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Yanni Regäsel Fußballgott lobt Frechdachs

Rechtsverteidiger Yanni Regäsel hat ein ordentliches Debüt in Frankfurt gefeiert, findet Alexander Meier - und ist damit nicht allein.

Könnte eine richtige Verstärkung werden: Yanni Regäsel. Foto: Stefan Krieger

Yanni Regäsel ist in der Bundesliga nun noch nicht unbedingt die große Nummer. Der 20-Jährige hat punktgenau sieben Spiele in der Premiumklasse auf dem Buckel, sechs für die Hertha, seit Samstag eines für seinen neuen Verein, die Frankfurter Eintracht.

Und doch ist dem jungen Mann aus der Hauptstadt, ein Berliner Junge durch und durch, sehr viel Wertschätzung entgegengebracht worden. „Der Junge rechts hinten hat ein super Spiel gemacht“, sagte niemand anders als der große Alexander Meier. „Das ist ein guter Spieler. Eingewöhnungsprobleme hatte er jedenfalls nicht.“

Alex Meier, 33 mittlerweile und noch immer als Fußballgott unterwegs, ist bekannt dafür, seine Mitspieler gut, nahezu perfekt einschätzen zu können, auf sein Urteil ist Verlass. Wer etwas taugt oder nicht, das sieht der Eintracht-Kapitän schon nach wenigen Trainingseinheiten. Das ist eine Gabe, die nicht jeder hat, die aber vor allem Fußballtrainer haben müssen. Meier hat sie ebenfalls. Geirrt hat er sich bisher höchst selten. Und so ist das Lob aus berufenem Munde für den Jungprofi rechts hinten umso höher einzuordnen.

Regäsel, erst am Montag aus Berlin gekommen, war nach der Partie total aufgekratzt, voller Adrenalin. „Ziemlich geiles Stadion, ziemlich geile Fans“, sagte er. Dass die Anhänger trotz des DFB-Verbots ins Stadion gekommen sind, sei eine coole Nummer. „Riesenrespekt dafür“, fand Regäsel, ein frecher, unbekümmerter Kerl. Und überhaupt war er sehr angetan. „Ich bin stolz drauf, für die Eintracht gespielt zu haben“, sagte er im Klub-TV.

Keine Anpassungsschwierigkeiten

Mit seinem Einstand sei er trotz der 2:4-Niederlage „sehr zufrieden“, die Mannschaft habe ihm die Integration leicht gemacht. „Das war sehr nett. Ich bin überragend aufgenommen worden. Das hätte ich nicht gedacht. Ich mag jeden einzelnen Spieler jetzt schon.“ Das ist schön.

Regäsel aus Berlin-Wedding scheint fürwahr wenig Anpassungsschwierigkeiten zu haben, er war sofort mittendrin im Team und auch im Spiel. Es war kein Zufall, dass er den 1:2-Anschlusstreffer durch Meier mit einer schnittigen Flanke vorbereitet hatte, auch in der ersten Hälfte kam schon so manche Hereingabe brauchbar hineingeflogen.

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„Der Junge hat gute Ansätze“, befand Trainer Armin Veh. „Er hat diese Position gelernt, das sieht man. Er ist ein richtiger Rechtsverteidiger.“ Die anderen, mit denen der 55-Jährige sein Glück versuchte in dieser Saison, sind es nicht. Makoto Hasebe und Aleksandar Ignjovski sind Mittelfeldspieler und Notlösungen. Und Timothy Chandler, der zwar in der Jugend auch eher eine Position weiter vorne spielte, aber als Profi in Nürnberg hinten rechts durchstartete, kommt einfach nicht in die Gänge. Regäsel, seit einer Woche an Bord, hat sich also schon festgespielt, er hat sich seinen Platz im Team nach wenigen Tagen und nur einem Spiel erkämpft.

Der Abwehrspieler hat eine manierliche Leistung abgerufen, vor allem fürs erste Mal. Man kann erahnen, dass Regäsel zu einer echten Verstärkung wird, wenn er sich erst einmal eingespielt und akklimatisiert hat. „Nach vier Tagen kann er ja die Laufwege noch gar nicht kennen“, sagte Alex Meier. Das wird sich bald ändern.

Dabei war, bei Licht betrachtet, längst nicht alles Gold, was glänzte. Beim 0:1 etwa hob er das Abseits auf, beim 1:3, das über die linke Stuttgarter Angriffsseite und einer Flanke des starken Christian Gentner vorbereitet wurde, war der Rechtsverteidiger gar nicht im Bilde. Und mit Filip Kostic hatte er seine liebe Mühe, auch wenn das bei der Klasse des schnellen Serben kein Wunder ist. Regäsel überraschte in dieser Beziehung aber zumindest mit der Einlassung, dass er es gegen Kostic „ziemlich gut gemacht“ und dieser auch keine Chancen gehabt habe. In Wahrheit war der VfB-Linksaußen spielprägend. Aber davon können weitaus gestandenere Spieler als der junge Yanni Regäsel ein Lied singen.

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