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Nach 0:5-Heimpleite HSV-Coach Titz erstmals in Bedrängnis

Trainer Christian Titz hat mit den HSV-Profis nach der Regensburg-Pleite eine Fehleranalyse vorgenommen. Obwohl erstmals kritisch angegangen, lässt er offen, ob es zur der von seinem Kapitän Aaron Hunt geforderten Kurskorrektur kommt.

24.09.2018 13:56
Von Thomas Prüfer und Claas Hennig, dpa
HSV-Coach
Hatte gegen Regensburg keinen Grund zur Freude: HSV-Coach Christian Titz. Foto: Daniel Bockwoldt

Video-Horrorshow statt Aqua-Jogging: Einen Tag nach der 0:5-Heimklatsche gegen Jahn Regensburg kannte Trainer Christian Titz vom Hamburger SV für seine Profis kein Pardon.

In einer ausgiebigen Analyse am Beamer führte der 47-Jährige den Spielern des entthronten Tabellenführers der 2. Fußball-Bundesliga die vielen Fehler vor, die zur höchsten Pflichtspiel-Heimpleite seit 1974 geführt hatten. Nur dreimal war der HSV bisher daheim 0:5 untergegangen: zweimal hieß der Gegner Bayern München, einmal AS St. Etienne im UEFA-Cup.

„Wenn du so hoch verlierst, kann man nicht zur Normalität übergehen“, begründete Titz nach einer unruhigen Nacht die intensive Fehleranalyse, auf die noch eine kurze Trainingseinheit folgte. Die Übungssession im Wasser wurde gestrichen. Am Dienstag soll die intensive Vorbereitung auf das Spiel am Donnerstag bei Greuther Fürth beginnen, anschließend geht der Blick auf das brisante Stadtduell gegen den FC St. Pauli am Sonntag. Weitere besondere Maßnahmen hat Titz trotz des Rückschlags nicht geplant: „Ich werde meine Spieler mit Sicherheit nicht durchs Dorf treiben. Das finde ich deplatziert.“

Titz war bemüht, Ruhe zu vermitteln, aber man merkte ihm deutlich an, wie sehr der desaströse Auftritt an ihm nagte. Zumal er erstmals seit seiner Amtsübernahme Mitte März ins Zentrum der Kritik geraten ist. Den Abstieg, den nicht mehr beim HSV beschäftigte Führungskräfte und seine beiden Vorgänger verantworten müssen, hat man ihm zurecht nicht angelastet. Doch den sofortigen Wiederaufstieg soll er schaffen.

Das aber wird mit Auftritten wie am Sonntag mit Sicherheit nicht klappen. Auch die in den vergangenen Monaten erarbeitete Sympathie droht die Mannschaft mit solchen Vorstellungen zu verspielen. Gegen Regensburg gab es etliche Pfiffe, viele Fans mochten sich das Trauerspiel nicht mehr ansehen und verließen das Stadion.

Kapitän Aaron Hunt schlug nach dem Debakel Alarm: Er fordert eine Kurskorrektur von Titz, dessen (zu) offensives Spielkonzept ebenso zur Debatte steht wie die umstrittene Rotation bei der Aufstellung. „Wir haben diesmal die volle Breitseite abbekommen und wissen jetzt, dass wir aggressiver verteidigen müssen. Denn wir lassen einfach zu viele Chancen zu“, sagte Hunt und sprach das größte HSV-Problem an.

Die durch das Fehlen der Langzeitverletzten Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos neu formierte Abwehr ist noch nicht eingespielt und agierte gegen Jahn vogelwild. „Vielleicht spielen wir zu brav für diese Liga“, meinte Hunt. Zudem monierte er „zu viele individuelle Fehler. Das haben die Gegner nur oft nicht bestraft.“ Jahn Regensburg dafür umso brutaler.

Tatsächlich hat der Höhenflug des immer noch auf Tabellenplatz zwei stehenden HSV die Probleme im Team kaschiert. Es fehlt eine Achse, an der sich die übrigen Spieler aus- und aufrichten können. Es wird kräftig rotiert, sechs Umstellungen gegen Regensburg waren eindeutig zu viel. So kann sich kein Stamm bilden. Und zehn Gegentore in vier Heimspielen haben auch Titz zu denken gegeben. „Beängstigend war, wie wir verteidigt haben“, kritisierte er. Trotz Nachfrage ließ er offen, inwieweit er Änderungen an seinem Konzept vornehmen wird. „Heute haben wir die Fehler besprochen, ab morgen liegt der Fokus auf Fürth.“

(Von Thomas Prüfer und Claas Hennig, dpa)

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