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Taleb Tawatha Unstet und unzufrieden

Linksverteidiger Taleb Tawatha kann nicht auf sich aufmerksam machen und kommt zurzeit an Jetro Willems nicht vorbei - das fuchst ihn.

Eintracht
Ringtausch: Taleb Tawatha (re.) kommt für Jetro Willems. Foto: imago

Man kann nun nicht behaupten, dass der israelische Nationalspieler Taleb Tawatha in der Vorbereitung auf die am Samstag beginnende Rückrunde gegen den SC Freiburg alles in Grund und Boden gespielt hätte. So ziemlich das Gegenteil ist der Fall.

Im Trainingslager in Spanien konnte der 25-Jährige nicht wirklich auf sich aufmerksam machen. Bei den taktischen Übungen war er so manches Mal nicht ganz auf der Höhe, sein Passspiel hätte überdies etwas präziser sein können, und dann musste er auch noch ein bisschen kürzertreten, weil er körperlich ein wenig angeschlagen war. Eine Kampfansage an seinen Konkurrenten Jetro Willems klingt anders.

Viermal in der Startelf

Der Linksverteidiger hat auch in seinem zweiten Jahr in Frankfurt noch nicht zünden können, in der zurückliegenden Spielzeit hatte er große Probleme, sich an die Lebensumstände und die Bundesliga zu gewöhnen.

Zudem kam er nie auch nur im Ansatz an Platzhirsch Bastian Oczipka vorbei. Der verteidigt mittlerweile auf Schalke, doch die Eintracht hat in Jetro Willems einen Ersatzmann für viel Geld geholt, der zwar zuletzt ebenfalls merklich schwächelte, aber zumindest das Potenzial und die generellen Fähigkeiten hat, um auf dieser Position durchzustarten. Bei Tawatha kann man da Zweifel haben. Der schnelle Mann kommt in dieser Saison auf elf Bundesligaeinsätze, viermal stand er in der Startelf, zumeist waren seine Darbietungen arg durchwachsen.


Nur einmal konnte er nachhaltig auf sich aufmerksam machen, als er gegen Bremen den Siegtreffer kurz nach seiner Einwechslung mit einer perfekt getimten Flanke vorbereitete. Ansonsten war viel Leerlauf in seinem Wirken. Tawatha möchte seine Rolle als Ergänzungsspieler so nicht mehr hinnehmen, vor einiger Zeit klagte er, dass er nicht mehr bereit sei, die zweite Geige zu spielen. Er könne sich in jeder Bundesligamannschaft durchsetzen, sei legitimer Stammspieler. Nun ja. Mittlerweile ist auch seine Nationalmannschaftskarriere ins Stocken geraten, zwischenzeitlich war er suspendiert, zuletzt wurde er nicht mehr nominiert.

Bobic bleibt cool

In Frankfurt wissen sie um seine Befindlichkeiten. Doch Sportvorstand Fredi Bobic bleibt ganz gelassen. „Er ist nicht ganz so zufrieden mit seiner Rolle“, berichtet der 46-Jährige. „Aber er kann es ja zeigen, wenn er auf dem Platz steht. Da muss er Gas geben und sich der Konkurrenz stellen. Chancen gab es in Hülle und Fülle.“ Bobic sagt es nicht explizit, aber er ist herauszuhören, dass sich die Verantwortlichen mehr versprochen haben. Generell, findet der Sportchef, habe der bis 2019 an die Eintracht gebundene Tawatha eine „gute Entwicklung“ genommen, er habe körperlich zugelegt, zwei, drei Kilo mehr auf den Rippen. „Er ist stabiler geworden.“

Den Konkurrenzkampf mit Jetro Willems sieht Bobic als leistungsfördernd. „Das ist ein ganz interessanter Schlagabtausch auf dieser Seite. Mir gefällt es gut, wenn sich zwei Spieler so beackern.“ Tawatha, dessen Spiel oft zu unstrukturiert und unstet ist, zieht aber meistens den Kürzeren. Dafür gibt es gute Gründe.

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