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Kommentar VfB Stuttgart Mutlos dem Ende entgegen

Tayfun Korkut muss nach nur 22 Spielen und knapp neun Monaten als Trainer des VfB Stuttgart den Hut nehmen. Das Aus war abzusehen. Ein Kommentar.

Tayfun Korkut
Tayfun Korkut, als Entwickler gescheitert. Foto: Patrick Seeger (dpa)

Dass das Fußballgeschäft ein schnelllebiges, ja manchmal orkanartiges ist, dürfte niemanden mehr überraschen. Vor allem nicht die Menschen, die selbst seit Jahren in dessen Epizentrum mitmischen, die an einem Tag hochgejubelt werden, gut dotierte Verträge abschließen, um am nächsten verteufelt zu werden und sich arbeitslos melden zu müssen. Insbesondere gilt dieses Hire-and-fire-Prinzip natürlich für die Trainer. Die sind in der Bundesliga durchschnittlich gerade mal 15 Monate im Amt – ein bisschen mehr als eine Saison also, dann ist Schluss.

Tayfun Korkut, 44 Jahre alt, sind diese 15 Monate bei einem Verein verwehrt geblieben. Nach nur 22 Spielen und knapp neun Monaten als Trainer des VfB Stuttgart ist seit Sonntagmorgen, eine Nacht nach der ernüchternden 1:3-Niederlage in Hannover und dem Abrutschen auf den letzten Platz, mal wieder vorzeitig Schluss. Wie schon so oft in der Karriere des Deutschtürken. Weder in Hannover, da waren es immerhin 15 Monate, noch in Kaiserslautern, sechs Monate, oder Leverkusen, drei, schaffte es Korkut, nachhaltig Spuren zu hinterlassen. Obwohl sich die Zeit im Schwabenland manierlich, ja sogar erfolgreich mit der überraschend starken Rückrunde der Vorsaison anließ und Korkut in einen vorher für ihn nicht gekannten Punkteschnitt emporstieg (1,64), vermochte er es nicht, mit seiner Mannschaft und für sich selbst den nächsten Schritt zu gehen. In Kurzform: Als Stabilisator funktionierte Korkut, als Entwickler scheiterte er.

Korkuts vorhersehbares Aus

Das mag auch am Naturell des Familienvaters liegen. Der in Stuttgart geborene und mit der Region eng verbandelte Trainer ist ein immerzu höflicher Mensch, ein angenehmer Gesprächspartner, der nur ganz selten aus seiner Haut fährt. Charaktereigenschaften, die grundsätzlich positiv zu bewerten sind, die aber auch negative Züge mit sich bringen. Zu brav, zu bieder, zu wenig klare Kante – so die Vorwürfe an Korkut. Und da ist durchaus etwas dran.

So mutlos wie Korkut seine Mannen für die Begegnung in Hannover, beim bisherigen Schlusslicht, das sich noch eine Woche zuvor beim 1:4 in Frankfurt wie ein Absteiger präsentiert hatte, taktisch aufstellte (acht defensiv denkende Feldspieler, nur zwei echte Angreifer), so mutlos kickten seine Schützlinge auch. Ein Fehler, den Korkut zwar rasch erkannte, ihn in der Halbzeitpause korrigierte, der seine Elf auf dem Feld aber längst in einen derartigen Negativstrudel befördert hatte, dass es zumindest an diesem Nachmittag kein Entkommen mehr gab.

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