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EM 2020 EM in St. Petersburg: Kritik an UEFA

Die Kritik an einem von 13 EM-Spielorten der EURO 2020, dem russischen St. Petersburg, wächst. Die UEFA gerät in Erklärungsnot.

22.09.2014 15:56
Die Fußball-EM 2020 wird erstmals in der Geschichte des Turniers in 13 verschiedenen Städten ausgetragen. Foto: dpa

Nach dem Zuschlag für das russische St. Petersburg als ein Spielort bei der pankontinentalen Fußball-EM 2020 wächst die Kritik an der UEFA. Bei der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International zeigte die Sportbeauftragte Sylvia Schenk vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise für die Entscheidung zugunsten der Geburtsstadt von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin ebenso wenig Verständnis wie Rebecca Harms als Fraktionschefin der Grünen im Europa-Parlament.

„Bis 2020 ist zwar noch etwas Zeit, aber in der jetzigen Situation ist die Vergabe von Spielen der Fußball-EM an St. Petersburg problematisch und das falsche Signal“, sagte Schenk am Montag dem Sport-Informations-Dienst (SID). Am vergangenen Freitag hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) in Genf die Spielorte der EM 2020 festgelegt.

„Russland geht aggressiv gegen sein Nachbarland Ukraine vor. Russland verstößt aber auch speziell im Fußball durch die Integration von Krim-Vereinen in seinen nationalen Spielbetrieb gegen die Regeln der internationalen Verbände, und alleine das hätte schon Grund genug sein müssen, keine Spiele der EM 2020 in St. Petersburg stattfinden zu lassen“, betonte Harms auf SID-Anfrage.

Sowohl Schenk als auch Harms bringen St. Petersburgs Wahl mit dem Sponsorenvertrag des russischen Staatskonzerns Gazprom mit der UEFA in Verbindung. „Es gab sicher noch andere gute Kandidaten, aber wenn man sich klarmacht, dass ein russischer Staatskonzern als Sponsor auch der Champions League immer größeren Einfluss hat, kann man St. Petersburg als EM-Spielort auch nachvollziehen“, äußerte Schenk.

Im Gegensatz zu St. Petersburg, das auch bei der WM-Endrunde 2018 in Russland zu den Spielorten gehört, waren die Kandidaten Cardiff (Wales) und Stockholm (Schweden) für die EM in sechs Jahren unberücksichtigt geblieben. „Es geht nur ums Geld“, sagte Harms: „Die Sponsorenverträge mit Gazprom sind von der UEFA höher bewertet worden als die eigenen Regeln.“

Generell hält Schenk das neue Zugeständnis von IOC-Präsident Thomas Bach hinsichtlich einer untrennbaren Verbindung von Sport und Politik trotz der Aufgabe jahrzehntelang eingenommener Positionen nicht für übermäßig wegweisend. „Der Sport sollte ja auch bisher nicht parteiisch diese oder jene Postion beziehen. Er musste und muss sich ja nur an seine eigenen ethischen Grundlagen halten, um sich zu positionieren“, äußerte die 62-Jährige.

Schenk mahnte darüber hinaus internationale Dachverbände zur sorgfältigen Prüfung von Vergaben wichtiger Veranstaltungen an Russland oder russische Städte: „Für den Sport ist die große Herausforderung, einzuschätzen, an welcher Stelle es hilfreich ist, was er macht, und an welcher Stelle er missbraucht wird.“ (sid)

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