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Testspiel Veh zählt Aigner an

Nach dem 3:3 im Testspiel gegen Braunschweig lobt der Eintracht-Trainer Rechtsaußen Gacinovic: „Er war zehnmal agiler“.

Macht Aigner den Platz im Team streitig: Mijat Gacinovic (vorn). Foto: Jan Huebner

Zuweilen kann so eine Spielanalyse, zumindest vordergründig betrachtet, recht profan sein. Nach dem 3:3 (0:1) im geheimen Testspiel der Eintracht aus Frankfurt gegen die Eintracht aus Braunschweig schlussfolgerte Armin Veh ganz pauschal: „Ich habe ein paar Dinge gesehen, die gut waren. Und ich habe ein paar Dinge gesehen, die schlecht waren.“ Dann fügte der Eintracht-Trainer vielsagend an: „Das war ein sehr aufschlussreicher Test.“ Der vielleicht sogar Auswirkungen auf das ersten Punktspiel in knapp einer Woche gegen den VfL Wolfsburg haben wird.

Es könnte gut sein, dass die vermeintliche Stammformation wankt und „der eine oder andere etablierte Spieler mal draußen ist“, bekundete Veh. Einer, der um seinen Platz zittern muss, ist Stefan Aigner, der Rechtsaußen, der im Trainingslager in Abu Dhabi einen guten Eindruck hinterlassen hatte. Da waren die Verantwortlichen guter Hoffnung, dass der 28-Jährige aus dem Formtief gekrabbelt ist und die Kurve bekommen hat. Doch in den beiden Testspielen gegen Borussia Dortmund und gestern gegen Braunschweig auf dem Trainingsplatz vor der Wintersporthalle hat der Flügelspieler kaum ein Bein auf den Boden bekommen. Nach 45 Minuten war für ihn Schluss.

Für Aigner wuselte im zweiten Abschnitt Mijat Gacinovic auf der offensiven Außenbahn – der junge Serbe machte das, wie schon gegen den BVB, mit erstaunlicher Leichtigkeit und sehr viel Verve. Der 20-Jährige brachte einen Schuss Unbekümmertheit, Frechheit und mehr Tempo ins Spiel. Er war es auch, der für die Hessen ausglich (60.). Zuvor hatte Marcel Correia die Niedersachsen in Führung gebracht (36.). Veh lobte den schmächtigen Flügelspieler und zählte gleichzeitig den Platzhirsch an: „Gacinovic war zehnmal agiler als Aigner.“

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Ob sich Gacinovic womöglich Hoffnungen machen dürfe, im Ernstfall gegen Wolfsburg ins Team zu rutschen? „Natürlich“, antwortete der Fußballlehrer, „er hat sich entwickelt, gerade in den letzten Wochen noch mal. Wenn er sich so präsentiert, hat er Chancen. Das ist doch klar. Ich muss doch schauen, was das Beste für die Mannschaft ist.“

Gacinovic leitete auch den erneuten Ausgleich durch Marco Fabian zum 3:3 ein (74.). Der Neuzugang ist noch so einer, der sich als Gewinner des letzten Testspiels vor dem Neustart fühlen darf. Der Mexikaner ließ mehrfach seine Klasse aufblitzen, er erzielte nach feiner Flanke von Szabolcs Huszti auch das 2:3 (73.). „Das war das schönste Tor“, lobte Veh. „Fabian hat das insgesamt gut gemacht.“ Zuvor hatte Orhan Ademi die Braunschweiger mit zwei Toren (65., 68.) mit 3:1 in Führung gebracht.

Anpfiff für Ayhan

Der 3,5-Millionen-Euro-Mann war sehr viel besser ins Spiel eingebunden und sorgte zudem für eine gewisse Torgefahr, er hatte bereits im ersten Abschnitt zwei ordentliche Schüsse abgegeben. In der Zentrale scheint er sich wohler zu fühlen als auf dem Flügel. Dort spielte er im ersten Abschnitt, und er war schon dort einer der Besseren.

Die ersten Hälfte schmeckte dem Trainer überhaupt nicht. „Da hätten wir das letzte Drittel zuschließen können“, kritisierte er. Das Spiel war in der Tat viel zu statisch und schablonenhaft, vor allem wurde stets quer- oder zurückgespielt. „Es bringt nichts, wenn alle Spieler hinter dem Ball sind“, sagte Veh. Einige Spieler schlurften merklich uninspiriert über den Platz. Haris Seferovic etwa. Er war aber auch noch durch eine leichte Oberschenkelblessur gehandicapt. „Er sagte schon vor dem Spiel, dass er nicht sprinten könne, ich wollte ihn aber unbedingt eine Halbzeit spielen lassen“, begründete Veh. Die zweite Hälfte sei „wesentlich besser“ gewesen, „weil wir agiler waren und auch mal die Eins-gegen Eins-Situationen gewonnen haben“.

Doch wer gegen einen Zweitligisten drei Tore kassiert, der hat noch viel Arbeit vor sich. Es sind gerade diese individuellen Platzer, mit denen sich die Eintracht selbst bestraft. „Wir müssen das endlich abstellen, das ist sehr gefährlich in der Bundesliga“, forderte Torwart Lukas Hradecky, der nicht sonderlich sicher wirkte. Genauso wie Verteidiger Kaan Ayhan, der das 1:2 mit einem kapitalen Fehlpass einleitete und vom Trainer hörbar angepfiffen wurde. Im Übrigen wird Veh auf unbestimmte Zeit auf Stefan Reinartz verzichten müssen. Der Mittelfeldspieler wird an der Leiste operiert. Seinen Stammplatz hatte er sowieso schon verloren.

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