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Schalke 04 Maximaler Minimalismus auf Schalke

Die Standardkönige von Schalke 04 setzen auf die Kraft des Machbaren. Ein Blick nach Gelsenkirchen und der Start der Bundesliga-Tipp-Tabelle in der FR.

Omar Mascarell
Ordnungshüter im Schalker Mittelfeld: Der Ex-Frankfurter Omar Mascarell hat sich in Gelsenkirchen gut akklimatisiert. Foto: imago

Der FC Schalke 04 schloss die vergangene Saison auf dem zweiten Platz ab – ein Erfolg, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war. Denn es gab vorher eigentlich zu viele Unwägbarkeiten. Wie läuft es ohne Urgestein Benedikt Höwedes? Und wie mit dem Grünschnabel Domenico Tedesco als Coach? Antwort: hervorragend. Ein Jahr später gehen die Gelsenkirchener entsprechend entspannt und zuversichtlich in die Saison. Ein ähnlicher Erfolg ist nicht unwahrscheinlich.

Wie ist die Stimmung?
Während sich die Mannschaft aktuell im österreichischen Mittersill auf die Saison vorbereitet, könnte die Stimmung kaum besser sein. Es wird gescherzt, gelacht und fleißig geschuftet. Die Mannschaft ist personell komplett, Trainer Domenico Tedesco kann daher seine Spieler gezielt auf die Dreifachbelastung Liga, Pokal und Champions League vorbereiten. „Die Vorfreude auf die Champions League ist riesengroß“, sagte Stürmer Guido Burgstaller: „Es ist das Größte, was man im Klubfußball erreichen kann.“ Im Trainingslager ist auch Amine Harit dabei. Das ist deshalb hervorzuheben, weil der Marokkaner im Urlaub nach der WM in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt war. Beim zweiten Problemfall herrscht seit Kurzem endlich Klarheit: Urgestein Benedikt Höwedes wird die Knappen ziemlich sicher in Richtung Lokomotive Moskau verlassen. Der Transfer nach Russland steht kurz vor dem Abschluss.

Wie stark ist der Kader?
Schwächer dürften die Schalker trotz der namhaften Abgänge von Leon Goretzka und Max Meyer nicht geworden sein. Manager Christian Heidel hat ziemlich früh ziemlich gute Arbeit geleistet und im Gegensatz zu vielen Konkurrenten vor allem in Deutschland zugeschlagen. Salif Sane (Hannover 96) für die Abwehr, Suat Serdar (Mainz 05) und Omar Mascarell (Eintracht Frankfurt) fürs Mittelfeld, Mark Uth (1899 Hoffenheim) und Steven Skrzybski (Union Berlin) für den Sturm. In der Breite hat der Schalker Kader an Qualität zugelegt.

Worauf steht der Trainer?
Im bevorzugten 3-5-2-System lautet die oberste Prämisse von Trainer Tedesco: hinten dicht. In der vergangenen Saison gelang das den Gelsenkirchener ziemlich gut, nur Meister Bayern München und der VfB Stuttgart kassierten weniger Gegentore. Oft entschieden die Königsblauen ihre Spiele durch Standardsituationen für sich. 26 Tore fielen nach ruhenden Bällen, besser war in dieser Kategorie niemand. Und künftig? Dürfte sich daran kaum etwas ändern. Die Schalker werden von ihrem Minimalismus nicht abrücken, war er doch fast maximal erfolgreich. Zumal gerade die Abwehrhünen Naldo (1,98 Meter), Salif Sane (1,94) und Matjia Nastasic (1,88) einige Kopfballtore erwarten lassen.

Wo hapert’s noch?
Bisher stand hauptsächlich Konditionsarbeit auf dem Trainingsplan. Entsprechend mäßig waren die Ergebnisse. „Wir haben nicht sonderlich viel im taktischen Bereich gemacht, da müssen wir nun konzentriert arbeiten“, sagte Trainer Tedesco. Größte Baustelle: die Offensive. Dort haben die Schalker zwar reichlich Auswahl, ein Torjäger der Spitzenklasse fehlt jedoch. Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo und der Ukrainer Yevhen Konoplyanka sind eher Tempodribbler, die gerne aus der Tiefe kommen, aber selten treffen. Der Österreicher Guido Burgstaller ist ein Wühler, seine elf Saisontore lassen die Gegner ebenfalls nicht vor Ehrfurcht erstarren. So ruhen die Hoffnungen auf Neuzugang Uth – trifft der Ex-Hoffenheimer stabil, kann aus einer aktuellen Problemzone schnell ein künftiges Prunkstück werden.

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