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Einwurf Herr Faxe und sein Grümpelteam

Leider tritt Dänemark am kommenden Sonntag in der Nations League wieder mit einem richtigen Team an.

Die Kleine Meerjungfrau Wahrzeichen von Kopenhagen im Hintergrund die daenische Koenigsyacht Danne
In der Innenverteidigung: Die kleine Meerjungfrau aus Kopenhagen. Foto: imago

Dänemark ist ein kleines Land mit relativ wenig Menschen drin, die Auswahl war also begrenzt, als es darum ging, Ersatz für die Fußball-Nationalspieler zu finden, die das Freundschaftsspiel in der Slowakei bestreikten. Irgendein Sponsorenstreit, es geht um Geld und darum, dass sich Spieler und Verband trotz allseits präsentem Reichtum gegenseitig der Raffgier bezichtigten. Ziemlich langweilig alles in allem, wie immer, wenn es um Geld geht.

Wesentlich spannender war da schon die Frage, wer nun für Dänen auflaufen würde in der Slowakei im womöglich sinnlosesten, vielleicht aber auch tollsten Testspiel der Sportgeschichte.

Im Internet, in solchen Momenten traditionell stark, kursierte bald eine mögliche Aufstellung: Im Tor Niels Bohr, Nobelpreisträger der Physik, zwar seit 56 Jahren tot, aber hey: Für ’ne schöne Fußparade hätt’s bestimmt noch gereicht. Die Innenverteidigung bilden die kleine Meerjungfrau aus Kopenhagen und der Kassierer von Netto, im defensiven Mittelfeld hat es ein Legomännchen in die Anfangself geschafft, als Außenverteidiger sind Märchenmann Hans Christian Andersen (links) und Metallica-Mitbegründer Lars Ulrich nominiert, zentral im Mittelfeld muss der alte Philosoph Søren Kierkegaard – gestorben 1855 – ein letztes Mal für Struktur sorgen, während als Sturmtank Brigitte Nielsen die slowakische Abwehr auf Trab halten sollte. Als Rechtsaußen – seine Lieblingsposition! – hätte Filmemacher Lars von Trier das Flügelspiel beleben sollen. 

Ja, das wäre eine schöne Aufstellung gewesen, reich an Spielwitz, Einfallsreichtum und Kontroverse, wie eine gescheite schöne Aufstellung halt sein muss. Es kam dann ein bisschen anders, wobei jene Dänen, angeleitet vom Aushilfstrainer John „Faxe“ Jensen, die dann tatsächlich gegen völlig lustlose Slowaken antraten, auch eine herzig schrullige Truppe abgaben: Im Angriff ein Verkäufer, im Mittelfeld ein Youtube-Blogger, in der Abwehr ein Student, und um sie herum jede Menge Futsalspieler. Dass diese Grümpeltruppe dann tatsächlich nur 0:3 verlor, ist eine nette Fußnote in der an netten Fußnoten immer ärmer werdenden Geschichte des Fußballs.
Am Sonntag, gegen Wales in der Nations League, machen die Profis wieder mit. Wie außerordentlich langweilig.

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