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Demos in Chemnitz Sachsens Landesregierung sagt HSV-Spiel in Dresden ab

Das für Samstag geplante Fußball-Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV ist abgesagt. Die Polizei in Sachsen soll so entlastet werden, da sie in Chemnitz gebraucht wird.

31.08.2018 19:40
Dynamo Dresden - 1. FC Heidenheim
Fans von Dynamo Dresden bei einem Heimspiel. Foto: David Schäfer (dpa)

Das Fußball-Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV ist wegen der geplanten Großdemonstrationen nach dem Tod eines 35-Jährigen und fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz abgesagt worden. Weil in Dresden nicht genügend Polizisten zur Verfügung stehen, ordnete das sächsische Innenministerium die Absage an. Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Freitagabend mit.

Die Partie des vierten Spieltags war mit mehr als 30.000 Zuschauern, darunter 3000 Hamburger Fans, ausverkauft. „In sportlicher Hinsicht ist das eine Vollkatastrophe“, sagte Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born bei Sky. „Wir hatten auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und bedauern die Spielabsage sehr, weil wir uns wie über 30.000 Fans auf ein Fußballfest gefreut hatten“, so Born.

Auch der HSV, der sich bereits auf dem Weg nach Dresden befand, äußerte sich enttäuscht. „Natürlich hätten wir gerne morgen in Dresden gespielt und sind sportlich vorbereitet gewesen, entsprechend enttäuscht sind wir von dieser Absage. Aber wir müssen wie unser Gegner der Anordnung des sächsischen Innenministeriums folgen“, sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann.

Ein Nachholtermin für die Begegnung steht noch nicht fest. Beide Vereine teilten mit, dass die Eintrittskarten ihre Gültigkeit behalten. Anfang der Woche sollen Gespräche über eine Neuansetzung stattfinden.

Vor dem Hintergrund des gewaltsamen Todes eines 35-Jährigen am vergangenen Wochenende war es in Chemnitz bereits am Sonntag und Montag zu Demonstrationen, gewaltsamen Ausschreitungen und fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen. Tatverdächtig sind zwei Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien.

Am Samstagnachmittag will unter dem Motto „Herz statt Hetze“ ein breites Bündnis in Chemnitz gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren, es werden auch Bundespolitiker erwartet. Zudem haben nach derzeitigem Stand der AfD-Landesverband Sachsen und die Bürgerbewegung Pro Chemnitz zu Demonstrationen im Chemnitzer Stadtgebiet aufgerufen. Daher hatte die Polizei aufgrund des zur Absicherung benötigen Großaufgebots um eine Verlegung der Partie in Dresden gebeten.

„Wir müssen auch unter Abwägung aller dieser Umstände berücksichtigen, dass die Kräfte, die wir in Chemnitz brauchen, Auswirkungen auf andere Ereignisse haben werden. Für den Freistaat Sachsen haben wir darum gebeten, die Begegnung zwischen dem HSV und Dynamo Dresden zu verlegen“, erklärte der sächsische Polizeipräsident Jürgen Georgie auf einer Pressekonferenz. (SID)

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