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Cottbus und Mannheim Aufstiegsspiele: Randale und rechte Symbole

In Mannheim fliegen Pyros auf den Platz, in Cottbus feiern Fans mit KuKluxKlan-Mützen. Die Aufstiegsspiele zur 3. Liga sorgen für handfeste Skandale. Der DFB sieht den Fan-Dialog in Gefahr.

28.05.2018 14:57
Waldhof Mannheim - KFC Uerdingen
Spielabbruch in Mannheim: Weil aus dem Block der Waldhof-Fans Pyrotechnik auf den Platz fliegt, wird das Spiel abgebrochen. Foto: dpa

Ku-Klux-Klan-Kapuzen in Cottbus, Spielabbruch wegen Böllern und Pyrotechnik in Mannheim: Rund um die Aufstiegsspiele zur 3. Fußballliga haben wenige Problemfans den Sport mal wieder in den Hintergrund gedrängt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht aufgrund der jüngsten Ereignisse den Fandialog in Gefahr.

„Der deutsche Fußball ist den Fans weite Schritte entgegengegangen. Und wenn das die Antwort auf ein Entgegenkommen und Dialogangebot ist, sind wir jetzt am Ende angekommen“, sagte Vizepräsident Ronny Zimmermann dem Mannheimer Morgen mit Blick auf die Geschehnisse in Mannheim: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, einen Spielabbruch auf so einer Ebene. Da müssen wir nicht mehr über Fußballkultur sprechen, mit so etwas möchte ich nichts zu tun haben.“

Laut der Rechts- und Verfahrensordnung dürfte die Partie, die in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für den KFC Uerdingen von Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) abgebrochen wurde, vom Sportgericht mit 2:0 für die Gäste gewertet werden. Das Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet.

Spekuliert wird derweil, wie die Mannheimer Krawallmacher das Material ins Carl-Benz-Stadion schaffen konnten. Wie der Klub dem SID am Montag bestätigte, fand in der Nacht zum Samstag die Feier der Fan-Gruppierung im Stadion statt. Bei dieser Gelegenheit wurden möglicherweise Pyro-Teile in der Arena deponiert.

Eigentümer des Stadions ist die Stadt. Die schob den Schwarzen Peter dem Verein zu. „Die angesprochene Grillparty war der Stadt Mannheim nicht bekannt und war nicht genehmigt. Über ein solches Vorhaben wurden die Polizei und die Stadt Mannheim auch im Rahmen der Sicherheitsbesprechung vor dem Relegationsspiel nicht informiert“, teilte eine Sprecherin dem SID mit. Nach Angaben aus dem Rathaus ist die Arena dem Klub „nur für eine sportliche Nutzung“ überlassen. Der Klub kündigte eine Aufarbeitung an.

Rechtsradikale Umtriebe bei Energie Cottbus

Auch Energie Cottbus muss sich nach dem Saisonfinale mit unschönen Dingen auseinandersetzen. Der Klub distanzierte sich am Montag „entschieden“ von einem Vorfall bei der Aufstiegsfeier in der Cottbuser Innenstadt. Einige Personen hatten mit weißen Kapuzen im Stil des Ku-Klux-Klans gefeiert und dabei ein rotes Transparent mit der Aufschrift „Aufstieg des Bösen“ hochgehalten. Der kriminalpolizeiliche Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.

Die Darstellungsform sei „menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar“, heißt es in der Stellungnahme des Vereins. Energie versprach, „im Falle der Bekanntmachung der Personen bundesweite Stadionverbote und lebenslange Hausverbote“ auszusprechen.

„Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Personen der Stadt Cottbus, der gesamten Region und dem FC Energie Cottbus ganz bewusst Schaden zufügen wollen“, heißt es in einer Stellungnahme des früheren Bundesligisten: „Wir sind zutiefst betroffen, dass einige wenige Personen durch ihr Handeln die Freude über den Aufstieg trüben und das Image von zehntausenden Energie-Fans und des Vereins beschädigen.“

Cottbus hatte am Sonntag durch ein 0:0 im Play-off-Rückspiel gegen Nordmeister Weiche Flensburg die Rückkehr in den Profifußball perfekt gemacht. Im Stadion verlief die Siegesparty friedlich.

Nach dem Spiel hatte die Mannschaft von Energie Cottbus antiziganistische Parolen angestimmt und „Trainer, Du Zigenuer“ intoniert. Auf der anschließenden Pressekonferenz antwortete Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz daraufhin mit „Spieler, Ihr Zigeuner“.

Im Stadion sollen zudem Zuschauer offen Tätowierungen mit rechtsradikaler Symbolik zu Schau gestellt haben. (sid/dil)

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