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Fußball Darf die AfD mitspielen?

Andere Vereine unterstützen die Haltung von Eintracht-Präsident Peter Fischer, kritisieren aber zum Teil die Art und Weise des Umgangs mit der AfD.

Peter Fischer
Stößt eine Diskussion um Rechtspopulisten in der Bundesliga an: Peter Fischer, Eintracht-Präsident. Foto: dpa

Was sagt die Fußballbranche angesichts der Debatte um die Mitgliedschaft von AfD-Wählern bei Eintracht Frankfurt? Die Frankfurter Rundschau hat das Thema zum Anlass genommen, bei ausgewählten Klubs nachzufragen.

Eintracht-Präsident Fischer hatte zuletzt in verschiedenen Interviews betont: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ In seiner Amtszeit würde es „keine Nazis bei Eintracht Frankfurt“ geben: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz.“ Er „schäme“ sich für „13 Prozent der Bevölkerung, die die AfD gewählt haben. Ich will ihnen keinen Millimeter Fläche geben“. 

Die AfD hat daraufhin Strafanzeige gegen den seit 17 Jahren amtierenden Chef von 48000 Vereinsmitgliedern wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. Im Internet gab es neben vielfacher Unterstützung auch einen Shitstorm gegen Fischer.

OFC will nicht ausgrenzen

Für Kickers Offenbach hat Präsident Helmut Spahn „mit großer Aufmerksamkeit die Diskussionen und Reaktionen zu den Stellungnahmen von Herrn Fischer verfolgt“. Im Leitbild des OFC heiße es: „Wir identifizieren uns mit Kickers Offenbach und seinen ethischen Werten. Rassismus, Gewalt und Diskriminierung jeder Art lehnen wir ab. Bei uns ist jeder willkommen. Wir begegnen uns mit Respekt und auf Augenhöhe.“ 

Spahn präzisiert: „Das soll nicht heißen, dass wir jedem Mitglied kritiklos gegenüber stehen. Ganz im Gegenteil! Ich denke, es ist aber der bessere Weg, sich mit Menschen die nicht unseren ethischen, moralischen und demokratischen Grundwerten entsprechen offen, direkt, deutlich und konstruktiv auseinanderzusetzen – anstatt sie auszugrenzen. Ausgrenzung führt zu weiterer Radikalisierung und verstärkt die sogenannte Opferrolle. Überzeugungsarbeit ist hier gefragt und eine schonungslose Diskussion. Gerade die Absicht, bestimmte Gruppen noch weiter an den Rand der Gesellschaft zu drängen, wird das Problem verstärken.“

Er könne „die Intention von Herrn Fischer absolut nachvollziehen und unterstütze auch vorbehaltslos seine grundsätzliche Absicht, denke aber, der von ihm beschrittene Weg ist der falsche und in dieser Weise nicht geeignet das Problem an der Wurzel zu packen“. Denn: „Wir haben eine völlig neue und veränderte Parteienlandschaft und müssen uns mit diesen gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinandersetzen. Wenn man sich das aktuelle Bundestagswahlergebnis anschaut, ist die Frage, wie reagieren wir darauf? Zum einen sollten wir unsere demokratischen und weltoffenen Grundwerte vorleben und andere, die anders denken, davon zu überzeugen. Zum anderen gehört es gerade und insbesondere zu einer gelebten Demokratie und zum Rechtsstaatsprinzip, sich mit anders Denkenden insbesondere auf dieser Basis zu beschäftigen. Genau das macht unsere freiheitlich demokratische Grundordnung aus.  Wir sollten nicht mit den gleichen Mitteln und Argumenten versuchen Probleme zu lösen, für genau die wir andere kritisieren.“ 

1. FC Köln engagiert sich für Willkommenskultur

Auch der 1. FC Köln hat dezidiert und umfangreich auf die Anfrage der FR reagiert. Laut Satzung ist der Verein politisch neutral. Zugleich steht im Satz davor aber auch: „Der Verein bietet allen, unabhängig insbesondere von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Glauben oder sexueller Orientierung, eine sportliche Heimat.“ Zudem heißt es in der Charta: „Wir wollen Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall.“ 

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