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Unhaltbar Bayern Menschen

Münchener sind mitunter auch nur Menschen. Und die kann man schlagen. Zum Beispiel 1:0. Die Kolumne.

Uefa Cup 1979 80 Eintracht Frankfurt Bayern München 22 4 1980 5 1 n V Bruno Pezzey SGE re setz
Bruno Pezey setzt sich durch, Dieter Hoeneß und Klaus Augenthaler umarmen sich, Torwart Walter Junghans macht die Bahnschranke und Bernd Hölzenbein staunt. Foto: imago

Lederhosentag. Nein – um genau zu sein: Lederhosen-aus-Tag. Der Tag des Heimspiels gegen Bayern München ist stets der Tag, an dem etwas Verrücktes passieren kann, etwas völlig Unerwartetes, auf das freilich alle warten, die es nicht mit den Münchnern halten. Sie alle erwarten das Unerwartete: dass Bayern München verliert.

Und es ist ja schon oft genug passiert, gerade im Waldstadion. Jeder Anhänger der Frankfurter Eintracht, sofern er nicht mehr die Grundschule besucht, hat schon einmal das Unerwartbare erlebt – dass die Adlerwappigen gegen die Bajuwaren obsiegen.

Die Unhaltbar-Kolumne will jetzt nicht aufzählen, wie oft sie schon ein Heimspiel gegen Bayern München gewonnen hat (21 Mal, okay, nicht immer live vor Ort, aber auf der Erde anwesend und Anteil nehmend) und welches das irrste dieser Spiele war (hier, Fußballdaten.de, bei Euch steht, die Eintracht habe am 21. April 1980 mit 2:0 nach Verlängerung gewonnen – das ist definitiv nicht richtig, auch hieß das damals nicht „Europa League“. Die Unsrigen haben die Bayern nämlich 5:1 nach Verlängerung aus dem Stadion geschossen).

Nein, heute wollen wir das Phänomen beleuchten, dass viele Menschen Bayern München nicht mögen. Nur weil die von ihren 1786 Bundesligaspielen 1053 gewonnen haben, müssen sie ja keine Doofmänner sein. Gut, die Nächstplatzierten in der Ewigen Tabelle haben 700 Punkte Rückstand, obwohl sie teils länger in der Liga sind. Und ja, Eintracht Frankfurt müsste 409 Mal gewinnen, während die Bayern Schampus söffen, bis sie in der Rangliste vorbeizöge. Und okay, bei den Münchnern sitzen Steuerhinterzieher, umjubelt von der Kundschaft, am Ruder.

Aber hey, das sind doch nur ein paar Multimillionäre. Und ein paar Hunderttausend Angeber mit Goldkettchen und Klimakillerkarren. Der einfache Fan hingegen hat doch als Knirps mit dem Opa die Stadionatmosphäre und so. Das sind mitunter auch Menschen, ganz entzückende. Ich kenne sogar einen. Schöne Grüße, Busenkumpel!

Ein bisschen ist es wie mit der SPD. Die Basis ganz vernünftig, während an der Vereinsspitze ... aber der Vergleich wirkt zugegebenermaßen paradox. Hier der neidlose Unhaltbar-Ergebnistipp: Eintracht: eins – Bayern: nuuull. Danke. Bitte. Servus.

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