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Hamburger SV Zweite Liga, der HSV kommt

Ein mal wieder völlig überforderter Hamburger SV manifestiert beim 0:6 in München seinen traurigen Gegentorschnitt von 6,3 Treffern pro Gastspiel.

HSV-Keeper Christian Mathenia
Flachgelegt: HSV-Torwart Christian Mathenia kann sich nach einem Gegentreffer nur kurz mal ausruhen. Foto: rtr

Zumindest eine kleine Schnittmenge zwischen dem FC Bayern und Hamburger SV ließ sich noch finden. So unterschiedlich die Antipoden der Bundesliga sich entwickelt haben und nun auch aufgetreten waren beim 6:0 (3:0) der Münchner, so ähnlich gerieten zumindest die Themen des Nachgangs. Um Fragen nach der Zukunft drehen sich die Debatten beim FCB und HSV ja gleichermaßen, wenn auch mit einer jeweils völlig anderen Ausgangslage. Und während sich die akut abstiegsbedrohten Hamburger in Durchhalteparolen flüchteten wie der angezählte Trainer Bernd Hollerbach, der ein Aufgeben abermals ausschloss, legte sich sein Kollege Jupp Heynckes vor dem möglicherweise schon am kommenden Sonntag feststehenden 28. Meistertitel auf, ab sofort gar nicht mehr Stellung zu nehmen zu der Frage nach seiner Zukunft und Nachfolge beim FC Bayern. 

„Ich habe mir vorgenommen, gar nichts mehr dazu zu sagen“, sagte Heynckes über jene Verabredung, die er wohl vor allem mit sich selbst getroffen hat. Es sei schließlich alles dazu gesagt. Zuletzt war all das Gesagte allerdings ein bisschen verwirrend geraten, nachdem Heynckes stets an seine nur bis zum 30. Juni geltende Vereinbarung erinnert hatte, Freitag aber insistierte, er habe nie gesagt, dass er definitiv aufhören werde am Saisonende. Er habe kein Fass aufgemacht, befand Heynckes nun am Samstagabend und setzte für das Verwirrspiel um die Trainerfrage sogar einen sehr weitreichenden Zeitrahmen, in dem er kategorisch schweigen wolle: „Ihr alle müsst dann mal warten bis zum Sommer, dann wissen wir mehr.“

HSV zerlegt sich selbst

Weitere Fragen zum Dauerthema dürften sich wohl ähnlich zuverlässig einstellen wie die nächste, aber wahrscheinlich vorerst letzte hohe Niederlage des HSV in München. Zu wenig hoffnungsstiftend war der desolate Auftritt des letzten verbliebenen Gründungsmitglieds der Bundesliga geraten, den Abstieg in den kommenden acht Spielen noch abwenden zu können. „Unmännlich“, nannte HSV-Kapitän Gotoku Sakai das passive Zweikampfverhalten gar. „Das ist nicht die Art Fußball, wie ich sie mir vorstelle“, ergänzte Hollerbach, „ich kann verlieren, aber ich muss dann ein bisschen unangenehm sein.“ Er habe „keine Ahnung, was in manchen Köpfchen so vorgeht“, befand Stürmer Sven Schipplock gar. Warum Einsatz und Leidenschaft gefehlt hätten, „müssen Sie die fragen, die heute keine Lust hatten“. Beim HSV zerlegen sie sich gerade selbst, begleitet von einem geschmacklosen Plakat, das in der Nacht auf Sonntag am Trainingsgelände aufgehängt worden war, umrahmt von elf Grabkreuzen. „Eure Zeit ist abgelaufen! Wir kriegen euch alle!“, stand darauf. Die Polizei wollte aus ermittlungstaktischen Gründen keine Informationen abgeben. 

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