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TSG Hoffenheim Reichlich Fett angefressen

Die TSG Hoffenheim fühlt sich bestens präpariert für den strapaziösen Tanz auf drei Hochzeiten. Teil 3 der FR-Tipptabelle.

Trainer Julian Nagelsmann
Sogar Ballhochhalten kann er ganz allein: Julian Nagelsmann. Foto: imago

Wer sticht heraus?
Der Trainer natürlich. Ansonsten fällt schwer, einen Einzelnen herauszunehmen. Kerem Demirbay? Benjamin Hübner? Kevin Vogt? Nico Schulz? Viele Spieler haben sich hervorragend entwickelt. Variabel, schnell, mutig, offensiv – das sind Attribute des Spiels der TSG, die alle verinnerlicht haben. Typisch für Hoffenheim: Es spielen sich Jahr für Jahr Akteure in den Fokus, die zunächst einmal nicht jeder auf der Rechnung hatte. Beste Beispiele: Nico Schulz oder Florian Grillitsch in der Rückrunde, auch Dennis Geiger in seiner Debütsaison bis zu seiner Verletzung.

Wie geht’s dem Schatzmeister?
In Hoffenheim hört der Schatzmeister auf den Namen Frank Briel. Der Finanzchef ist ein Schatzmeister, der tatsächlich auch einen Schatz verwalten darf. Die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres wird zwar erst im Herbst veröffentlicht, sie wird aber eher sommerliche Gefühle auslösen. Die Transferüberschüsse, gepaart mit den Einnahmen aus der erstmaligen Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in der vergangenen Saison, sorgen dafür, dass die TSG seit Jahren das von Mäzen Hopp vorgegebene Ziel erfüllt, sich selbst tragen zu können. Da macht es fast gar nichts, dass der schwer gescheiterte Hopp-Transfer Hansi Flick so schnell wieder weg war und einige Milliönchen Abfindung gekostet hat. Die TSG präsentiert eine Rekordbilanz mit weit über 100 Millionen Euro Umsatz (zuletzt 111 Millionen bei einer Million Gewinn), die nicht nur Polster schafft, sondern auch die Förderung von Nachwuchsspielern begünstigt. Hopps fettes Invest beginnt sich zu tragen, weil in Hoffenheim Geschäftsführer Peter Görlich und Sportchef Alexander Rosen über den Tag hinausdenken.

Was ist drin?
Nagelsmann sagt: „Wir haben eine spannende und herausfordernde Saison vor uns, gehen selbstbewusst die drei Wettbewerbe an und wollen in der Bundesliga wieder eine gute Rolle spielen.“ Die Aussage hört sich an, als sei sie aus der Asservatenkammer der Trainer-Sprechblasen geholt. Gähn. Der pfiffige Nagelsmann kann das besser. Selbst wenn der Tanz auf drei Hochzeiten strapaziös sein wird.. Vergangene Saison versagte Hoffenheim in der Europa League auf ganzer Linie, krabbelte in der Bundesliga aber aus dem Tal heraus und wurde am Ende gefeierter Dritter. Dortmund, Leverkusen und Leipzig dürften im kommenden Spieljahr einen ähnlichen Husarenritt der Kraichgauer zu verhindern wissen. Aber dieser Nagelsmann ist halt ein Zauberer.

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