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VfL Wolfsburg Mit Schmidt zurück in die Erfolgsspur

Nach nur vier Spieltagen entlässt der VfL Wolfsburg Trainer Andries Jonker und verpflichtet Martin Schmidt als Nachfolger. Der Schweizer verfolgt eine klare Philosophie.

19.09.2017 10:26
Martin Schmidt
Martin Schmidt bleibt nur eine kurze Eingewöhnungsphase in Wolfsburg. Foto: dpa

Leidenschaft. Energie. Feuer. Wenn Martin Schmidt über Fußball spricht, fallen diese Begriffe mit ziemlicher Sicherheit. Und immer wieder. Halbe Sachen gibt‘s bei Schmidt nicht. „Ich möchte das Motto Arbeit, Fußball, Leidenschaft auch auf den Platz bringen“, sagt Schmidt. Und damit dürfte der neue Trainer beim VfL Wolfsburg ausreichend beschäftigt sein.

Schließlich hatten die Wölfe den nötigen Biss zuletzt immer wieder vermissen lassen, Andries Jonker kostete dies schon kurz nach Saisonbeginn den Job. Jetzt soll also Schmidt, der vierte Trainer in den vergangenen zwölf Monaten am Mittellandkanal, dafür sorgen, dass die teure Mannschaft die Erwartungen des Mutterkonzerns erfüllt.

„Der Fußball ist einfach gestrickt, er funktioniert über Emotionen und Eindrücke“, meint Schmidt, der als Gegenentwurf zu seinem Vorgänger gilt: „Jetzt geht‘s darum, die Mannschaft aufzurütteln.“

Schmidt ist, was man gemeinhin als bunten Vogel bezeichnet. Zehn Jahre arbeitete er als Automechaniker, er schraubte auch an Rennwagen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), der 50-Jährige gründete eine Bekleidungsfirma in seiner Heimat, außerdem ist er Bergführer und Extremskifahrer, insgesamt sieben Mal riss ihm das Kreuzband, einmal erlitt er Brüche von zwei Halswirbeln. Auch auf dem Platz liebt er die Action. Schmidt steht - im Gegensatz zu Jonker - für schnellen, kraftvollen Offensivfußball mit Pressing, Pressing, Pressing.

„Ich will ansteuern, dass wieder Leben ins Team kommt“, äußert Schmidt, der mit sechs Geschwistern aufwuchs. Und die Zeit drängt, gleich in seiner ersten Woche muss der ehemalige Coach von Mainz 05 zwei Spiele bestreiten, am Freitag trifft Wolfsburg auf Bayern München.

Die mannschaftliche Geschlossenheit wird bei Schmidt, der am Montag verpflichtet wurde, nicht nur deshalb ganz groß geschrieben. „Ich kann an zwei Tagen nicht an jeder Schraube drehen - aber wichtig ist, dass wir als geschlossenes Team auf dem Platz stehen“, sagt er.

Wieder Vollgas-Fußball in Wolfsburg

In Wolfsburg sind die Macher überzeugt, mit Schmidt endlich den richtigen Trainer gefunden zu haben, um an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen zu können. Mit „seiner Erfahrung und seinen Stärken“ passe er „sehr gut zum VfL“, meint Sportdirektor Olaf Rebbe. Schmidt habe „einen klaren Plan, er steht für taktische Variabilität“.

Dabei weiß auch Rebbe, dass Schmidt eigentlich vor allem für sein Umschaltspiel bekannt ist. Und so dürfte in der Autostadt bald wieder Vollgas-Fußball gespielt werden, mit Schmidt zurück zum Erfolg. „Wir arbeiten daran, dass wir wieder Ruhe und Kontinuität herstellen“, betont Rebbe. (sid)

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