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Frauen-Bob Belgisches Bobteam in TV-Show gecastet

Elfje Willemsen und Eva Willemarck vertreten Belgien im Zweierbob. Dabei waren die beiden vor drei Jahren noch Leichtathletinnen. Das Olympia-Ticket gewannen sie in einer Castingshow.

23.02.2010 15:02
Elfje Willemsen (re.) und Eva Willemarck haben ihr Olympiaticket von einem TV-Sender bekommen. Foto: rtr

Whistler. Das belgische Duo Elfje Willemsen und Eva Willemarck hat das Unmögliche geschafft. Die bei einer TV-Show gecasteten Frauen haben nach nur zweieinhalb Jahren das Ticket für die Olympischen Spiele gelöst. Der Sender VRT hatte nach den Winterspielen 2006 in Turin eine Kampagne mit dem Ziel gestartet, die ersten Frauen zu finden, die Belgien in einem olympischen Bobrennen vertreten. Die ehemaligen Leichtathletinnen Willemsen (Speerwurf) und Willemarck (100 Meter) setzten sich schließlich durch unter 70 Bewerberinnen durch.

Wäre der berüchtigte Eiskanal von Whistler nicht so riskant, wäre die Story wirklich lustig. Doch Insider sorgen sich um die unerfahrenen Pilotinnen genauso wie um die Japanerinnen Manami Hino und Konomi Asazu oder die Australierinnen Astrid Loch-Wilkinson und Cecilia McIntosh. Immerhin ist die Angst am Whistler Sliding Center nach dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili und der Sturzserie beim Zweierbob der Männer ins Unermessliche gestiegen. "Wir hoffen, dass nicht noch mehr Schlimmes passiert", sagt auch die deutsche Medaillenhoffnung Cathleen Martini. "Man hat bei den Jungs gesehen, dass es eine harte Bahn ist."

Während die Japanerinnen nach ihren Fahrten im Eiskanal immer nur kichern, beschäftigen sich die Belgierinnen schon intensiver mit dem Kurvenlabyrinth. "Das erste Mal war ich schockiert, doch nun macht es langsam Spaß. Die Bahn ist von Kurve 1 bis 16 eine Herausforderung, da bleibt keine Zeit zum Relaxen", meinte Willemsen, die sich noch an ihre erste Fahrt vor zweieinhalb Jahren in einem gebrauchten Bob des Letten Janins Minins erinnerte: "Ich wollte in Kurve sieben schon rausspringen, es wurde immer schneller und schneller. Mein Kopf flog hin und her und ich dachte: Verdammt, wie soll ich das Ding lenken?"

"Es ist nicht Big Brother"

Nach dem ersten Sturz saß sie weinend im Auto ihres Trainers und wollte alles hinschmeißen. "Ich höre auf", brummelte sie live im belgischen Fernsehen. Die Fernsehsendung "Operatie Vancouver" auf dem VRT-Sender Canvas begleitet die "Bobslee Ladies" auf Schritt und Tritt wie bei einer "Reality-Soap". "Es ist nur eine Dokumentation, kein Big Brother", betonte Bremserin Willemark und fügte an: "Wir leben unseren Traum."

Und das zumindest im Training mit Erfolg. Ganz ohne Sturz absolvierten die Belgierinnen die Übungseinheiten. "Ich beginne es zu mögen. Und ich bin gar nicht mehr erschrocken", sagte Pilotin Willemsen. Den allerletzten Übungslauf am Montagabend (Ortszeit) schenkten sich die Olympia-Debütanten dann sogar. (dpa)

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