigg, der wegen einer Knieverletzung länger ausgefallen war, hatte über die gesamte Saison nur fünf Treffer erzielt.

„Wo ein Will ist, ist auch ein Weg“, schrieb die Lokalzeitung „Wigan Today“ nach dem Pokalspiel gegen Fylde. Abschreiben sollte man den 26-Jährigen tatsächlich nicht. Denn Grigg ist berühmt dafür, vor allem in der zweiten Saisonhälfte zu treffen. Bleibt er fit, könnten die Wigan-Fans demnächst noch mehr Grund zum Singen haben. Gut möglich auch, dass der Nordire dann im nächsten Jahr wieder eine Spielklasse höher kickt. Denn Wigan ist derzeit Tabellenführer.

(Von Philip Dethlefs, dpa)

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