Lade Inhalte...

Bundesliga am Freitag Gegen Frankfurt: Punkten für den VfB, Weinzierl und Reschke

0:4, 0:4 - der Auftakt von Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart ist unterirdisch. Nun kommt DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt zum Bundesliga-Schlusslicht. Das Heimspiel wirkt schon wie ein Knackpunkt dieser Saison, auch wenn Weinzierl davon nichts wissen will.

01.11.2018 16:44
Von Maximilian Haupt, dpa
Markus Weinzierl
Wartet noch auf sein erstes Erfolgserlebnis als neuer VfB-Coach: Markus Weinzierl. Foto: Sebastian Gollnow

Für einen Trainer ohne Punkt und dem desaströsen Torverhältnis von 0:8 wirkt Markus Weinzierl vor dem Duell des VfB Stuttgart mit Eintracht Frankfurt gefestigt und optimistisch.

Bei all der demonstrativen Gelassenheit auch nach zwei herben 0:4-Pleiten in seinen beiden ersten Spielen als Coach des Bundesliga-Letzten ist sich der Bayer der Lage dennoch vollkommen bewusst. „Es ist klar, was auf dem Spiel steht und was unsere Aufgabe ist“, sagte er vor der Auftaktpartie des zehnten Spieltags in der Fußball-Bundesliga am Freitagabend (20.30 Uhr). „Die kommen mit einer Serie und sehr viel Selbstvertrauen hier nach Stuttgart. Für uns ist es natürlich eine schwierige Situation, wo wir zu Hause gefordert sind, wir punkten müssen, punkten wollen, am besten dreifach.“ Denn nur der zweite Saisonsieg kann etwas Druck nehmen von Weinzierl - und seinem Vorgesetzten, Sportvorstand Michael Reschke.

Denn während Frankfurt sich vom schwachen Saisonstart längst erholt hat und mit Coach Adi Hütter inzwischen dank fünf Siegen aus den vergangenen sechs Spielen auf Platz sieben der Tabelle steht, ist die Ausbeute des VfB Stuttgart noch immer sehr mager. Nur fünf Zähler aus neun Spielen und lediglich sechs Tore bei 21 Gegentreffern in dieser Saison werden zunehmend auch dem ehemaligen Kaderplaner des FC Bayern München angelastet.

„Einige Entscheidungen waren sicher unglücklich. Die Länge der Vertragsverlängerung mit Holger Badstuber war fragwürdig, die vorzeitige Verlängerung des Kontrakts mit (Ex-Trainer Tayfun, Anm.) Korkut zu diesem Zeitpunkt unnötig“, sagte Aufsichtsrat Guido Buchwald in einem Interview bei „Sport1“. „Herr Reschke ist der Sportvorstand und wir müssen ihn in der momentanen Lage einfach unterstützen. Aber ganz ehrlich: Mir wäre eine breitere sportliche Kompetenz im Verein für die Zukunft sehr wichtig. Es ist immer schwierig, wenn alles an einer Person festgemacht wird“, sagte er.

Von den vielversprechend klingenden Neuzugängen aus dem Sommer hat noch keiner die Mannschaft entscheidend voran gebracht. Und Reschkes Prognose, der VfB werde mit dem Abstieg nichts zu tun haben, klingt im Rückblick überheblich und selbstgerecht. Daniel Didavi und Marc Oliver Kempf spielten wegen Verletzungen noch kaum eine Rolle, Kempf zumindest könnte am Freitag im Kader stehen. Die Außenverteidiger Pablo Maffeo und Borna Sosa bekamen zwar beide ihre Einsatzzeiten, für Begeisterung bei den Fans sorgen sie bislang nicht. Gonzalo Castro läuft seit Saisonbeginn seiner Form hinterher und ist längst nicht der stabile und spielstarke Mittelfeldmann, den sich der VfB gewünscht hatte. 8,5-Millionen-Mann Nicólas González hat seine Torgefahr irgendwo in der Vorbereitung verloren und seither nicht wieder gefunden.

Für Weinzierl war die Gemengelage nach der Amtsübernahme von Tayfun Korkut im Oktober daher verzwackt und gilt als Entschuldigung für seinen missglückten Start in Stuttgart. „Für mich zählt, dass ich einen Tabellenachtzehnten übernommen habe, der mit vielen Verletzten ausgestattet ist aktuell, mit einem sehr schweren Auftaktprogramm, wo wir es versäumt haben zu punkten, und jetzt kommt Eintracht Frankfurt, wo die Mannschaft gefordert ist“, sagte er. Seine Ansage: „Jeder muss zeigen, dass er zurecht Spieler des VfB Stuttgart ist.“

Weinzierl, der mit Augsburg und Schalke nach schlechtem Beginn jeweils noch eine ordentliche Runde spielte, will die Bedeutung des Heimspiels nun nicht noch zusätzlich vergrößern. „Es ist doch klar, dass wir vor einem super Publikum, ausverkauftes Stadion, die Spiele gewinnen wollen. Aber die Spiele sind alle eng, da brauchst du das nötige Spielglück.“ Sollte es nicht klappen mit einem Erfolg „dann geht es gegen Nürnberg auch weiter, dann müssen wir gegen Nürnberg gewinnen“. Denn: „Es ist schwer vorherzusagen, und versprechen kann man schon mal gar nichts. Zumindest in der Bundesliga.“

(Von Maximilian Haupt, dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen