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Leon Bailey Der Spektakel-Spieler

Leon Bailey rockt die Bundesliga mit Dribblings, Toren und der Story seines Lebens.

1899 Hoffenheim - Bayer Leverkusen
Ziemlich flott im Leben und auf dem Platz unterwegs: Leon Bailey. Foto: dpa

Als der Matchwinner dann endlich als Letzter auf Socken vom Feld in die Katakomben der Leverkusener Arena schlurfte, fing Rudi Völler Offensivmann Leon Bailey vor der Kabine ab. Der Sportchef von Bayer Leverkusen nahm den 20 Jahre „jungen“ Kerl aus Jamaika freudestrahlend in die Arme und gratulierte ihm zu einer von einem Klassetor gekrönten erneut fantastischen Leistung beim 2:0 (0:0) gegen den FSV Mainz. „Irre, was der Junge Woche für Woche zeigt“, sagte Völler kopfschüttelnd über den technisch versierten und extrem schnellen Offensivspieler. 

Ein kurzer Rückblick: Die meisten Beobachter waren ziemlich überrascht, als Bayer-Chefcoach Heiko Herrlich im August seine Leverkusener Startelf für das Saisoneröffnungsspiel beim FC Bayern bekannt gab. Statt dem beim Confed-Cup gereiften deutschen Nationalspieler Julian Brandt, dem eine leuchtende Zukunft auf den Gipfeln der Fußballwelt prophezeit wird, nominierte Herrlich einen von Zweifeln umwehten Dribbler namens Leon Bailey. Einige Münchner Zuschauer waren geradezu enttäuscht, schließlich soll der Rekordmeister dringend an einer Verpflichtung Brandts interessiert sein. Gerne hätten sie diesen Spieler mal mit eigenen Augen gesehen. Seither ist ein knappes halbes Jahr  vergangen, und inzwischen ist Bailey der Mann, den Experten, Fachmagazine und Tageszeitungen ziemlich einhellig als besten Bundesligafußballer der Hinrunde priesen. In der Rückrunde macht der Jamaikaner einfach da weiter, wo er vor Weihnachten aufgehört hatte. Bailey, schwärmt Herrlich von seinem neuen Superstar, habe „brutale Qualitäten“. 

Natürlich ist „Superstar“ ein Begriff, mit dem man vorsichtig sein muss, allerdings huldigen in diesem Fall nicht nur die Boulevardzeitungen dem flinken Burschen als schillerndste Figur dieses Bundesligawinters. Auch sein Berater Craig Butler trägt fleißig zu dieser Inszenierung bei. Der Mann, der Bailey entdeckte und später adoptierte, streut fröhlich Gerüchte vom Interesse englischer Klubs, auch der FC Bayern soll den Leverkusener als Nachfolger für Franck Ribéry ins Auge gefasst haben. 

Der junge Fußballer ist derzeit der große Entertainer des Werksklubs. Denn neben seinen sehenswerten Leistungen, seinen bisher acht Toren und sechs Vorlagen, hat er auch eine Lebensgeschichte zu bieten, die sich drastisch von den glatt geschliffenen Karrieren der Zöglinge aus den deutschen Fußballinternaten unterscheidet.

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