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Bayer Leverkusen Neuer Anlauf

Bayer Leverkusen will mit seinem Kader zurück auf die Champions-League-Plätze.

0Bayer Leverkusen
Toptalent zum stolzen Preis: Paulinho, der 18,5-Millionen-Zugang für Bayer Leverkusen. Foto: imago

Das Dilemma ereignete sich an einem der ersten schönen Tage des Supersommers 2018. Es war der 5. Mai, als sich auf dem Bremer Osterdeich die ersten Sonnenanbeter lümmelten - und die Werkskicker aus Leverkusen im Weserstadion auf einmal eine merkwürdige Lethargie befiel. Heraus kam am vorletzten Bundesliga-Spieltag im Auswärtsspiel bei Werder Bremen eine fade Nullnummer mit fatalen Folgen: Am letzten Spieltag verspielte die Bayer-Elf prompt einen Champions-League-Rang. Und letztlich musste Sportdirektor Jonas Boldt konstatieren: „Unsere Spielart vergangene Saison hat mir gefallen. Wir haben am Ende aber zu viel liegengelassen. Diese Saison wollen wir uns verbessern.“ Das ist die Ausgangslage.

Wie ist die Stimmung?
Bei dem im Verhältnis zu seiner sportlichen Klasse selbst im näheren Umfeld zu wenig beachteten Verein ist es gewohnt ruhig. Kritiker sagen: zu ruhig für einen optimalen Leistungsanreiz. Dabei hat Leverkusen auch infrastrukturell Voraussetzungen geschaffen, die Profifußball auf allerhöchstem Niveau ermöglichen. Zu den Top sechs in Deutschland gehört der Klub auf alle Fälle, aber an die emotionale Ausschläge der Konkurrenz reicht Leverkusen nicht heran. In Krisenzeiten kann das ein Vorteil sein, aber es ist vielleicht kein Zufall, dass es zum großen Wurf oft nicht gereicht hat.

Wie stark ist der Kader?
Wer junge Topspieler wie Jonathan Tah (22), Kai Havertz (19), Leon Baily (20) oder Julian Brandt (22) beschäftigt, der muss eigentlich den Entwicklungsprozess solcher Hochkaräter in der Königsklasse vorantreiben. Geschäftsführer Rudi Völler ist sich mit seinem für die Spielersuche zuständigen Sportchef Boldt einig, dass diese Spielzeit ein Champions-League-Rang herausspringen muss. So lautet die klare Zielvorgabe, danach wurde der Kader konzipiert. Die Palette hochkarätiger und erfahrener Profis ist breit genug, um den Tanz auf drei Hochzeiten mit bis zu neun englischen Wochen in der Hinrunde zu überstehen. Die Vertragsverlängerungen mit Tah, Brandt und zuletzt Baily – alle von anderen Vereinen umworben – waren überdies „starke Signale“, wie Völler befand. Gerade dieses Trio wird die Entwicklung von Bayer Leverkusen genau verfolgen und den eigenen Karriereweg davon abhängig machen, ob bald wieder die Champions-League-Hymne in der Bay-Arena ertönt.

Worauf steht der Trainer?
Es obliegt Trainer Heiko Herrlich, die erlesene Auswahl mit einer guten Mischung zwischen Alt und Jung, zu mehr Konstanz zu animieren. Der 46-Jährige stellt in dieser Saison die Mentalität in den Mittelpunkt. Der Fußballlehrer – ein sehr gläubiger Christ – sieht vor allem in der Persönlichkeitsentwicklung mancher Profis noch viel Luft nach oben. „Wir haben viele Spiele nicht aus fußballerischen Gründen verloren, sondern weil die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit, am Ende gefehlt hat. Da hoffe ich auf einen Riesenschritt nach vorne.“ Ein Manko, das nicht bei der ersten Generation an diesem Standort beklagt wird.

Wo hapert’s noch?
Die schwere Knieverletzung von Julian Baumgartlinger im Pokalspiel in Pforzheim war ein Schlag ins Kontor. Der auf der Doppel-Sechs neben Lars Bender fest eingeplante Österreicher fällt zwei Monate aus. Pech hat auch Lukas Hradecky gehabt, der ablösefrei aus Frankfurt kam und eigentlich sofort Bernd Leno beerben sollte. Doch der finnische Schlussmann hat sich nach einer Weisheitszahn-Operation, bei der eine Zyste im Kiefer entfernt wurde, wochenlang krankmelden müssen. Im Pokal stand Ramazan Özcan im Tor. Als Langzeitlösung taugt der 34-Jährige nur bedingt.

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