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SC Freiburg Zu naiv ohne Streich

Der Trainer der Freiburger muss wegen eines Bandscheibenvorfalls im Spiel gegen Eintracht Frankfurt passen.

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Arbeitet seit 2011 als Assistent an der Seite von Christian Streich und war gegen die Eintracht erstmals der alleinige Chef: Lars Voßler. Foto: AFP

Es ist nicht übermittelt, wie der an der Bandscheibe ziemlich angeschlagene Christian Streich vor dem heimischen Fernseher reagiert hat, er dürfte zumindest gezuckt haben, als der Frankfurter Jetro Willems den Ball vor dem zweiten Tor zu seinem eigenen Kollegen und nicht etwa zu einem Freiburger Profi geworfen hatte. Es war die Aufregerszene, die auch weit nach Spielschluss den Freiburger Präsidenten Fritz Keller von „fehlendem Fair Play“ sprechen ließ, habe doch der Sport-Club den Ball wegen einer Verletzung von Eintracht-Mann Lucas Torro ins Aus befördert. Dass ursprünglich der Frankfurter Keeper Rönnow in Richtung Seitenlinie abgeschlagen hatte, spielte für Keller keine Rolle. 

Nun ja, wie auch immer. Für den Genesungsprozess von Christian Streich dürfte es jedenfalls förderlich gewesen sein, dass er es nicht ins Stadion geschafft hatte. Der impuslive 53-Jährige, ja er wäre mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit an der Außenlinie explodiert, hin- und hergehüpfte mit rotem Kopf, so wie man ihn eben kennt. Die lädierte Bandscheibe hätte es ihm sicher nicht gedankt. „Ich hoffe, dass es idem Trainer bald besser geht“, sagte der Freiburger Kapitän Mike Frantz. In der Tat sei es ungewohnt, dass Streich nicht da ist. „Aber an dem Punkt geht die Gesundheit vor“, sagte Sportvorstand Jochen Saier bei Sky. 

Lars Voßler übernimmt

Vertreten wurde der Trainer diesmal von seinem Assistenten Lars Voßler. Der nahm die strittige Einwurfszene äußerst gelassen zur Kenntnis, er ärgerte sich vielmehr über die „Naivität“ seiner Mannschaft. Man hätte das Gegentor, dem drei Direktpässe der Hessen vorangegangen waren, besser verteidigen können, so Voßler.

Der 42-jährige Ersatzchef, der bereits 2011 vom Jugendtrainer zum Assistenten der Profis aufgestiegen war und seitdem eng an der Seite von Streich arbeitet, bekam ein durchaus passables Spiel seines Teams zu sehen. Die Breisgauer hatten mehr Ballbesitz, mehr Torabschlüsse (22 zu 10), auch mehr Großchancen. Diese ließen die Stürmer Nils Petersen und Florian Niederlechner jedoch teils leichtfertig liegen. „Wenn man eigentlich das dominierende Team ist, viele Chancen hat, die nicht nutzt und am Ende 0:2 verliert ist es richtig bitter“, sagte SC-Linksverteidiger Christian Günter. „Wir müssen uns erarbeiten, dass wir effektiver sind vor dem Tor.“

Der Sport-Club wartet nunmehr seit 17 Jahren auf einen Auftaktsieg in der Bundesliga und hat kommenden Samstag die schwere Auswärtsaufgabe bei 1899 Hoffenheim vor der Brust. Ob Christian Streich dann wieder an der Seitenlinie stehen, in gewohnter Manier toben kann, ist noch völlig ungewiss. Lars Voßler gewann seinem verlorenen Debüt als Chef auch Positives ab: „Es ist natürlich schade, dass wir am Ende ohne Punkte dastehen. Aber es geht weiter. Für mich war es das erste Bundesligaspiel in dieser Funktion, das hat sich gut angefühlt.“ Immerhin.

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