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Sieg gegen Köln Werder Bremen nimmt Fahrt auf

Mit dem schwer erkämpften Sieg über den 1. FC Köln entledigen sich die Bremer der größten Sorgen. Köln spielt nicht wie ein Absteiger, trägt aber noch immer die Rote Laterne.

Werder Bremen
Schwer zu halten: Max Kruse (links) wird vom Kölner Marco Höger nicht ganz sauber gestört. Foto: dpa

Am Ende gingen die Häupter bei den Profis des 1. FC Köln mal wieder nach unten. Auch der in Norddeutschland hereingebrochene Frühling hat den Rheinländern keine Aussicht auf Besserung gebracht. Während der SV Werder mit dem 3:1 (1:0)-Heimsieg einen wichtigen Schritt in Richtung Ligaverbleib machte, schwindet beim Effzeh trotz ordentlicher Vorstellung allmählich die Hoffnung. Acht Spieltage vor Schluss trägt der Traditionsverein noch immer die Rote Laterne.

An einem milden März-Abend erzielte Milos Velkovic nach einer Ecke das 1:0 (33.), ehe zunächst Yuha Osako ausglich (53.). Dem Bremer Winter-Neuzugang Milot Rashica glückte mit seinem ersten Bundesligator kurz darauf das 2:1 (58.), dem Max Eggestein kurz vor Schluss den 3:1-Endstand folgen ließ.

Gleichwohl will Trainer Stefan Ruthenbeck die Hoffnung auf den Relegationsplatz nicht voreilig begraben. Letztlich spielte Köln an der Weser nicht wie ein Absteiger, kommt aber tabellarisch nicht voran. Die Grün-Weißen haben hingegen nun fünf Punkte Vorsprung. Der Klassenerhalt dürfte früher gelingen, als das zum Jahreswechsel jemals zu erwarten war.

Claudio Pizarro in der Startelf

Bei der dritten angesetzten Montagspaarung hatte es erneut Proteste gegen den ungeliebten Termin gegeben, die aber lange nicht die Frankfurter oder Dortmunder Dimensionen erreichten. Im Heimbereich der Ostkurve hingen im vor einem kleinen verwaisten Areal Protestplakate wie „Montagsspiele abpfeifen“ oder „Montags – echt das Letzte“. Den Gästesektor oben in der Westkurve mit den Gäste-Anhänger kennzeichnete ein Transparent „Montag ist Ruhetag“, doch ansonsten war nicht zu bemerken, dass hier eine Großdemo stattfand. Allerdings störten – wie schon bei der Partie Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig – etliche Trillerpfeifen immer wieder die Akteure.

Ruthenbeck hatte mit Claudio Pizarro denjenigen Akteur aufgestellt, der von seinen 39 Lebensjahren einige der besten in Bremen zubrachte. Bei Verlesen der Aufstellung begrüßten die Werder-Fans ihr einstiges Idol mit einem langen Applaus: 104 Tore im Bremer Dress geraten so rasch ja nicht in Vergessenheit. Werder-Trainer Florian Kohfeldt hatte kurz vor Anpfiff noch einmal die Startelf verändern müssen, für den plötzlich wegen Unwohlsein ausgefallenen Philipp Bargfrede durfte die Neuerwerbung Rashica beginnen. 

Der immerhin 7,5 Millionen Euro teure Kosovo-Albaner hatte einige gute Szenen und holte mit seinem Schuss jene von Kapitän Zlatko Junuzovic getretene Ecke heraus, in deren Anschluss Verteidiger Veljkovic das Führungstor erzielte. Dabei sperrte Thomas Delaney entscheidend und übertölpelte die Kölner, die damit einen Kardinalfehler produzierten, der in dieser Spielzeit schon oft auf die Verliererstraße führte. Die heftigen Proteste des geblockten Nationalspielers Jonas Hector zielten ins Leere. 

Glück für Köln, dass Rashica bei einer weiteren starken Aktion verzog (44.). Ansonsten taten sich die Hanseaten lange schwer, den Kölner Fünferriegel auszuspielen. Manko der Gäste: In ihren Umschaltaktionen, oft vom guten Pizarro mit eingeleitet, wirkten sie insgesamt zu bieder, um die aufmerksame Bremer Defensive zu gefährden.

In der zweiten Hälfte kamen auf Kölner Seite Leonardo Bittencourt und Salih Özcan. Und prompt wurden die Umstellungen belohnt: Nach Zuspiel von Pizarro hämmerte Osako die Kugel unhaltbar zum 1:1 unter die Latte. Doch nur fünf Minuten später brachte Werder seine Anhängerschaft wieder hinter sich: Nach einem Konter passte Florian Kainz in den Lauf des schnellen Rashica, der den Ball geschickt an Torwart Timo Horn zum 2:1 vorbeilegte. 

Als der 21-Jährige nach 67 Minuten das Feld verließ, gab es viel Beifall für den Dribbelkünstler, der erstmals seine Qualitäten offenbarte. Was aber wäre im Weserstadion losgewesen, wenn ausgerechnet Pizarro die riesige Chance zum 2:2 genutzt hätte? Nach Flanke von Marcel Risse stand der Oldie sträflich frei, köpfte aber neben das Werder-Tor (76.). Da hat der Peruaner schon aus viel schwierigeren Situationen einen Treffer erzielt. 

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