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Trainingsauftakt Eintracht Frankfurt lässt den Ball rollen

Eintracht Frankfurt hat fast alle Mann an Bord. Die Rekonvaleszenten Omar Mascarell und Marco Fabian sollen behutsam rangeführt werden.

Trainingsauftakt Eintracht Frankfurt
Drei Männer, kein Schnee: Timothy Chandler, Marco Fabian und Sahverdi Cetin (von links). Foto: Andreas Arnold (dpa)

Und der Bart war doch nicht ab. Eigentlich hatte Marco Fabian fest versprochen, sich zu rasieren und mit glattem Kinn zum ersten Mannschaftstraining nach seiner schweren Rücken-Operation zu erscheinen. Nun, gestern, um kurz vor zehn Uhr, stand der sehnlichst zurück erwartete Mexikaner tatsächlich bei ziemlich frischen Temperaturen auf dem Platz an der Wintersporthalle und hatte doch den Weg zum Barbier gescheut.

Trainer Niko Kovac freilich war das reichlich egal, er war einfach nur froh, seinen Spielmacher nach so langer Zwangspause endlich wieder im Training zu haben. „Ich freue mich wirklich, dass er und Omar Mascarell wieder da sind. Mit beiden kommt mehr Ruhe und spielerische Qualität rein.“ Tugenden, die bei Eintracht Frankfurt bekanntlich in der Liga zuletzt arg vermisst wurden.

Nach acht Tagen Urlaub legte der hessische Bundesligist mit einer Doppeleinheit am frühen Freitagmorgen als erster aller Klubs wieder los. Bis auf Alexander Meier, der nach seiner Fersenoperation langsam Tritt fasst, hatte Kovac praktisch „alle Mann an Bord“. Sogar Jonathan de Guzman war nach seiner Schulteroperation laufend dabei. Ante Rebic, der nur das Warmlaufen absolvierte, hatte leichte Schmerzen am Sprunggelenk gespürt und war vorsichtshalber auf den Ergometer umgestiegen, Marius Wolf hatte einen „privaten Termin“, wahrzunehmen, wie es von der Eintracht offiziell hieß. Jan Zimmermann war wegen eines grippalen Infekts entschuldigt. Gravierend seien diese Blessuren nicht.

Mehr Sorgen bereitet David Abraham, der zum Auftakt vor gut 300 Kiebitzen fehlte. Der Stopper laboriert noch immer an seiner Wadenblessur, die er sich im Spiel gegen den HSV zugezogen hatte. Er habe „kein sicheres Gefühl“, sagte Kovac, der hofft, auf den Argentinier im Trainingslager wieder zurückgreifen zu können. Die Verletzung ist offenbar doch ärger als zunächst gedacht. „Das ist sehr schmerzhaft und mit zwei, drei Wochen nicht abgetan“, sagte Kovac.

Dennoch tummelten sich am Freitag 29 Mann auf dem Rasenplatz. Mit 30 Spielern wird Niko Kovac nicht am Dienstagmorgen ins spanische Trainingscamp nach Alicante (2. bis 7. Januar) reisen, einer, der wohl zu Hause bleiben muss, soll nach Aussage von Sportdirektor Bruno Hübner Slobodan Medojevic sein, der mehr und mehr aufs Abstellgleis gestellt wird. „Ganz fix“ sei die Ausbootung noch nicht, sagte Kovac. Das entscheide sich in den nächsten Tagen, eine große Zukunft bei den Hessen hat der Serbe offenbar nicht.

Er habe nicht „gleich in die Vollen gehen wollen“, begründete der Frankfurter Fußballlehrer den frühen Beginn und die zwei Tage Training im alten Jahr, ehe es am Dienstag zum fünftägigen Trainingslager nach Alicante geht. „Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern, technisch, taktisch und fußballerisch“, sagte Kovac, und dies gehe nur mit mehr Training. „Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen jede Einheit nutzen, im Spiel ist so etwas nicht möglich.“

Der Schwerpunkt seiner Arbeit in der sehr kurzen Vorbereitungsphase will Kovac dazu nutzen, „Dinge, die gut waren, zu bestätigen, und Dinge, die nicht gut waren, zu verbessern“. Taktisch gelte es, „einiges aufzufrischen“. Vor allem aber in fußballerischer Hinsicht hat Eintracht Frankfurt Nachholbedarf, das weiß Niko Kovac nur zu gut. Gerade im Spiel nach vorne vermisst der 46-Jährige Initiative: „Der, der den Ball hat, darf nicht nach Lösungen suchen müssen. Die anderen ohne Ball müssen ihm Lösungen aufzeigen. Es kann nicht sein, dass nur zwei, drei aktiv sind und die anderen helfen mit Daumendrücken.“

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