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Freiburg gegen Frankfurt Es zwickt hinten und vorne

Der SC Freiburg startet gegen Eintracht Frankfurt in die Bundesliga-Saison. Trainer Christian Streich hat Probleme am Rücken, das Freiburger Spiel im Sturm.

SC Freiburg
Noch ohne Bundesliga-Auftaktsieg: Christian Streich. Foto: dpa

Christian Streich war nicht da, aber das machte ausnahmsweise mal gar nichts. Wenn der SC-Coach unpässlich ist, kommt in Freiburg ein Mann namens Lars Voßler zum Vorschein, ein freundlicher Südbadener, den so gut wie nichts aus der Ruhe bringt, was eine unschätzbar wertvolle Eigenschaft ist für einen, der bei den SC-Spielen direkt neben Streich sitzt, den so gut wie alles aus der Ruhe bringt. Streich ist die Brandung, Co-Trainer Voßler, 42, der Fels.

Am Donnerstag also fiel Streich aus für die Pressekonferenz vor dem Bundesligaauftakt gegen Eintracht Frankfurt, der Rücken tut ihm weh, ein altes Leiden. Voßler musste vor die Journalisten und löste die Aufgabe souverän, aber am Samstag würde er sich gerne wieder in die zweite Reihe zurückziehen. „Ich wünsche es mir und gehe auch davon aus“, sagte er auf die Frage, ob Streich gegen die Eintracht an der Seitenlinie stehen könne. Beim SC würden sie nur ungerne auf die Energie ihres Cheftrainers verzichten, gerade jetzt, zum Auftakt, da noch niemand so richtig weiß, was los ist. „Wir sind selbst gespannt, wie wir uns präsentieren werden“, erklärte Voßler.

In der ersten Runde des DFB-Pokals hatte der Sport-Club gerade noch das verhindern können, was der Eintracht widerfahren war: Ein unrühmliches Ausscheiden bei einem unterklassigen Team. Beim Drittligisten Energie Cottbus schaffte Mike Frantz, neuer Mannschaftskapitän nach dem Karriereende des ewigen Julian Schusters, erst in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich. Später entschieden die Breisgauer das Elfmeterschießen für sich.

Luca Waldschmidt ist der Toptransfer

„Man sollte den Pokal außen vor lassen“, findet Voßler jedoch, „die Gegner waren schon im Spielrhythmus, das ist ein Riesenvorteil.“ Weshalb man an der Dreisam auch das Frankfurter Aus in Ulm mit Skepsis betrachtet, das Spiel fließe nicht groß in die Bewertung der Eintracht mit ein, erklärte Voßler. Die Eintracht, „das ist Fakt“, habe trotz Umbruchs interessante Spieler und einen guten Kader. Und eine Mannschaft, bei der nichts passt, habe er in Ulm nicht gesehen, sagte Voßler. „Dafür haben sie viel zu viele Torchancen herausgespielt. Wir hatten nicht so viele Torchancen in Cottbus.“

Ah ja, die Chancen: Ein Freiburger Leid, fast so alt wie Christian Streichs Rückenschmerzen.

In der vergangenen Saison tat sich der Sport-Club enorm schwer, aus dem Spiel heraus gefährlich vors gegnerische Tor zu gelangen. „Das ist die Königsdisziplin“, weiß Voßler, „das schwierigste im Fußball überhaupt.“ Vor allem für ein Team wie den Sport-Club, nicht gerade mit höchster individueller Qualität gesegnet im Kreativbereich, und wenn man in Frankfurt versehentlich laut erwähnt, dass Luca Waldschmidt der Freiburger Toptransfer im Angriff ist, darf man sich komischer Blicke sicher sein.

Waldschmidt, der diverse Eintracht-Jugendteams durchlief, sich bei den Profis aber nicht durchsetzen konnte, wie auch danach beim Hamburger SV; Waldschmidt, der aber immer noch jung ist, 22, und deshalb perfekt in die Freiburger Personalstrategie passt, die es nicht vorsieht, fertige Bundesligaspieler zu kaufen, aus Kostengründen. Also holt man die unfertigen, um sie fertig zu machen.

Die Hoffnung, dass einer wie Waldschmidt beim SCF sein Talent entfaltet, ist jedenfalls historisch begründet am Standort Freiburg. Am Donnerstag war der Verein ja mal wieder ganz bei sich, präsentiert wurde die neue Mitgliederkampagne des Fördervereins der Freiburger Fußballschule, der sich seit 2004 in der regionalen Jugendarbeit engagiert. Das Motto: „Breite stärken. Spitze fördern. Verantwortlich handeln.“ Besonders spitze fände man beim SC natürlich am Samstag einen Erfolg gegen Eintracht Frankfurt. Es wäre der erste Bundesliga-Auftaktsieg seit 17 Jahren.

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