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Transfer Eintracht holt Jetro Willems

1. Update Eintracht Frankfurt holt den Linksverteidiger Jetro Willems als Ersatz für den zu Schalke abgewanderten Bastian Oczipka.

Der neue Linksverteidiger: Jetro Willems. Foto: Imago

Am Wochenende postete die Presseabteilung der Frankfurter Eintracht ein paar Fotos im besten Postkarten-Format: Ein Gruppenfoto der Bundesligamannschaft vor der Golden Gate unter azurblauem Himmel mit ein paar Schönwetterwölkchen, der gerne als US-Boy bezeichnete Frankfurter Bub Timothy Chandler mit Athletiktrainer Klaus Luisser auf der berühmtesten Brücke der Welt und mit doppeltem Peace-Zeichen.

Und dann noch ein Selfie von Slobodan Medojevic mit Lukas Hradecky, Renat Dadashov und Branimir Hrgota. Strahlende Gesichter überall. Doch wer Niko Kovac kennt, weiß, dass nun niemand fürchten muss, die Eintracht würde auf der anderen Seite des Ozeans die Zügel schleifen lassen und in den Laissez-faire-Modus schalten. Wer allerdings 13 Tage aufeinander hängt, muss sich auch mal was gönnen. 

Auf anderem Sektor hat sich die Eintracht ebenfalls etwas gegönnt, und zwar einen neuen Linksverteidiger als Ersatz des zu Schalke 04 abgewanderten Bastian Oczipka. Es handelt sich um den 23 Jahre alten Niederländer Jetro Willems vom PSV Eindhoven.

Jetro Willems: Medizincheck am Montag 

Der Spieler, fünfmal in der Champions League am Ball, soll schon am Montag den Medizincheck in Frankfurt absolvieren. Die Eintracht wird eine stattliche Ablösesumme berappen – sechs Millionen Euro. 

Damit ist Willems nach Sebastien Haller (sieben Millionen) der zweitteuerste Einkauf der Eintracht-Geschichte. Willems, der noch am Sonntagmorgen zum SC Freiburg gerüchtet worden war, hat bereits 22-mal das Trikot der Nationalelf getragen, er gilt als extrem offensivstark. Mit dem Kauf des Linksfußes, 1,69 Meter groß und von bulliger Statur, hat die Eintracht schon jetzt fast 20 Millionen Euro für ihre Neuzugänge ausgegeben. Und es wird sicher noch der eine oder andere Profi hinzukommen.

Beim zweiten Testspiel auf US-amerikanischem Boden war Willems natürlich noch nicht dabei. Gegen die San Jose Earthquakes waren die Hessen chancenlos und kamen mit 1:4 (0:2) unter die Räder. Es war eine sehr trübe Vorstellung des Bundesligisten, völlig uninspiriert, schwerfällig und konzeptlos. Das lässt sich erklären. Zum einen sind Testspiele nicht mal das gerne zitierte Muster ohne Wert. Diese Freundschaftskicks lassen keinerlei Rückschlüsse auf den Start in der Bundesliga zu. Das war schon immer so. 

Zum anderen stecken den Spielern die ersten beiden Vorbereitungswochen in den Knochen – samt Reisestrapazen und Zeitumstellung plus Jetlag. „Wir haben zwei Wochen ganz hart trainiert“, sagte Mittelfeldspieler Makoto Hasebe. „Wir haben schwere Beine und sind müde.“ Das ist nachvollziehbar. 

Auffällig war, dass die Eintracht gar keine Linie in ihr Spiel brachte, die Offensivbemühungen kamen nicht mal über Ansätze hinaus. Da war gar kein Idee zu sehen, dafür leichte Ballverluste im Akkord. Die Mängelliste war lang, was sicher mit dem ständig wechselnden Personal und eben der Trainingsbelastung zu tun hat. 

Die Eintracht, das ist klar und weiß ein jeder, wird sich steigern müssen. „Wir haben insgesamt nicht so gut gespielt, wir müssen besser werden“, fand der Japaner Hasebe, der nach monatelanger Verletzungspause – genauso wie Marc Stendera – sein Comeback gab. Der Einsatz in San Jose half dem 33-Jährigen auf dem Weg zurück in die Bundesliga. „Ich bin nicht bei 100 Prozent. Es fehlt noch ein bisschen.“ 

Merkwürdigerweise offenbarten die Hessen einige Abstimmungsprobleme in der Defensive. Beim ersten Gegentreffer durch Danny Hoesen (13.) sprangen Marco Russ und David Abraham nach einem Eckstoß am Ball vorbei, vor dem 0:2 verursachte Abraham mit einem tumbem Rempler einen unnötigen Strafstoß, den Chris Wondolwski sicher verwandelte (18.).

Beim 0:3 traf Neuzugang Danny da Costa recht ungelenk ins eigene Netz (61.). Der von Bayer Leverkusen gekommene Rechtsverteidiger hat bisher ohnehin zwei eher unglückliche Auftritte hingelegt. Dem 24-Jährigen, das ist deutlich zu sehen, fehlt die Spielpraxis. 

Das 0:4 ging auf die Kappe von Nelson Mandela, der erst den Ball leichtfertig verlor und anschließend im Strafraum foulte. Quincy Amarikwa verwandelte den zweiten Strafstoß locker (74.). Zumindest gelang Danny Blum nach feinem Zuspiel von Dadashov noch das 1:4, aus spitzem Winkel legte er den Ball mit dem Außenrist des linken Fußes ins Netz (83.). 

Eine Verschnaufpause gibt es nicht, heute trifft die Eintracht im letzten Testspiel in Ohio auf Columbus (Anpfiff 19.30 Uhr Ortszeit, 1.30 Uhr deutscher Zeit). Am Dienstag geht es zurück nach Frankfurt.

So spielte die Eintracht: Hradecky – da Costa (61. Chandler), Russ (61. Knothe), Abraham (61. Hasebe), Tawatha (61. Ordonez) – Fernandes (61. Besuschkow), Medojevic (61. Stendera) – Kamada (61. Mandela), de Guzman (61. Blum), Jovic (61. Dadashov) – Hrgota (46. Haller). 
Tore: 1:0 Hoesen (13.), 2:0 Wondolowski (18./FE), 3:0 da Costa (61./ET), 4:0 Amarikwa (74./FE), 4:1 Blum (83.).

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