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FC Augsburg SC Freiburg Helden mit leeren Händen

Mutige Augsburger verlieren beim SC Freiburg und heimsen mal wieder Lob ein, für das sie sich nichts kaufen können.

06.05.2013 20:42
Christoph Ruf
Der Augsburger Dong-Won Ji bei der Frustbewältigung. Foto: dpa

Es dauerte eine Viertelstunde, ehe die verschwitzten SC-Spieler die Katakomben des Freiburger Stadions betraten. So lange waren sie von den Fans nach dem 2:0-Erfolg über den FC Augsburg gefeiert worden. Lieder auf diverse europäische Städte hatten dabei Hochkonjunktur in der Fankurve, hat Freiburg doch mit nun 48 Punkten beste Chancen, in der kommenden Saison in der Europa League zu spielen. „Unsere Ausgangslage ist zumindest nicht schlechter geworden“, sagte SC-Kapitän Julian Schuster nach einem Sieg, der nach seinem Empfinden „redlich verdient“ war.

Augsburg startet besser

Das stimmte, wenngleich der FC Augsburg in der ersten halben Stunde das klar bessere Team war, und der SC von Glück sagen konnte, dass die Schwaben da beste Chancen nicht nutzen konnten. Sascha Mölders (10.), André Hahn (11./32.) und Dong Won Ji (23.) scheiterten entweder an den eigenen Nerven oder an SC-Keeper Oliver Baumann, der sich langsam zu einer echten Option für Joachim Löw entwickelt. Das sah auch SC-Coach Christian Streich so: „Wir wollen aber nicht so viel über unsere Spieler reden. Sie wissen ja warum.“ Es genüge, wenn bei anderen Vereinen so viel über Freiburgs Spieler diskutiert werde. Streich muss zum Saisonende den Abgang von vier Leistungsträgern verkraften.

Dass die Augsburger so großzügig mit ihren Chancen umgingen, sollte sich rächen. Cedrick Makiadi erzielte in der 31. Minute aus kurzer Distanz die Freiburger Führung. Der ebenfalls starke FCA-Keeper Alexander Manninger musste den Ball nach einem Schuss von Jonathan Schmid prallen lassen. „Da hatten die Freiburger Glück“, ärgerte sich FCA-Coach Markus Weinzierl. Der Sieg der Gastgeber sei aufgrund des zweiten Durchgangs dennoch verdient: „Sie haben nach dem 1:0 ihre enorme Qualität im Umschaltspiel gezeigt.“ Auch sei die individuelle Qualität der Freiburger Profis höher.

Was Tempo und Dynamik anbetraf, kamen die 24000 Zuschauer in den Genuss eines hochklassigen Bundesligaspiels, dessen Intensität auch nach der Halbzeitpause nicht nachließ. In der 53. Minute verfehlte ein Schuss von Max Kruse noch knapp das Augsburger Tor, doch bald darauf brachte der zweite Freiburger Treffer den SC seinem Saisonziel ein gutes Stück näher: Nach tollem Pass von Kruse stand Jonathan Schmid frei und ließ sich nicht zweimal bitten (61.).

Lob hüben und drüben

Nach dem Spiel stimmte Christian Streich eine Eloge auf den FC Augsburg an, der einmal mehr deutlich besser gespielt hatte, als es der Tabellenstand vermuten ließe. „Wir haben in dieser Saison noch kein Spiel gegen einen so guten Gegner gewinnen können“, lobte Streich, der sich die jüngsten Spiele der Schwaben mehrfach in voller Länge angeschaut und „gegen und mit dem Ball“ Erstaunliches gesehen hatte. „Die Mannschaft muss in der Bundesliga bleiben, damit sich die Zuschauer auch in der kommenden Saison über ihr Spiel freuen können“, sagte Streich.

„Für das Lob können wir uns nichts kaufen“, erwiderte FCA-Coach Markus Weinzierl, revanchierte sich aber für die freundlichen Worte des Kollegen. Er gratulierte dem SC Freiburg ein wenig voreilig zur Europa-League-Qualifikation und erklärte: „Für uns ist der SC ein Vorbild.“ Um ihm nacheifern zu können, müsse man nur in der Liga bleiben.

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