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Kommentar RB Leipzig Verletzte Eitelkeiten

Ralph Hasenhüttl hat ziemlich deutlich durchklingen lassen, dass er sehr gerne in Leipzig geblieben wäre. Das wollten jedoch Mintzlaff und Rangnick nicht. Ein Kommentar.

Ralph Hasenhüttl
Ralph Hasenhüttl - keine Vertragsverlängerung. Foto: dpa

Das Aus von Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig zeigt mal wieder, welch große Rolle verletzte Eitelkeiten im Profifußball spielen. Das ganze Theater lässt sich so zusammenfassen: Du hast im Winter nicht das gemacht, was wir wollen, dann geben wir dir nicht, was du jetzt willst. Na gut, dann trennen wir uns eben.

In der Winterpause waren Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff, die starken Männer in Leipzig, auf Ralph Hasenhüttl zugegangen. Sie wollten ihrem Cheftrainer einen neuen Vertrag anbieten. Trotz des Vorrunden-Aus in der Champions League und nur 28 Punkten nach 17 Spieltagen waren die Macher mit der Arbeit des Österreichers zufrieden. Doch der zögerte. Der Kader war nach den Ausfällen von Leistungsträgern wie Emil Forsberg und Timo Werner nicht so breit und qualitativ gut aufgestellt, wie das für ein Jahr mit Doppelbelastung, gerade in der Königsklasse, nötig gewesen wäre. Im Januar verhandelte Hasenhüttl kurzzeitig mit dem FC Bayern, der einen Nachfolger für Jupp Heynckes suchte, sagte den Münchnern nach eigener Aussage wegen seiner mangelnden internationalen Erfahrung aber ab.

Hasenhüttl konsequent

In den vergangenen Wochen hat Hasenhüttl ziemlich deutlich durchklingen lassen, dass er sehr gerne in Leipzig bleiben und seinen bis 2019 datierten Vertrag verlängern würde. Das wollten jedoch Mintzlaff und Rangnick im gestrigen Gespräch nicht. Das brüskierte Hasenhüttl wohl so sehr, dass er sofort einen Schlussstrich zog.

Ohne das nötige Vertrauen und die Wertschätzung wäre eine weitere Zusammenarbeit in der kommenden Saison schwierig geworden. Eine Planung und Zielsetzung für die kommenden Jahre sowieso. Von daher ist die Entscheidung von Hasenhüttl nur konsequent. Allerdings stellt sich die Frage: Warum kann Rangnick das Taktieren von Hasenhüttl im Winter nicht einfach schlucken und ihm einen neuen Kontrakt anbietet?

Schließlich hat der 50-Jährige hervorragende Arbeit in Sachsen geleistet, das junge, aufstrebende Team mit atemberaubendem Vollgasfußball im ersten Bundesligajahr zur Vizemeisterschaft und in die Champions League geführt. Im zweiten Jahr schafften es die Europanovizen immerhin ins Halbfinale der Europa League und auf Platz sechs in der Bundesliga. Offensichtlich reicht der zweithöchste europäischen Wettbewerb den Verantwortlichen nicht.

Ralph Hasenhüttl wird jedenfalls schnell wieder einen Job finden. Bei Borussia Dortmund zum Beispiel wird immer noch ein neuer Trainer gesucht. Spannend wird jetzt sein, wie Mintzlaff und Rangnick die Roten Bullen aufstellen, in welche Richtung sie den Klub lenken wollen. Persönliche Befindlichkeiten sollten dabei jedenfalls keine Rolle spielen.

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