Lade Inhalte...

Eishockey-Liga Niedersächsische Wege

In der Deutschen Eishockey-Liga dominieren derzeit Hannover und Wolfsburg ? mit unterschiedlichen Konzepten.

25.10.2010 21:29
Matthias Kittmann

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Nicht nur Lena und der Bundespräsident kommen aus Niedersachsen, aktuell führt das Bundesland zwischen Nordsee und Harz auch die Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) an, und das mit gleich zwei Klubs: den Hannover Scorpions und den Grizzly Adams Wolfsburg.

Dabei hat Niedersachsen nicht zwingend den Ruf, Eishockey-Hochburg zu sein. Dieser Begriff wird immer noch eher Bayern (an der Basis) oder dem Westen mit den Traditionsklubs wie Kölner Haie, Düsseldorfer EG oder Krefeld zugeordnet. Doch im Eishockey verändert sich manches. Und Hannover ist immerhin die einzige Eishockey-Stadt in Deutschland, in der sowohl ein DEL- wie auch ein Zweitliga-Klub, die Indians, spielt. Findet also gerade eine gravierende Veränderung auf der Landkarte des Kufensports statt?

Mit solchen Einschätzungen muss man vorsichtig sein. Zum einem ist die Tabellenführung gerade in der DEL oft nur eine Momentaufnahme. Die Hannover Scorpions sind dafür das beste Beispiel. Im vergangenen Dezember waren sie noch Letzter, um dann später Meister zu werden. Zum anderen sind die Konzepte von Hannover und Wolfsburg zu unterschiedlich, um daraus einen niedersächsischen Sonderweg ableiten zu können. Allerdings ist beiden eine gewisse Hartnäckigkeit eigen.

Gehaltskürzung macht Beine

Die Scorpions standen zu Beginn der vergangenen Saison kurz vor dem Aus. Erst der Gehaltsverzicht der Spieler um 15 Prozent ermöglichte unter anderem das Weitermachen. Allerdings zu einem Preis, den damals niemand ahnte. Die Spieler bekamen zwar weniger Grundgehalt, dafür wurden ihnen höhere Prämien versprochen. So kam der überraschende Meistertitel den Klub letztlich teurer zu stehen, als man durch die Kürzung eigentlich einsparen wollte. Was prompt zu neuen finanziellen Problemen führte. Doch offensichtlich ist das der Stoff, der Spieler motiviert. Seit das Gehalt erneut reduziert wurde, hat Hannover eine Serie von vier Siegen in Folge hingelegt.

Wolfsburg hat nicht mit derartigen Problemen zu kämpfen. Im Schutze des VW-Konzerns, der den Klub großzügig unterstützt, haben sich die Grizzly Adams Stück für Stück nach oben gearbeitet. Und ließen sich auch nicht davon unterkriegen, dass sie 2005 zwangsweise in die zweite Liga relegiert wurden, weil sie keine moderne Halle hatten. Seit dem Wiederaufstieg 2007 kletterten sie unaufhörlich nach oben, bis sie vergangene Saison das Halbfinale erreichten.

Im Hintergrund zieht Manager Charly Fliegauf die Fäden. Nach erfolgreicher Zeit in Augsburg und einer eher bescheidenen Bilanz in Frankfurt passen Wolfsburg und Fliegauf perfekt zusammen. Auch, weil er dort im Gegensatz zu manchen anderen Standorten in Ruhe arbeiten kann.

Dass mancher den Fortgang der Erfolgsstory beider Klubs zunächst anzweifelte, lag ausgerechnet an einer Gemeinsamkeit: In beiden Städten hörten die jeweiligen Erfolgstrainer auf. In Hannover der charismatische Hans Zach. In Wolfsburg Toni Krinner, der den Klub ins obere Drittel der DEL geführt hatte.

An dieser Stelle ist dann doch ein niedersächsischer Weg zu erkennen: Denn Krinner heuerte in Hannover an – und es passt. Als Ersatz für Wolfsburg setzte Manager Fliegauf nicht auf große Namen, sondern machte Co-Trainer Pavel Gross zum Chef. Und auch das funktioniert. Und noch etwas eint die beiden Niedersachsen: Während woanders vor Saisonbeginn das übliche Stühlerücken stattfand, bauen Hannover und Wolfsburg auf Kontinuität und eingespielte Teams. Das zahlt sich aus. Wolfsburg hat zuletzt sogar eine Serie von sieben Siegen hingelegt. Im Norden schwächeln eigentlich nur die Hamburg Freezers – aber die gehören ja auch nicht zu Niedersachsen.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum