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SC Freiburg Luca Waldschmidt schießt Freiburg zum Sieg

Der ehemalige Frankfurter Luca Waldschmidt macht im Spiel gegen Mönchengladbach den SC Freiburg froh.

SC Freiburg
Kein Entkommen: Luca Waldschmidt (r.) wird von seinem Trainer Christian Streich geherzt. Foto: Imago

Es war dann doch, wie zunächst vermutet,  kein Wischmopp, der da im Freiburger Stadion an einer weißen Wand lehnte. Sondern Luca Waldschmidt. Der 22-Jährige mit der exponierten Lockenpracht war ein gefragter Mann am Freitagabend im Breisgau, Interview folgte auf Interview nach dem 3:1 (1:1) zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach, und in der Zwischenzeit blickte er beseelt nach oben, auf einem Bildschirm liefen die Höhepunkte des Spiels. Luca Waldschmidt schaute Luca Waldschmidt zu. Er lächelte.

Auf die Explosion, die dem Anschein auf seinem Kopf passierte, scheint nun auch der große Leistungsknall zu folgen bei Waldschmidt, dem langjährigen Frankfurter. Als hängende Spitze aufgeboten, hinter Nils Petersen, organisierte er den Freiburgern nach gerade einmal zehn Sekunden einen Foulelfmeter, zu Fall gebracht von Borussia-Keeper Yann Sommer; Petersen verwandelte. Beim erneuten SC-Führungstreffer beförderte der Sommerneuzugang vom Absteiger Hamburger SV den Ball sehenswert über den linken Fuß ins Gladbacher Tor (57.). Und überzeugte ansonsten nicht nur mit feiner Ballbehandlung, sondern auch mit fleißiger Laufarbeit. Nichts zu sehen vom Phlegma, das Waldschmidts Können in der Vergangenheit, in Frankfurt und in Hamburg, bisweilen lahmgelegt hatte. 

„Der Luca kann halt kicken“, hatte SC-Trainer Christian Streich schon im Verlauf der Saisonvorbereitung gesagt. Das war grundsätzlich ein Lob, natürlich, aber es gab nicht wenige Talente im Verlaufe seiner Tätigkeit als Profitrainer, die er trotz offensichtlichen fußballerischen Könnens am liebsten ins angrenzende Freibad geschickt hätte; der Beiname „Strandbadkicker“ ist grundsätzlich kein Lob im Freiburger Profifußball.

Als Waldschmidt in der Nachspielzeit nach Tor und Vorlage und einer Laufleistung von 12,06 Kilometern ausgewechselt wurde, nahm Christian Streich ihn in den Arm, wie nur Christian Streich Menschen in den Arm nehmen (sieht immer irgendwie schmerzhaft aus). „Nils und Luca sind unendlich angelaufen. Nur so geht es dann, über eine brutale Laufleistung“, lobte der 53-jährige sein Sturmduo: „Und dann hatten wir Balleroberungen und haben Fußball gespielt. Das ist natürlich entscheidend.“ Waldschmidt entkam den Gladbacher Verteidigern immer wieder, indem er sich in den Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr absetzte, die Bälle prallen ließ oder weiterleitete oder selbst nach vorne trieb. „Wir haben als Mannschaft ein gutes Spiel gemacht, haben uns reingekämpft und waren eklig“, sagte der gebürtige Siegener, der von einer „guten Mischung“ aus Defensive und Offensive sprach. Am besten traf er die Mischung selbst. Das südbadische Publikum verabschiedete ihn mit stehenden Ovationen.

Aber die Freiburger waren ja insgesamt gut drauf gegen den Lieblingsgegner aus Gladbach, der seit 16 Jahren auf einen Sieg an der Dreisam wartet. Zwar drohte der SC nach der frühen Führung schier erdrückt zu werden von der fußballerischen Klasse der Rheinländer, hochverdient war der Ausgleich von Thorgan Hazard durch einen Foulelfmeter (20.). Doch anschließend ließ die Borussia seltsamerweise ab von den Freiburgern. „Mit dem Ausgleich haben wir uns ein bisschen zurückgezogen. Das war so nicht gewollt“, sagte Trainer Dieter Hecking. 

Während die Gladbacher mal wieder schwer ernüchtert aus Freiburg abreisten, mit dem ersten richtigen Dämpfer der Saison im Gepäck, schien Streich die Leistung seines Teams kaum glauben konnte. „Dass sie dieses Tempo mitgehen konnten: boah“. Mit zwölf Punkten nach neun Spielen machen sie es sich langsam im Mittelfeld bequem, die Freiburger, wesentlich stärker aufgestellt als in der komplizierten Vorsaison. Auch dank Luca Waldschmidt.

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