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Kommentar Bayern München Uli Hoeneß zündelt mal wieder

Das Gebelle von Uli Hoeneß, der Mann, der nach Absitzen seiner Gefängnisstrafe mit mehr Demut durch die Welt zu laufen gedachte, ist lauter denn je. Ein Kommentar.

Uli Hoeneß
Lust am Krawall: Uli Hoeneß. Foto: dpa

Die britischen Komiker von Monty Python haben das Leben, und damit auch den Sport und den FC Bayern München, für alle Zeiten sauber aufgearbeitet, in Sketchen, natürlich auch in Filmen wie „Das Leben des Brian“. Darin gibt es eine berühmte Basar-Szene. Brian, der Prophet wider Willen, versucht auf der Flucht vor den Ordnungskräften einen falschen Bart zu kaufen, er ist bereit, den aufgerufenen Preis zu zahlen, es muss schnell gehen, doch der Händler will feilschen. Ohne Feilschen kein Geschäft. Am Ende kriegt Brian den Bart günstiger, aber er ist verwirrt, und der Händler ist glücklich, aber nicht ganz so reich.

Bei den Bayern war es nun so, dass sie Paris Saint-Germain keinen falschen Bart verkaufen wollten und übrigens auch keinen richtigen Boateng, wie der Präsident Uli Hoeneß versicherte. Das ist ihnen gelungen, Jerome Boateng spielt in dieser Saison in München. Für Hoeneß ist dies dennoch kein Grund, sich nicht aufzuregen. „Ich würde Paris Saint-Germain raten, seinen Sportdirektor auszutauschen“, hat Hoeneß dem „Kicker“ gesagt und den Portugiesen Antero Henrique gemeint. Paris wollte knapp 40 Millionen zahlen, Bayern aber 50 Millionen haben. „Wir haben diese Ablöseforderung in dieser Höhe gestellt, weil wir Jerome nicht abgeben wollten und davon ausgingen, dass Paris diesen Betrag nicht zahlen würde“, sagte Hoeneß. „Außerdem wollten wir unserem Trainer, der diesen Spieler unbedingt behalten wollte, diesen Gefallen tun.“ 

Populistisches Geraunze von Uli Hoeneß

Um das festzuhalten: Bayern wollte Boateng behalten, das hat geklappt, PSG wollte Boateng nicht wirklich haben, sonst hätten sie ein zweites Angebot nachgeschoben, und also müssten nun alle zufrieden sein, außer vielleicht Boateng, der halt doch gerne mit seinen riesigen, verkehrtherum aufgesetzten Nietenkappen durch Paris wandeln würde. Und Uli Hoeneß irgendwie, dem dieser PSG-Mann nicht gefällt, der nicht gescheit feilschen mag oder kann oder beides.

Zurück bleibt das abgestandene Gefühl, dass beim FC Bayern gerade etwas entgleitet oder längst entglitten ist, womöglich geht es um Anstand. Das Gebelle von Uli Hoeneß, der Mann, der nach Absitzen seiner Gefängnisstrafe mit mehr Demut durch die Welt zu laufen gedachte, ist lauter denn je. Er hat Mesut Özil in aller Öffentlichkeit angeraunzt, populistisch und unsachlich, als die Stimmung schon explosiv genug war; er stellt nun den Pariser Henrique an den Pranger, aus Lust am Krawall, wie es scheint. Hoeneß verflucht das Internet als Raum wilder Meinungsmacherei und übersieht dabei, dass er in der analogen Welt genauso agiert. 

Man wünscht sich sehr, dieser Typ würde sich einmal ändern. Ein falscher Bart genügt nicht. 

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