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Trainingslager Eintracht Frankfurt Der Chef dreht Schräubchen

Eintracht-Trainer Adi Hütter arbeitet an Feinheiten, um das große Ganze voranzubringen.

Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Trainingslager in Florida
Zufrieden mit seiner Mannschaft: Eintracht-Trainer Adi Hütter blickt zuversichtlich auf die zweite Saisonhälfte. Foto: Jan Huebner

Als sich das Trainingsspielchen gerade dem Höhepunkt näherte, als die mit gelben Leibchen gekleidete Mannschaft mit einem Treffer im Rückstand lag, da flog die Kugel mit voller Wucht in Richtung Winkel. Torhüter Kevin Trapp, er hatte keine Chance, schaute nur zur Seite und dürfte sich innerlich schon über den vermaledeiten Ausgleich geärgert haben, als ihm plötzlich Marco Fabian zur Hilfe eilte. Der kleine Mexikaner machte sich ganz groß, schob den rechten Arm nach oben und wehrte den strammen Schuss ab. Handspiel, Elfmeter, klare Sache. Dachten alle. 

Blöd nur, dass Armin Reutershahn nicht so genau hingeschaut hatte. Der Co-Trainer von Eintracht Frankfurt, der bei solch Trainingsspielchen als Schiedsrichter eingesetzt wird, verweigerte den fälligen Strafstoß. Simon Falette griff sich an den Kopf, Goncalo Paciencia zeichnete ein Quadrat in die Luft und forderte den Videobeweis. Welch Gejaule, das da bei 25 Grad und Sonnenschein über das Trainingsgelände der IMG-Akademie in Florida schwirrte. Nur einer, der blieb ganz ruhig, machte einen Schritt nach vorne, lächelte kurz und zeigte auf den Punkt. Der Chef hatte entschieden. 

Das Team ist bereit

Adi Hütter ist zweifelsohne eine Respektsperson. Ein Trainer, der seine Mannschaft sichtbar im Griff hat. Wenn er seine Jungs am Mittelkreis versammelt und seine taktischen Vorgaben für die kommende Spielform vorgibt, dann wagt es niemand, auch nur ein Wörtchen zu reden. Es ist deutlich zu sehen, dass die Spieler ihrem Trainer vertrauen, dass sie umsetzen wollen, was er ihnen sagt. „Die Jungs sind sehr engagiert, konzentriert, 100 Prozent bei der Sache“, sagte der leicht verschnupfte Hütter am dritten Tag des Trainingslagers in den USA: „Die Mannschaft ist frisch und lebt.“ Wenn sich das nicht gut anhört. 

Und tatsächlich, in den ersten Einheiten auf US-amerikanischem Boden machen die Profis der Eintracht einen wirklich guten Eindruck. Trotz der nur kurzen Winterpause von gerade mal elf Tagen ist die Intensität hoch, Müdigkeit ist nicht zu erkennen. Hütter setzt wie schon die ganze Saison bei ihm üblich auf viele Spielformen, auf mal mehr und mal weniger eng begrenzten Felder. Er stellt Überzahl-, beziehungsweise Unterzahlsituationen her, die dazu dienen sollen, das bei ihm so wichtige Pressing zu verinnerlichen. „In dieser kurzen Vorbereitung können wir gar nicht so viel verändern. Wir machen einfach da weiter, wo wir im vergangenen Jahr aufgehört haben.“

Genau genommen wäre das die 0:3-Niederlage gegen den FC Bayern. Es versteht sich aber natürlich von selbst, dass der Vorarlberger dies nicht meint. Vielmehr will er gemeinsam mit seinem Schützlingen den hervorragenden Gesamteindruck der Hinrunde, die mit Platz sechs in der Liga und dem Einzug ins Sechzehntelfinale der Europa League ein voller Erfolg war, auch in der zweiten Saisonhälfte bestätigen.

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