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UEFA-Verhandlungen Im besten Fall eine Geldstrafe

Die Uefa verhandelt über die Krawalle der Eintracht-Ultras in Rom – für die Frankfurter Fanszene steht viel auf dem Spiel. Das Urteil wird am Freitag verkündet.

Europa League
Eintracht-Ultras werfen Pyros, die Römer Polizei steht mit Schlagstöcken bereit. Foto: imago

Die Reisen sind längst gebucht. Mit der polnischen Airline LOT nach Warschau und knapp zwei Stunden später weiter nach Charkiw. Oder mit dem Flugzeug direkt von Frankfurt nach Kiew und danach fünf Stunden mit dem Zug in die Ostukraine. Kaum war Mitte Dezember klar, dass Eintracht Frankfurt in der Zwischenrunde der Europa League gegen Schachtjor Donezk spielen würde, kümmerten sich viele Fans um die Wahl des passenden Verkehrsmittels für die Fahrt zum Auswärtsspiel am 14. Februar. Daher steht fest, dass mehrere Hundert Eintracht-Anhänger nach Charkiw reisen werden, wo Schachtjor seine Heimspiel austrägt, da die politische Lage in Donezk keine organisierten Fußballspiele zulässt. Die Frage ist nur: Werden die Frankfurter Fans ins Stadion dürfen oder aber – wie schon zu Beginn der Europa-League-Saison in Marseille – ausgesperrt sein und die Partie in Kneipen in der Innenstadt sehen müssen?

Am heutigen Donnerstag befindet die europäische Fußballvereinigung Uefa in einer Telefonkonferenz darüber, wie sie die Ausschreitungen von Eintracht-Fans beim Auswärtsspiel in Rom im Dezember sanktioniert. Randalierer hatten unter anderem Böller und Raketen auf gegnerische Fans, Polizisten und Ordner geworfen. Eine durchaus denkbare Strafe: Die Eintracht erhält für das Spiel in Donezk keine Karten. Eine solche Sanktion würde der Logik folgen, wonach Vorfälle, die bei Auswärtsspielen geschehen sind, auch bei Auswärtsspielen sanktioniert werden.

Die Eintracht hofft derweil, mit einer Geldstrafe davonzukommen. Die würde angesichts der Schwere der Krawalle und weiterer Vorwürfe (insbesondere Einsatz von Pyrotechnik) in jedem Fall sehr hoch ausfallen. Da die Uefa aber für ein rigoroses Durchgreifen bekannt ist, scheint auch ein Teilausschluss der Fans oder sogar ein Geisterspiel im Rückspiel in Frankfurt am 21. Februar möglich.

Solidarität der Anhänger steht auf dem Spiel

Bei einer solchen Strafe stünde auch die Solidarität der Anhänger untereinander auf dem Spiel. Denn ein Ausschluss bei einem über alle Maßen begehrten Europacup-Spiel träfe die Fans hart – und er träfe eben auch die Anhänger, die mit den Ausschreitungen rein gar nichts zu tun hatten. Schon während der Krawalle in Rom hatten weite Teile der Kurve in Richtung der Randalierer gesungen: „Und ihr wollt Eintracht Frankfurt sein ...“

Dass Fans sich öffentlich lautstark untereinander angreifen, hat es in den vergangenen Jahrzehnten in Frankfurt nicht gegeben. Im Gegenteil: Anders als etwa in Hannover, wo ein Teil der Anhänger Stimmung gegen Präsident Martin Kind macht, während ein anderer Teil ausschließlich die Mannschaft unterstützen will, trat die Fanszene in Frankfurt stets als Einheit auf. Weder der Platzsturm nach dem Abstieg 2011 noch diskutable Protestaktionen gegen Montagsspiele (mehrere Hundert Tennisbälle flogen bei der Partie gegen Leipzig auf den Rasen, was für Verzögerungen sorgte) führten zu Verwerfungen.

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