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Testspiel Eintracht mit Remis gegen Salt Lake City

2. UpdateDas erste Testspiel der USA-Reise endet Unentschieden. Eintracht-Trainer Adi Hütter hat noch viel Arbeit vor sich. In der Heimat in Frankfurt wird fleißig am Kader gebastelt.

Eintracht Frankfurt
Neuzugang Nicolai Müller trug sich in den ersten beiden Testspielen in die Torschützenliste ein. Foto: imago

Erst klatschte Adi Hütter in die Hände, dann ein kurzer Handschlag mit seinem engsten Vertrauten, Co-Trainer Christian Peintinger, darauf der Dank in Richtung der Spieler auf der Bank. Zufrieden, ja, das war der Trainer der Frankfurter Eintracht nach dem 1:1 (0:1) gegen Real Salt Lake aus der US-amerikanischen Major League Soccer durchaus. Euphorisch, nein, dafür hatte er noch zu viele Baustellen erkannt. „Es ist klar, dass wir nicht annähernd so spritzig waren wie unser Gegner“, sagte der Österreicher nach dem ersten echten Härtetest im USA-Trainingslager, „aber ich fand, dass wir es besonders im zweiten Durchgang gut gemacht haben.“

Hütter hatte seine Spieler gegen die im vollen Ligabetrieb steckenden Gastgeber im 4-1-4-1-System angeordnet. Die Außen doppelt besetzt, Breite ins Spiel bringend. So die Idee. In der ersten Hälfte jedoch mit mäßigem Erfolg. Die kräftezehrenden Einheiten in der Hitze von Utah machten sich bemerkbar. Den Frankfurtern mangelte es an Spritzigkeit in den Beinen und an Frische im Kopf.

Einzig David Abraham wird geschont

„Es hat noch sehr viel gefehlt, ein bisschen wäre noch untertrieben“, sagte Hütter, der beim 0:1 (10.) einen auf den Außen zu spät attackierenden Danny da Costa und einen in der Mitte zu spät kommenden Jetro Willems beobachten konnte. „Wir müssen uns noch besser kennenlernen“, so Hütter, „wir sind noch ziemlich weit von dem entfernt, was ich sehen will.“ Immerhin: Testspieler Allan Souza machte 45 Minuten lang im offensiven Mittelfeld einen engagierten Eindruck, Hütter will den 21-jährigen Brasilianer vom FC Liverpool weiter „genau im Auge behalten“.

Zur Pause tauschte der Coach bis auf Torhüter Felix Wiedwald sein komplettes Personal. Einzig David Abraham, der Kapitän des Pokalsiegerteams, der künftig auch Kapitän in der Nach-Pokalsieger-Ära sein wird, wurde geschont, hatte er doch tags zuvor einen Schlag aufs rechte Schienbein abbekommen und über leichte Schmerzen geklagt. Etwas Wildes soll es nicht sein.

Doch auch ohne ihren Spielführer lief es für die Hessen nun besser. „Wir haben vertikaler gespielt“, sagte Hütter. Zuständig dafür: Neuzugang Lucas Torro (siehe Artikel rechts), der ebenso wie Nicolai Müller, mit seinen gerade mal 1,73 Metern Kopfball-Torschütze zum Ausgleich kurz vor Schluss, als Gewinner des ersten Kräftemessens bezeichnet werden kann. „Es fühlt sich gut an, für die Eintracht zu treffen“, sagte Müller, der bereits beim Testkick in Offenburg zweimal eingenetzt hatte.

Neuer Stürmer soll kommen

Weniger lief in Abwesenheit der beiden WM-Fahrer Luka Jovic und Ante Rebic, an dem Manchester United und der FC Arsenal Interesse haben sollen, im Sturmzentrum zusammen – anfangs Sebastien Haller, später Branimir Hrgota konnten kaum Akzente setzen. So ist es nicht überraschend, dass die Verantwortlichen nachlegen wollen. Der „Kicker“ nannte den wohl heißesten Kandidaten: Goncalo Paciencia, 23 Jahre jung, 1,84 Meter groß, vom FC Porto. Paciencia hat beim Champions-League-Teilnehmer noch ein Jahr Vertrag, die Portugiesen könnten in diesem Sommer also letztmals mit ihrem Angreifer Kasse machen. Die Ablöse soll zwischen drei und fünf Millionen Euro liegen, lediglich der erfolgreiche Medizincheck soll noch zur Unterschrift fehlen.

„Im Hintergrund wird fleißig gearbeitet“, sagte Hütter: „Wir wissen, dass wir an gewissen Schrauben noch drehen müssen.“ Klar ist, der Sohn des 34-fachen portugiesischen Nationalspielers Domingos Paciencia passt ins Einkaufsprofil der Eintracht. Er ist technisch versiert, kräftig gebaut, in Deutschland weitestgehend unbekannt, ein echter Mittelstürmer, dem bislang der große Durchbruch verwehrt blieb. Der in der Porto-Jugend ausgebildete Paciencia wurde von seinem Stammverein in den vergangenen Jahren mehrfach verliehen: Olympiakos Piräus in Griechenland, Rio Ave FC und Vitoria Setúbal in Portugal hießen die Stationen. Erst im vergangenen Halbjahr kam er regelmäßig zu Einsätzen bei seinem Heimatklub – unter anderem zu zwei Einwechslungen im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool. Wettbewerbsübergreifend gelangen dem Rechtsfuß vergangene Saison zehn Treffer in 36 Partien.

Während also in der Heimat in Frankfurt fleißig am Kader gebastelt wird, stehen den Spielern im fernen Amerika anstrengende Tage bevor. „Wir müssen ein bisschen härter trainieren, dass die Spieler die kompletten 90 Minuten durchziehen können. Das heißt, wir werden auch ab und an länger trainieren und Krafteinheiten einbauen“, ließ Hütter wissen. Am Donnerstag fliegt der Eintracht-Tross weiter an die Ostküste, in Philadelphia treffen die Frankfurter am Samstag um 19 Uhr (1 Uhr deutscher Zeit) auf Philadelphia Union.

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